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Leihvideo
Erhältlich seit:
16.03.2006
Deutschland/Niederlande/Israel/Frankreich 2005
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 12
Kais Nashef
Ali Suliman
Lubna Azabal
Regie: Hany Abu-Assad
Highlight Communications (Deutschland)

Er war einer der heiß diskutiertesten Filme der Berlinale und galt lange als Favorit, Hany Abu-Assads Blick auf palästinensische Selbstmordattentäter. Zwei junge Männer aus Nablus sollen sich in Tel Aviv in die Luft sprengen und möglichst viele Opfer mit in den Tod reißen. Als Belohnung winkt das "Paradise now". Doch die Operation läuft anders als geplant und beide stellen sich die Frage, wollen wir wirklich sterben oder unter diesen Umständen weiterleben. Eine Antwort gibt es nicht.
Die letzten 24 Stunden im Leben zweier Selbstmordattentäter, ein brisantes und aktuelles Sujet mit Gefahr der Ideologisierung. Die umgeht der in Holland lebende Palästinenser Hany Abu-Assad jedoch geschickt. Khaleb und Said sind ganz normale Männer, sie gucken Frauen hinterher, erledigen im Job nur das Nötigste und fahren mit den Autos in der Gegend herum, kommen aber nicht weit. Denn sie leben auf der Westbank, wo sie schnell in den Straßensperren des israelischen Militärs enden.
Als sie erfahren, dass sie erwählt sind, für "die Sache" zu sterben, verbringen sie die letzte Nacht bei der Familie. Am nächsten Morgen wäscht und rasiert man sie, steckt sie in schwarze Anzüge und weiße Hemden. Unter denen tragen sie mit Dynamit gefüllte Gürtel. Als der Versuch misslingt, nach Israel einzudringen, erhalten Leben und Tod eine neue Gewichtung.
"Paradise Now" erzählt nüchtern von einem inneren Konflikt und bemüht sich, Polemik niedrigzuhalten. So zweifelt Khaled an der Richtigkeit des Tuns, versucht eine junge Exil-Palästinenserin den jungen Männern den Wahnsinn auszureden, macht sich am Ende Said allein auf tödliche Mission, vielleicht aus Scham über seinen als Kollaborateur exekutierten Vater und um die Ehre der Familie wiederherzustellen.
Immer wieder bricht Abu-Assad die Dramatik mit slapstickartigen Szenen - wenn Khaled als aufrechter Kämpfer mit Kalaschnikoff und Palästinensertuch posiert und Politphrasen in das Abschiedsvideo plappert, den Text wiederholen muss, weil die Kamera nicht funktioniert, beim nächsten Mal die Gelegenheit nutzt, seiner Mutter zu sagen, wo sie Wasserfilter billig kaufen kann, die Techniker während der Tiraden gelangweilt ins Brot beißen oder ein Händler dem Helden in spe lapidar verkündet, die Videos von gedemütigten Kollaborateuren seien beliebter als die von stolzen Märtyrern.
Es gibt keine klare Teilung in Gut und Böse, sondern nur Menschen mit ihren Ängsten, ihrer Hoffnungslosigkeit und ihrer Unsicherheit darüber, was Gut und was Böse ist. Der Kreislauf der Gewalt scheint jedenfalls nicht zu stoppen, solange die israelische Besatzung anhält. Wenn Said nicht in einen Bus mit Frauen und Kindern steigt, um sein mörderisches Werk zu vollenden, sondern in einen Bus mit Soldaten, ist das nur ein sehr schwacher Trost. Ein engagierter Verleih sollte sich für diese niederländisch-deutsch-französische Koproduktion auch bei uns finden. mk.
| Darsteller: | Kais Nashef | als Said | |
|---|---|---|---|
| Ali Suliman | als Khaled | ||
| Lubna Azabal | als Suha | ||
| Amer Hlehel | als Jamal | ||
| Hiam Abbass | als Saids Mutter | ||
| Ashraf Barhom | als Abu-Karem | ||
| Mohammad Bustami | als Abu-Salim | ||
| Mohammad Kosa | |||
| Ahmad Fares | |||
| Olivier Meidinger | |||
| Regie: | Hany Abu-Assad | ||
| Buch: | Hany Abu-Assad | ||
| Bero Beyer | |||
| Kamera: | Antoine Héberlé | ||
| Produzent: | Hengameh Panahi | ||
| Amir Harel | |||
| Gerhard Meixner | |||
| Roman Paul | |||
Paradise Now in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Arabisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,40/16:9
Extras: Entfallene Szenen, Making of, Interviews, Behind the Scenes
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