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Pans Labyrinth

Packender Fantasyfilm, in dem sich ein zwölfjähriges Mädchen vor der Brutalität des Franco-Regimes in eine verlockend schillernde Märchenwelt flüchtet.


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Erhältlich seit:
27.08.2007

Originaltitel: El Laberinto del Fauno

Drama/ Fantasy

Mexiko/Spanien/USA 2006
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 16

Sergi Lopez
Maribel Verdú
Ivana Baquero

Regie: Guillermo Del Toro
Universum Film

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Guillermo Del Toros oscarreifer Traumfilm über den Segen der Fantasie erobert die Welt.

Um der grausamen Realität zu entkommen, flüchtet sich Ofelia immer wieder in unheimliche Traumwelten (Foto: Senator) Großansicht

Um der grausamen Realität zu entkommen, flüchtet sich Ofelia immer wieder in unheimliche Traumwelten (Foto: Senator)

Nach Alfonso Cuaróns "Children of Men" und Alejandro González Inárritus "Babel" erreicht der vorerst letzte Beitrag der gefeierten mexikanischen Welle auch unsere Kinos. Es ist kein sanftes Auslaufen, sondern eine stürmische, gewalttätige Inbesitznahme, denn entziehen kann sich Del Toros meisterlichem Mix aus Dramatik und Poesie, Verzweiflung und Hoffnung niemand.

Märchen sind verschlüsselte Ratgeber für Kinder, die helfen sollen, die Werte der erwachsenen Welt verstehen zu lernen. Aber auch Eintrittskarten in ein Universum, in das sich die kindliche Seele zurückziehen kann, wenn sie sich bedroht fühlt. Beide Ebenen spricht Del Toro ("Hellboy") an, wenn sich seine Geschichte mit düster-grandiosen Bildern aus den Albträumen der Menschheit entfaltet.

Die kleine Ofelia ist von der düsteren, fremden Kreatur völlig gebannt (Foto: Senator) Großansicht

Die kleine Ofelia ist von der düsteren, fremden Kreatur völlig gebannt (Foto: Senator)

Es locken die Zauberwesen

Sie spielt in den Bergen Spaniens, wohin sich 1944 Partisanen zurückgezogen haben, die dem faschistischen Regime von General Franco die Stirn bieten. Captain Vidal (Sergi López), ein Erfüllungsgehilfe des Terrors, soll die Nester der Rebellen ausräuchern. Während er mit Brutalität zeigt, wie er den Widerstand brechen will, kämpft seine neue Familie um ihre Zukunft.

Carmen, die er vor kurzem geheiratet hat, ist hochschwanger und schwerkrank, deren Tochter Ofelia (Ivana Baquero) in Panik, dass sie vielleicht allein bei ihrem gefürchteten Stiefvater zurückbleiben wird. Als die Zwölfjährige von einer Elfe in ein steinernes Labyrinth gelockt wird, begegnet sie dem gehörnten Zauberwesen Pan, das sie in ein unglaubliches Geheimnis einweiht. Ofelia ist die Wiedergeburt der Prinzessin, die einst das unterirdische magische Reich ihrer Eltern verließ und es damit dem Verfall preisgab.

Sie allein kann diese Welt wiederbeleben und dorthin zurückkehren, wenn sie drei gefährliche Aufgaben erfüllt. Die erste führt in den Bau einer riesigen Kröte, die zweite in das Versteck eines Kinder mordenden Monsters, die dritte schließlich zu Ofelias größtem Opfer.

Solche fantasievolle Wesen sieht man nicht alle Tage (Foto: Senator) Großansicht

Solche fantasievolle Wesen sieht man nicht alle Tage (Foto: Senator)

Bildgewaltiger Gothic-Trip

Parallel zu diesen surrealen, fantastisch visualisierten Sequenzen, die dem Mädchen die Flucht vor ihren Ängsten ermöglichen, zeigt der Film die schockierenden Bilder aus der Wirklichkeit, in der die Partisanen und ihre Sympathisanten faschistischer Willkür ausgeliefert sind.

So grotesk und bedrohlich manche der Fabelwesen auch wirken - der Film lässt keinen Zweifel daran, dass Captain Vidal und das System, das er repräsentiert, die wahren Monster sind. Man braucht Intelligenz, um eine solche Geschichte zu erzählen und gute Nerven, um sie sich anzusehen. Aber wie die besten Märchen wird uns auch dieses nie wieder verlassen.

Pans Labyrinth

Nach "The Devil's Backbone" aus dem Jahr 2001 erzählt Guillermo Del Toro ("Hellboy") erneut eine fantastische Geschichte aus der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Klassische Märchenmotive prallen auf eine düstere Vision der Realität, die eine Zwölfjährige Zuflucht in einer Fantasiewelt suchen lassen.

