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Per Anhalter durch die Galaxis

Fantasievolle Verfilmung des skurrilen britischen Science-Fiction-Kultbuchs von Douglas Adams.


Per Anhalter durch die Galaxis

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.10.2005

Originaltitel: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

Science Fiction/ Komödie

USA/Großbritannien 2005
Laufzeit: 104 Min.
FSK: ab 6

Sam Rockwell
Mos Def
Zooey Deschanel

Regie: Garth Jennings
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Rund ein Vierteljahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung hat das komisch-philosophische Science-Fiction-Kultbuch von Douglas Adams endlich den Weg auf die Leinwand gefunden.

Gestern noch in England, heute im Bademantel: Arthur und Freunde, fürs All gerüstet (Foto: Buena Vista) Großansicht

Gestern noch in England, heute im Bademantel: Arthur und Freunde, fürs All gerüstet (Foto: Buena Vista)

Was haben ein Handtuch, ein pangalaktischer Donnergurgler und die Dichtkunst der Vogonen gemeinsam? Das weiß die Fangemeinde der 20 Millionen Leser weltweit auf Anhieb, und auch wenn Sie bisher nicht dazugehörten, können Sie jetzt mitreden über Douglas Adams' wunderbar witzige, herrlich absurde und irgendwie auch sehr philosophische Abhandlung über den Weltraum im Allgemeinen und das Trampen im Besonderen, die 1979 erstmals erschien und schnell zum Kultbuch avancierte.

Der Film hält sich ziemlich genau an die Vorlage, was wenig wundert, hat der vor vier Jahren verstorbene Adams doch selbst am Drehbuch mitgeschrieben.

Beeblebrox zeigt die Servierqualitäten seines dritten Arms (Foto: Buena Vista) Großansicht

Beeblebrox zeigt die Servierqualitäten seines dritten Arms (Foto: Buena Vista)

Auf zu neuen Welten

Die Geschichte von "Per Anhalter durch die Galaxis" beginnt auf der Erde, mit einer ganz schön fiesen Sache: Das schmucke Häuschen von Arthur Dent (Martin Freeman) soll einer Umgehungsstraße weichen. Das aber sind Peanuts im Vergleich zu dem, was in zwölf Minuten passieren wird - denn dann wird es den gesamten Erdball nicht mehr geben, vaporisiert, ausgelöscht, vernichtet zugunsten einer schnöden Schnellstraße durch die Galaxis.

Nur gut, dass sich Arthurs bester Kumpel Ford Prefect (Rapper Mos Def) als Außerirdischer entpuppt und ihn in allerletzter Sekunde mit ins All nimmt - per Anhalter auf dem nächstbesten Raumschiff.

Blech bestaunt Fleisch (Foto: Buena Vista) Großansicht

Blech bestaunt Fleisch (Foto: Buena Vista)

Erste Hilfe: Erdnüsse

Und schon sind wir mittendrin in einem durchgeknallten Space Adventure, bei dem es unter anderem eine Sache zu beachten gibt: Der Konsum von Bier und Erdnüssen hilft gegen Nebenwirkungen von Weltraumflügen.

Viel Spaß mit dem doppelköpfigen galaktischen Präsidenten Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell), dem ultimativ depressiven Androiden Marvin und natürlich jeder Menge wichtiger Infos aus dem Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis"!

Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams' Fangemeinde hält schon die Daumen hoch und Handtücher bereit - in gespannter Erwartung dieser Adaption des millionenfach verkauften Science-Fiction-Kultbuchs des 2001 verstorbenen Schriftstellers. Aber auch, wer Slartibartfast von Babelfish nicht unterscheiden kann, kann sich vertrauensvoll in die Hände von Regisseur und Garth Jennings begeben, der als versierter Reiseleiter den Zuschauer gemeinsam mit Arthur Dent, dem Antihelden im Bademantel, nach Vernichtung des Planeten Erde ganz im Adamsschen Sinne durch die Galaxis führt.

Ursprünglich sollte Ivan Reitman auf dem Regiestuhl Platz nehmen, dann war Jay Roach im Gespräch, dann Spike Jonze. Am Ende fiel Disneys Wahl auf einen Newcomer - den gebürtigen Engländer Garth Jennings, der bei Werbe- und Musik-Clips (u. a. Blurs "Coffee and TV"-Video) bewiesen hat, dass er Spike Jonze näher steht als McG und niemals ohne britischen Humor an die Arbeit geht. Dieser Humor harmoniert hervorragend mit der bestechenden Unlogik der Vorlage, deren Charme vor allem darin besteht, jede Form von Sinn auszuhebeln und die bestehende Ordnung als folgenschweren Irrtum zu entlarven - Verwandtschaft mit anderen britischen Urgesteinen wie den Monty Pythons nicht ausgeschlossen.

