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Out of Time - Sein Gegner ist die Zeit

Spannender Cop-Thriller, in dem Denzel Washington als Polzeichef in Florida unter Mordverdacht gerät.


Out of Time - Sein Gegner ist die Zeit

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Erhältlich seit:
07.01.2011

Originaltitel: Out of Time

Thriller

USA 2003
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Denzel Washington
Eva Mendes
Sanaa Lathan

Regie: Carl Franklin
Universum Film

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Ein Polizist läuft um sein Leben: gegen seine Ex-Frau, gegen seine Kollegen und gegen ein paar Betrüger, die ihn am Wickel haben.

Denzel Washington im Wettlauf mit der Zeit (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Denzel Washington im Wettlauf mit der Zeit (Foto: Universum (UIP))

Es ist heiß, es ist Florida, und es ist eine seltsame Vernehmung, mit der Carl Franklins Film beginnt: ein einzelner Cop fährt zu einer Frau und lässt sich recht körperlich demonstrieren, was ein böser Mann mit ihr gemacht hat, nachdem er durchs Fenster geklettert ist...

Aber aus der anfänglichen Beunruhigung wird bald Spaß, und man merkt, dass es sich hier um ein Spiel zwischen Verliebten handelt, das Cops gern in Cop-Filmen vorführen.

Das Spiel soll die Größe des Begehrens erklären, und es soll rechtfertigen, dass der Cop Denzel Washington sich dafür von seiner Cop-Ehefrau getrennt hat, obwohl diese Ehefrau die coole Eva Mendes ist.

Die kühle Eva Mendes verliert die Fassung (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Die kühle Eva Mendes verliert die Fassung (Foto: Universum (UIP))

Die Frauen und das Geld

Trotzdem wird er die Gattin nicht los. Sie untersucht einen doppelten Mordfall in seinem Revier, und sie heftet sich ganz selbstverständlich an seine Fersen, obwohl er gerade jetzt niemanden brauchen kann, der ihm auf die Finger schaut.

Denn mittlerweile hat er für seine leidenschaftliche Geliebte eine Reisetasche voll Drogengeld aus der Beweiskammer des Reviers mitgehen lassen, kurzfristig nur, als Zwischenlösung, und mit den besten Vorsätzen, alles wieder zurückzugeben. Doch kaum ist das Geld aus dem Revier, verschwinden die Geliebte und die Reisetasche.

Ohne Geländer verliert man auf dem Balkon leicht mal das Gleichgewicht (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Ohne Geländer verliert man auf dem Balkon leicht mal das Gleichgewicht (Foto: Universum (UIP))

Die Zeit läuft

Dummerweise interessiert sich just in dem Moment das FBI für die Tasche voll Geld, und auch der Doppelmord deutet auf ihn als Täter. Denzel Washington beginnt also einen Wettlauf gegen die Zeit, um den Diebstahl zu vertuschen und sich vom Mord zu distanzieren.

Er muss das FBI hinhalten, er muss im Revier seine harmlose Miene wahren, er muss Eva Mendes klarmachen, dass er sie zwar gerade wieder schätzen lernt aber lieber den Rücken frei hat, und er muss schleunigst das Geld wiederfinden.

Auch in Florida regnet es immer im falschen Moment (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Auch in Florida regnet es immer im falschen Moment (Foto: Universum (UIP))

Der Preis ist Schweiß

Bei diesen Verwicklungen, die ein immer rasanteres Tempo vorlegen, hat er nur einen Freund, dem er die Wahrheit sagen kann.

Ein einziger Freund kann letztlich zwar eine Menge erreichen, besonders wenn er mit dem Humor eines Gerichtspathologen gesegnet ist. Trotzdem muss Denzel Washington allein an allen Fronten ums nackte Überleben kämpfen.

Carl Franklin hat mit "Out of Time" einen atemlosen Thriller um betrogene Betrüger gedreht, bei dem das Licht und die Hitze Floridas sich langsam verwandeln in die frostige, düstere Atmosphäre eines Neo-Noir-Films, der allen Beteiligten den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Out of Time - Sein Gegner ist die Zeit

Carl Franklin kehrt wieder zu seinen Wurzeln zurück, nachdem er mit "Familiensache" auf melodramatischem Terrain wandelte und mit "High Crimes" eine in den USA höchst erfolgreiche Militär-Justizkrimi-Auftragsarbeit ablieferte. "Out of Time" erzählt die Geschichte eines Polizeichiefs einer Gemeinde auf den Florida Keys, dessen scheinbar perfekt eingerichtetes Leben durch die Ermittlungen in einem dubiosen Mordfall aus den Angeln gehoben wird, und erinnert in seiner minutiös orchestrierten Konsequenz und zahlreichen Versatzstücken aus dem Noir-Schatzkästchen an seinen Kultthriller "One". Für Oscar-Gewinner Denzel Washington, der für Franklin bereits in "Teufel in Blau" brillierte, bietet sich in dem zunächst konventionellen Szenario vor allem in der raffinierten zweiten Hälfte hinlänglich Gelegenheit, seine volle Starpower auszuspielen.

