DVD Kaufvideo

Pecker

Gutmütige Sozialsatire um einen Fotografen aus der Arbeiterklasse, der von der Kunstszene gefressen wird.


Pecker

Kaufvideo

Erhältlich seit:
06.04.2005

Satire

USA 1998
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 12

Edward Furlong
Christina Ricci
Mary Kay Place

Regie: John Waters
Concorde Home Entertainment

Bild 1 von 7

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Pecker

Der 18jährige Pecker fotografiert für sein Leben gern - Freunde, Familie, Passanten, alles was ihm in Baltimore so vor die Linse kommt. Geld verdient der naive Dilettant damit allerdings erst, als die überspannte Kunsthändlerin Rorey Wheeler sich für seine ungewöhnliche Technik interessiert. Sie stellt die Werke in ihrer Galerie aus und Pecker steigt über Nacht zum Star der New Yorker Kunst-Schickeria auf. Doch der Ruhm hat seine Schattenseiten - Pecker und seine Angehörigen werden als hinterwäldlerische Exoten herumgereicht...

Fünf Jahre nach "Serial Mom" karikiert US-Bürgerschreck John Waters erneut die übersättigte Wohlstandsgesellschaft: Auf seine unvergleichlich witzige, überdrehte Art prangert er skrupellose Bohemiens und ihre geifernde Gier nach Sensationen an. Die erstklassige Besetzung erhebt diese perfide Komödie in den Rang eines intelligenten Feel-Good-Movies: Edward Furlong ("American History X") brilliert in der Titelrolle, Christina Ricci ("Buffalo 66") spielt eine hysterische Waschsalon-Managerin und Lili Taylor ("Kopfgeld") die elegante Galeristin. Nicht nur eingefleischte Waters-Fans werden eifrig zugreifen.

Pecker

In einem Zeitalter in dem Schock-Chic geradezu zum guten Ton gehört und Cameron Diaz berüchtigte Haargel-Szene in "Verrückt nach Mary" Eingang in die Mainstream-Komödien-Annalen gefunden hat, wirken die neueren Filme John Waters, der in den siebziger Jahren mit seinen genüßlichen Zelebrationen des schlechten Geschmacks wie "Pink Flamingos" oder "Female Trouble" das Establishment wackelte, mittlerweile fast schon rührend antiquiert. Seine

gutmütige Sozialsatire "Pecker" um einen jungen Fotografen aus der Arbeiterklasse Baltimores, der zum gefeierten Star in prätentiösen Manhattaner Kunst-Kreisen aufsteigt, macht da keine Ausnahme.

Waters wartet mit einem buntem Panoptikum von exzentrischen Charakteren auf, denen er eine nostalgisch angehauchte sentimentale Verehrung entgegenbringt. Der Name des von Edward Furlong ("Terminator 2 - Tag der Abrechnung") porträtierten Titelcharakters bedeutet im englischen Slang Penis, beruht hier jedoch auf seiner Gewohnheit, am Essen wie ein Vogel herumzupicken. Das ist nur eine von vielen Doppeldeutigkeiten, die Waters unauffällig einzubauen weiß. Doch selbst wenn Ratten während den Opening-Credits in der Mülltonne kopulieren, wirkt es hier weniger wie eine zotige Anzüglichkeit, denn eine humorvolle und selbstverständliche Alltäglichkeit. Ähnlich sind die schwarzweiß-Bilder Peckers eine unschuldige Dokumentation seiner innerstädtischen Umgebung, denn bewußte Exploitation. Zu seinen beliebtesten Motiven zählen neben dem Rest der Welt (Kunst ist überall) vor allem seine

resolute Freundin Shelley (Christina Ricci), die in einem Waschsalon arbeitet, und seine schrille, doch sehr liebenswerte Familie. Die kleine Schwester ist zuckersüchtig, die große Schwester (Martha Plimpton) schmeißt einen Schwulenstripschuppen, die Oma vollbringt mit ihrer Marienstatue wahre (Bauchredner-)Wunder und die Mutter legt modisches Mitgefühl für Obdachlose an den Tag. Diese heile Welt bekommt Risse, als Pecker von der New Yorker

Kunsthändlerin Rorey (Lili Taylor) entdeckt und seine Arbeit in der Kunstszene als letzter Schrei gehandelt wird. Seine Modelle werden in der Presse als kulturell unterentwickelt bewertet und sind davon wenig angetan. Pecker ist schließlich gezwungen sich für Ruhm und Geld oder für Integrität, Freunde und Familie zu entscheiden.

Furlong liefert mit verschlafenem Blick und linkischem Charme einen sympathischen, wenn auch nicht sonderlich charismatischen Hauptdarsteller. Der Rest des Ensembles ist ebenfalls milde amüsant. Übermäßiges Publikumsinteresse wird dieser zahmen Parodie eines gängigen Hollywood-Plots versagt bleiben. ara.

Darsteller:  Edward Furlong   als Pecker
  Christina Ricci   als Shelley
  Mary Kay Place   als Joyce
  Martha Plimpton   als Tina
  Brendan Sexton III   als Matt
  Mark Joy   als Jimmy
  Mink Stole   als Bezirkshauptmann
  Lili Taylor   als Rorey
  Bess Armstrong   als Dr. Klompus
  Patricia Campbell Hearst   als Lynn Wentworth
  Jean Schertler   als Memama
  Lauren Hulsey   als kleine Chrissy
 
Regie:  John Waters  
Buch:  John Waters  
Musik:  Stewart Copeland  
Kamera:  Robert M. Stevens  
Produzent:  John Fiedler  
  Mark Tarlov  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Edward Furlong

Zornige Söhne, verstörte Brüder, junge Rebellen, unangepasste Außenseiter und introvertierte Charaktere bestimmen die Rollen von Edward...

 

Star

Christina Ricci

Kinderstar in Fantasy-Filmen, pummelige Kindfrau, Superbiest, das es faustdick hinter den Ohren hat, und Independent-Ikone mit Hang zu...