Neben Hollywoods Sam Rockwell und Zooey Deschanel scharen sich um Jennings deshalb vor allem britische Kollegen wie Alan Rickman und Bill Nighy - und last but not least ging die Hauptrolle des ganz gewöhnlichen Erdmännchens Arthur Dent an Martin Freeman, bekannt aus der BBC-Serie "The Office", der zu Beginn in britischer Verzweiflung zu verhindern versucht, dass sein Haus für eine Umgehungsstraße von Bulldozern platt gemacht wird und sich schließlich in den Pub um die Ecke rettet. Dort eröffnet ihm sein bester Freund Ford Prefect (Rapper Mos Def - der mutigste und gelungenste Besetzungscoup des Films), dass er ein Außerirdischer ist, bestellt erst mal sechs letzte Pints, bevor der gesamte Planet Erde drei Minuten später gesprengt wird und er sich und Dent - per Anhalter mit einem Raumschiff - ins Weltall rettet.

Bei ihrer anschließenden Odyssee durch unendliche Weiten hält sich Jennings so getreu wie möglich an die Vorlage. Zwischendurch lässt er den "Hitchhiker's Guide", das unerlässliche Handbuch, immer wieder als 2-D-Animation aufpoppen und von Stephen Fry vorlesen, um sich die wundersamen Phänomene des Hyperraums erklären zu lassen. Die Reisenden finden sich schon bald an Bord des Raumschiffs "Herz aus Gold" wieder, dem fliegenden Teekessel des überkandidelten galaktischen Präsidenten Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell angemessen hyperaktiv), der von dem paranoiden Androiden Marvin (gesprochen von Alan Rickman, der mit dem chronisch depressiven Roboter für die meisten Lacher sorgt) und Zooey Deschanels temperamentvoller Trillian unterstützt wird. Bei der detailgenauen Gestaltung des außerirdischen Universums vertraut der Film nicht auf ausschließlich gepixelte CGI-Welten, sondern lässt mit Lo-Fi-Charme stets Adams' philosophische Ader durchscheinen: Bei einem Running-Gag um den "Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive" des Raumschiffs verwandelt sich beispielsweise die gesamte Belegschaft in Strickfiguren. Die schrulligen Vogonen, die Sprengung der Erde und die atemberaubende Planetenfabrik sind schlicht beeindruckend.

"Per Anhalter durch die Galaxis" ist ohne Zweifel einer der komischsten Film des Jahres. Dass das Tempo ein oder zweimal ein wenig hängt, ist verzeihlich, und selbst wenn bisweilen "Das fünfte Element" oder "Brazil" grüßen lassen, ist der liebevoll adaptierte Stoff sowohl visuell als auch in philosophischer Hinsicht absolut originär und beschäftigt sich neben Nonsens durchaus auch mit tieferen Fragen - ungefähr so, als hätte man "I Heart Huckabees" mit 100-Mio.-Dollar-Budget als Science-Fiction-Extravaganz neu verfilmt.

Puristen mögen über die wenigen dramaturgisch notwendigen Veränderungen zur Vorlage vielleicht murren - hier wurde eine Romanze ergänzt, da ein neuer Charakter (John Malkovichs Space-Prophet Humma Kavala). Aber dafür können die Fans auch Freunde und Verwandte mit ins Kino nehmen, die das Buch nicht gelesen haben und zweifelsohne großen Spaß haben werden - auch wenn sie vorher keine Ahnung von der Bedeutung von Handtüchern hatten, was ein Wal und ein Blumentopf gemein haben und warum man sich für Fisch bedankt. deg.

Darsteller:  Sam Rockwell   als Zaphod Beeblebrox
  Mos Def   als Ford Prefect
  Zooey Deschanel   als Trillian
  Martin Freeman   als Arthur Dent
  Bill Nighy   als Slartibartfast
  Warwick Davis   als Marvin
  Anna Chancellor   als Questular Rontok
  John Malkovich   als Humma Kavula
  Dominique Jackson   als Fook
  Jack Stanley   als Lunkwill
  Albie Woodington   als Barkeeper
 
Regie:  Garth Jennings  
Buch:  Karey Kirkpatrick  
  Douglas Adams  
Musik:  Joby Talbot  
Kamera:  Igor Jadue-Lillo  
Produzent:  Roger Birnbaum  
  Gary Barber  
  Jonathan Glickman  
  Jay Roach  
  Nick Goldsmith  

"Wir kamen einfach nur zur richtigen Zeit"

Es hat 27 Jahre gedauert, bis aus dem Kultbuch der Kinofilm "Per Anhalter durch die Galaxis" entstand. Regisseur Garth Jennings und Produktionspartner Nick Goldsmith können sich bereits jetzt über gute Einspielergebnisse in den amerikanischen und britischen Kinos freuen.

Regisseur Garth Jennings und Produzent Nick Goldsmith am Set (Foto: Buena Vista) Großansicht

Regisseur Garth Jennings und Produzent Nick Goldsmith am Set (Foto: Buena Vista)

» Bei "Per Anhalter durch die Galaxis" fühlt man sich an Monty Python erinnert.