Out of time - die Zeit wird hier zunächst einmal knapp für Ann, die geheime Geliebte von Polizeichief Matt Lee Whitlock, der in seiner verschlafenen Gemeinde auf den Florida Keys alles stets souverän unter Kontrolle hat. In seiner Gegenwart erfährt Ann von ihrem Arzt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist und nur noch wenige Monate zu leben hat, wenn sie nicht das Geld für eine kostspielige Experimentalbehandlung in der Schweiz aufbringt. Was für den respektierten Beamten bislang eher ein leidenschaftliches Geplänkel war, teils aus aufrichtigen Gefühlen, teils um ihren Ehemann, den arroganten und gewalttätigen Footballspieler Chris (Dean Cain) zu ärgern und sich vom Schmerz der Trennung von seiner Frau, der attraktiven Homicide-Polizistin Alexandra, abzulenken, erhält urplötzlich eine tragische, unausweichliche Komponente. Um der Geliebten das Leben zu retten, lässt sich der Cop auf ein brenzliges Spiel ein: Er entwendet aus seinem Safe 480.000 Dollar Drogengeld, das er zuvor sichergestellt hatte, und gibt es ihr für ihre Behandlung. Als am Tag darauf die verbrannten Leichen von Ann und Ehemann gefunden werden, sieht sich Matt urplötzlich in einer prickelnd auswegslosen Situation.

Denn jetzt ist er derjenige, der out of time ist, dem die Zeit knapp wird: Wie dereinst Kevin Costner in "No Way Out" muss Washington potenziell fatale Probleme im Minutentakt lösen, um nicht selbst als Hauptverdächtiger ins Visier der Ermittlungen seiner mit dem Fall beauftragten Frau zu geraten und zudem das FBI auf Armeslänge zu halten, das das veruntreute Drogengeld abholen will. Gleichzeitig setzt er alles daran, selbst den Mörder zu enttarnen und macht dabei manch unangenehme Entdeckung.

Die aufwändige und etwas komplizierte Exposition zahlt sich nun aus, denn wie Carl Franklin die Spannungsschraube mit zwingender Logik anzieht und die Eskalation der Situation mit eiskalter Präzision vorantreibt, das macht aus einem handelsüblichen Neo-Noir von der Stange ein zunehmend diabolisches Filmvergnügen. Dass Washington all den Katastrophen mit seiner typischen Bedachtheit und Coolness wie ein Fels in der Brandung trotzt, trägt nur zum beinahe kafkaesken Spaß bei, diesem Mann zuzusehen, wie er sich immer und immer wieder aus der Schlinge um seinen Hals herauswindet.

Out of time - diesmal aber im Sinne von: Wie aus einer anderen Zeit - ist natürlich streng genommen auch die Spielart dieses Films, der zwar aufgrund seiner Grundsituation bisweilen an "No Way Out" mit Kevin Costner und dank seiner schwülen Florida-Locations auch an "Wild Things", "Out of Sight" oder "Palmetto" erinnert, aber natürlich im Grunde seines Herzens ein waschechter Noir-Film ist, inklusive männlichem Helden, der seinen Untergang der eigenen Überheblichkeit zuzuschreiben hat, und einer Femme fatale, die den ahnungslosen Helden in die Falle lockt. Gleichzeitig ist es ein Spiel um Täuschung, um Finten, um falsche Fährten, was bereits mit dem Intro des Films angekündigt wird, als Matt einem vermeintlichen Hilferuf von Ann Folge leistet, was für den Zuschauer zunächst überraschend in einer heißen Sexszene mündet. Die große Leistung des Regisseurs ist es hier, dass das Publikum trotz stetig verzwickter werdender Handlung stets den Überblick behält und stets genau so viel weiß, wie es für den Verlauf des Films nötig ist. Pluspunkte verdienen sich auch die souveräne Eva Mendes ("Irgendwann in Mexico") als Washingtons taffe Cop-Ehefrau mit Scheidungsabsichten und Sanaa Lathan ("Brown Sugar") als Geliebte mit abgrundtiefen Geheimnissen. ts.

Darsteller:  Denzel Washington   als Matt Lee Whitlock
  Eva Mendes   als Alex Diaz Whitlock
  Sanaa Lathan   als Ann Merai Harrison
  Dean Cain   als Chris Harrison
  John Billingsley   als Chae
  Robert Baker   als Tony Dalton
  Alex Carter   als Cabot
  Antoni Corone   als Deputy Baste
  Terry Loughlin   als DEA-Agent
  Nora Dunn   als Dr. Donovan
  James Murtaugh   als Dr. Frieland
  Peggy Sheffield   als Judy Anderson
 
Regie:  Carl Franklin  
Buch:  David Collard  
Musik:  Graeme Revell  
Kamera:  Theo van de Sande  
Produzent:  Neal H. Moritz  
  Jesse Beaton-Franklin  
 

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