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Palmetto - Dumme sterben nicht aus

Volker Schlöndorffs reizvolle Krimi-Hommage an die Schwarze Serie mit erotischen Frauen und verführten Männern.


Palmetto - Dumme sterben nicht aus

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Erhältlich seit:
11.07.2008

Originaltitel: Palmetto

Thriller

Deutschland/USA 1998
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 16

Woody Harrelson
Elisabeth Shue
Gina Gershon

Regie: Volker Schlöndorff
Warner Home Video Germany

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Palmetto - Dumme sterben nicht aus

Als Harry Barber nach zwei Jahren Knast in seine Heimatstadt Palmetto zurückkehrt, wird er dort von allen gemieden. Nur seine Ex-Freundin Nina und Bezirksstaatsanwalt John Renick halten zu ihm. Kurz nach seiner Ankunft trifft Harry in einer Bar die bildhübsche Rhea. Diese schlägt ihm vor, er solle zum Schein ihre Tochter entführen, damit sie Lösegeld von ihrem reichen, aber geizigen Mann erpressen könne. Für die stattliche Summe von 50.000 Dollar willigt Harry kurzentschlossen ein, nicht ahnend, daß Rhea ganz anderes im Schilde führt...

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel"), Experte für anspruchsvolle Literaturverfilmungen, begibt sich diesmal mit seiner Adaption von James Hadley Chases Roman "Dumme sterben nicht aus" in vergleichsweise seichtes Fahrwasser. Mit Hollywood-Stars wie Woody Harrelson ("Larry Flint"), Elizabeth Shue ("Leaving Las Vegas") und Gina Gershon ("Showgirls") exquisit besetzt, erinnert der mit viel schwarzem Humor durchsetzte Erotik-Thriller in seinen düsteren Momenten an die Klassiker des Film noir. Leicht verdauliche Genre-Kost mit Star-Potential, die sich Krimi-Fans gerne servieren lassen werden.

Palmetto - Dumme sterben nicht aus

"Immer Ärger mit Harry" lautet das Motto dieser James-Hadley-Chase-Adaption, mit der Volker Schlöndorff zugänglicher denn je und befreit von literarischem und politischem Ballast Kurs auf den internationalen Markt nimmt. Dabei tendieren die Abenteuer des mit überschaubaren Geistesgaben gesegneten Reporters und Ex-Häftlings Harry Barber gleichermaßen in Richtung Komödie und Hommage an Hollywoods Schwarze Serie.

Humorvolle Züge sind in den harten Kriminalgeschichten von Chase ebensowenig exotisch wie ihre Verfilmung durch europäische Regisseure. Chase schrieb seine in den USA angesiedelten Krimis aus der Distanz seiner britischen Heimat - vielleicht ein Grund, warum französische Regisseure wie Julien Duvivier ("Der Mann im Regenmantel", 1956) oder Henri Verneuil ("Im Rausch der Sinne", 1957) keine Berührungsängste mit diesen vermeintlich uramerikanischen Stoffen hatten. Schlöndorffs Affinität zur Vorlage begründet sich wohl in seinem schon lange gehegten Wunsch nach der Inszenierung eines Film noir wie auch in den oberflächlichen Parallelen, die sich zu seinem letzten Projekt "Der Unhold" ergeben. Wie dessen Protagonist hat auch Harry Barber (Woody Harrelson) Züge eines tumben Toren, der verführt wird - hier jedoch von materiellen und sexuellen Reizen. Zwei Jahre hat der Reporter unschuldig hinter Gittern verbracht, wodurch sein Glaube an den richtigen Lebenswandel verringert und sein erotischer Nachholbedarf vergrößert wurde. Als Rhea Malroux (Elisabeth Shue), die junge Frau eines todkranken Millionärs (unterfordert: Rolf Hoppe) mit 50.000 Dollar und laszivem Bodywork lockt, gibt Harry trotz glücklicher Beziehung zu Freundin Nina (Gina Gershon) beiden Versuchungen nach. Doch die vorgetäuschte Entführung von Malroux' Tochter (bad kid: Chloe Sevigny, zuletzt in "Trees Lounge" auf Männerfang) entwickelt sich vom vermeintlichen Kinder- zum Todesspiel. Ein klassisches, sich im schwülen Klima Floridas ausschwitzendes Noir-Szenario also, mit Shue in eher untypischer Rolle als Lust-Käfer mit Anleihen bei Norma Desmond ("Boulevard der Dämmerung"), und Gershon als ungewohnt bürgerliches Mädchen. Vergleichsweise konventionell besetzt ist dagegen Harrelson, dessen Desorientierung Schlöndorff mit Slapstick-Einlagen eher unnötig unterstreicht. Wie dieser Schläfer trotz gelegentlicher Wachphasen immer tiefer in die Katastrophe schlittert, ist vor allem in der ersten Hälfte unterhaltsam in Szene gesetzt, benötigt jedoch in der mit Plotwendungen spendablen zweiten Hälfte angesichts diverser Unglaubwürdigkeiten (auf Sevignys TV-Gerät läuft ironisch kommentierend OMC' Video "How Bizarre") vom Zuschauer erhöhte Toleranz. Dennoch ist dies Schlöndorffs leichtverdaulichster Film, der einmal nicht mit der Schwerkraft seiner Botschaft, sondern der Anziehungskraft seiner Stars lockt. kob.

Palmetto - Dumme sterben nicht aus

Eine fingierte Entführung einfädeln, das Lösegeld kassieren, davon 10 Prozent einstecken und das Leben genießen: Passt doch. Es hieß, der Plan würde wie am Schnürchen klappen. Doch dann läuft Harry Barber die Zeit davon. Woody Harrelson spielt den Herumtreiber Harry, der in Florida auf eine geheimnisvolle Blondine hereinfällt - aus dem Gauner wird schnell der Sündenbock, als der Kidnapping-Coup aus dem Ruder läuft. Geschickt steigert Regisseur Volker Schlöndorff (Die Blechtrommel, Die Geschichte der Dienerin) die Spannung, als Harry verzweifelt versucht, das undurchsichtige Komplott zu entwirren: Drei Frauen (Elisabeth Shue, Gina Gershon, Chloe Sevigny), falsche Identitäten, Leichen und eine Kette von Indizienführen ihn an einen Abgrund, von dem er nur noch sehr tief stürzen kann.

Quelle: Warner Home Video

US-Kinotrailer

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Woody Harrelson   als Harry Barber
  Elisabeth Shue   als Rhea Malroux
  Gina Gershon   als Nina
  Chloë Sevigny   als Odette Malroux
  Michael Rapaport   als Donnelly
  Rolf Hoppe   als Felix Malroux
  Tom Wright   als John Renick
  Chazz Palminteri  
  Heinz Hoenig  
 
Regie:  Volker Schlöndorff  
Buch:  E. Max Frye  
Musik:  Klaus Doldinger  
Kamera:  Thomas Kloss  
Produzent:  Matthias Wendlandt  
 

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