Es ist ein gewagter Balanceakt, auf den sich Guillermo Del Toro da eingelassen hat: Gegensätzlichere Welten als ein verlockend gülden schillerndes Märchenuniversum, angefüllt mit wundersamen Wesen wie Faunen, Elfen, surrealen Monstern und unendlichen Möglichkeiten, und eine von Gewalt und Unterdrückung geprägte Realität, in der sich der spanische Faschismus in Gestalt einer omnipotenten Herrscherfigur manifestiert und seinen ganzen wahnwitzigen Schrecken unter der Bevölkerung verbreitet, kann man sich nicht vorstellen. Auf den ersten Blick. Denn die Kunst von "Pan's Labyrinth" ist eben nicht nur, dass man den unmittelbaren Zusammenprall der beiden Universen akzeptiert, sondern dass sie schlussendlich als nicht mehr voneinander trennbar erscheinen.

Del Toro arbeitet auf der Höhe seiner Kunst und erschafft mit Hilfe seines technischen Stabes eine Filmwelt, die nicht überzeugender sein könnte. Insofern verweist dieser mit Symbolen und Metaphern angereicherte Irrgarten einer Geschichte nicht nur auf die in der selben Ära angesiedelte Geistergeschichte "The Devil's Backbone", sondern auch auf Del Toros vorangegangenen Hollywood-Hit "Hellboy". Gleich in den ersten Szenen wird man auf das fantastische Element eingestimmt, wenn man von einem verwunschenen Königreich erfährt, in dem der König nach dem Tod seiner Tochter nicht ruhen will, bis die Prinzessin wieder zurückkehrt. Schnitt auf den zwölfjährigen Bücherwurm Ofelia im faschistischen Spanien Francos, die gerne in die Traumwelt ihrer Bücher eintaucht, um der bitteren Realität zu entfliehen: Ihre Mutter hat nach dem Tod des Vaters neu geheiratet, den Franco-General Vidal, der in den Wäldern nach Aufständischen jagt und sich als sadistischer Despot erweist, wie man als Zuschauer anhand einer ungemein rohen Szene erfährt, in der zwei unschuldige Kaninchenjäger von Vidal ermordet werden. Gleichzeitig stößt Ofelia in ihrem neuen Zuhause auf ein steinernes Labyrinth und macht Bekanntschaft mit einem Faun, der ihr offenbart, sie sei die verlorene Prinzessin eines unterirdischen Königreichs und müsse drei Aufgaben erfüllen, um dorthin zurückzukehren. Fortan springt der Film zwischen wundersamen Erlebnissen mit Riesenkröten und kinderfressenden Monstren und den verzweifelten Versuchen der Guerilla, Vidal Einhalt zu bieten.

Die kritischsten Momente hat "Pan's Labyrinth" in den Eingangsszenen, wenn er seine Welt ausbreitet. Ist sie erstmal etabliert, macht der gnadenlos zwingend konstruierte Film keinen Fehler mehr, was einerseits an Del Toros beachtlichen inszenatorischen Fertigkeiten und seiner visuellen Stärke liegt, andererseits aber auch an Darstellern wie Sergi Lopez, der mit seinem General Vidal einen der faszinierendsten Bösewichte der Filmgeschichte schafft, oder Maribel Verdu als Haushälterin, die ihre Messerkünste an Schweinen aller Art unter Beweis stellt. Wenn im Showdown schließlich E.T.A. Hoffmann, Luis Bunuel und George Romero in gleichen Maßen heraufbeschworen werden, ist klar, dass Guillermo Del Toro einen zeitlosen Meilenstein des Genres geschaffen hat: Aus diesem eng gesteckten Labyrinth findet man so schnell nicht mehr hinaus. ts.

Darsteller:  Sergi Lopez   als Vidal
  Maribel Verdú   als Mercedes
  Ivana Baquero   als Ofelia
  Doug Jones   als Pan/ Pale Man
  Álex Angulo   als Der Arzt
  Ariadna Gil   als Carmen
  Roger Casamajor   als Pedro
  Cesar Bea   als Serrano
  Federico Luppi   als Casares
  Manolo Solo   als Garces
 
Regie:  Guillermo Del Toro  
Buch:  Guillermo Del Toro  
Musik:  Javier Navarrete  
Kamera:  Guillermo Navarro  
Produzent:  Alfonso Cuarón  
  Bertha Navarro  
  Guillermo Del Toro  
  Frida Torresblanco  
 

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Sergi Lopez

Mit seinen offenen Gesichtszügen scheint der 1965 in Vilanova geborene Sergi Lopez die Freundlichkeit in Person, seinen bislang größten Erfolg...