
Bekannt wurde Demi Moores derzeitiges Arm-Accessoire Ashton Kutcher ("Voll verheiratet", "Ey Alter, wo is' mein Auto?") mit seiner Rolle in der Kultserie "Die Siebziger Show" als strohdoofer Schönling. Auch in seiner Filmkarriere blieb er diesem Stereotyp bislang strikt treu. Daran ändert sich jetzt auch nichts in der "Meine Braut, ihr Vater und ich" meets "Housesitter" inspirierten Bad-Taste-Farce "The Guest", in der "American Pie"-Partygirl Tara Reid als Titeltochter das Objekt seiner Begierde mimt.
Man könnte annehmen, es handle sich um nichts weiter als eine der zahllosen Bad-Taste-Komödien, wenn der Regisseur nicht gerade David Zucker wäre, der mit Klassikern wie "Airplane!" und den ersten beiden "Die nackte Kanone"-Filmen groß im Lachlotto gewonnen hatte. Waren bei den Vorgängern Witz und Einfallsreichtum groß geschrieben, ist "The Guest" jedoch kaum in einer vergleichbaren Liga. Kleinmädchenschwarm Kutcher spielt den naiv-schüchternen Verlagshausangestellten Tom Stansfield, der sich in die Tochter seines unausstehlich-diktatorischen Chefs Jack Taylor (Terence Stamp aus "The Limey" kann mehr) verliebt. Als sie ihn bittet, zu ihr nach Hause zu kommen, da sie zu einer Party gehen möchte, sagt er eifrig zu. Woraufhin er feststellen muss, dass er an ihrer Stelle das Haus ihres Vaters hüten soll. In der Luxusvilla darf nichts angefasst werden, und zudem soll er auf Jacks Eule O.J. (der ehemalige Footballer Simpson ist immer noch für einen Witz gut) aufpassen. Absolutes Chaos ist natürlich vorhersehbar vorprogrammiert, das zunehmend eskaliert, je mehr schräge Vögel auf den Plan treten. So erscheint die "Saturday Night Live"-Darstellerin Molly Shannon ("Superstar") als frisch gefeuerte Sekretärin, die ihren Job zurück fordert, ihr unausstehlicher Redneck-Freund und weitere ihrer partyfreudigen Bekannten, darunter Carmen Electra (ihre einzige Aufgabe ist es, ihre Brüste im nassen T-Shirt zur Schau zu stellen), Andy Richter ("Big Trouble") als Jacks drogendealender Sohn, und Michael Madsen ist oberpeinlich als krimineller Drogenkäufer, der im Tiefpunkt des Films ausgedehnt das Wohnzimmer vollpinkelt. Weitere "Heuler" sind eine junge Nachbarin, die mit ihrer blutenden Kopfwunde die Möbel versaut, und der Freund der Cheftochter, der sich als übergewichtiger afroamerikanischer Snob entpuppt und sich zu erhängen versucht.
Neben den gängigen Grossout-Elementen finden sich Anflüge von romantischer Komödie und selbst ein Schuss Krimifarce. Positiv sticht das glatte Produktionsdesign ins Auge, doch ansonsten ist dieser angestrengte "Spaß" dann doch nur von hartgesottenen Anhängern gängiger Unterhaltung zu genießen. ara.