GARTH JENNINGS:

Das liegt auf der Hand. Ich weiß, dass Douglas Adams ein großer Python-Fan war. Er wollte John Cleese werden, wenn er groß ist.

» Sie beginnen den Film mit der Musicalnummer "So long and thanks for all the fish", in der sich die Delfine von der Erde verabschieden. Wie sind Sie auf diese Lösung gekommen?

JENNINGS: Nun, wir mussten uns in irgendeiner Form gegen die zu großen Erwartungen wappnen. Wir wollten mit etwas anfangen, das den Fans bekannt vorkommt, aber auch klar macht, in welchem Tonfall wir die Geschichte erzählen wollen.

Der Film "Per Anhalter durch die Galaxis" soll weniger eine buchstäbliche Leinwandübersetzung, sondern eher ein Feiern des Stoffs sein. In dieser Richtung war Douglas Adams auch selbst unterwegs, bevor er verstarb, was durchaus auch in der Tradition der in sich widersprüchlichen Fassungen von "Per Anhalter durch die Galaxis" steht. Die Radioversion war anders als die Buchversion, und die Fernsehserie war wieder anders.

Mit Handtuch, Roboterarm und Zitronenpresse bestens gerüstet: Fort, Arthur und Zaphod (Foto: Buena Vista) Großansicht

Mit Handtuch, Roboterarm und Zitronenpresse bestens gerüstet: Fort, Arthur und Zaphod (Foto: Buena Vista)

» Ihre Firma Hammer and Tongs ist eine der erfolgreichsten Clip- und Spot-Schmieden der Welt. Gab es schon lange den Plan für einen Ausflug ins Kino?

NICK GOLDSMITH:

Schon, aber nicht mit "Per Anhalter durch die Galaxis". Wir hatten zwei Jahre an unserem eigenen Drehbuch gearbeitet und standen eigentlich schon kurz vor den Dreharbeiten, als wir diesen Anruf erhielten, ob wir Interesse hätten, Adams' Kultbuch zu verfilmen.

Und zunächst haben wir "Nein!" gesagt. Wir antworteten, wir würden an unserem eigenen Film arbeiten, und dachten uns, dass das ja wohl nichts sein könnte, da das Angebot aus Hollywood kam. Als ich dann das Drehbuch las, musste ich allerdings feststellen, dass sie es nicht versaut hatten.

JENNINGS: Wir hatten befürchtet, dass Arthur Dent als Rambo herumläuft. Aber es war eine gute Umsetzung. Das Eigene und Besondere von Adams' Grundlage war noch zu erkennen und trotzdem wurden die richtigen Schritte unternommen, damit das Ganze als Film funktioniert. Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, die man sich nicht durch die Lappen gehen lassen darf.

Trillian im Zwiegespräch mit dem depressiven Roboter Marvin (Foto: Buena Vista) Großansicht

Trillian im Zwiegespräch mit dem depressiven Roboter Marvin (Foto: Buena Vista)

» Und warum hat sich Hollywood auf Hammer and Tongs eingelassen?

GOLDSMITH: Einer der Gründe ist, dass wir nach Hollywood-Maßstäben billig waren. Der Film hätte immer zu viel gekostet. Das Tolle daran war, dass wir uns jedes Mal einen kreativen Ausweg einfallen lassen mussten, wenn wir eine Budgethürde zu nehmen hatten.

So haben wir beispielsweise mehr als einmal nicht das Ereignis selbst gezeigt, sondern die Auswirkungen. Anstatt also zu zeigen, wie ein Raumschiff auf einem Planeten einschlägt, zeigen wir, wie eine kleine Krabbe, die auf diesem Planeten herumläuft, diesen Einschlag wahrnimmt. In 90 Prozent aller Fälle, in denen wir uns irgendetwas nicht leisten konnten, haben wir unserer Ansicht nach etwas Besseres gefunden.

JENNINGS: Es schien, je einfallsreicher wir sein mussten, desto besser wurde der Film. Natürlich musste er mit den Anforderungen an moderne Kinofilme mithalten, aber eben mit dem Erfindungsreichtum, den man auch in den Werken von Douglas Adams findet.

Garth Jennings und Nick Goldsmith unterwegs am Drehort (Foto: Buena Vista) Großansicht

Garth Jennings und Nick Goldsmith unterwegs am Drehort (Foto: Buena Vista)

» Die Finanzierungsprobleme allein sind aber keine Erklärung dafür, warum es so lange gedauert hat, "Per Anhalter durch die Galaxis" fürs Kino umzusetzen.

GOLDSMITH: Ich glaube, das Schwierigste war immer das Drehbuch. Als wir das Drehbuch in die Hände bekommen haben, war es schon ziemlich gut. Garth hat eine gute Analogie dafür parat. Es ist wie bei einem Marmeladenglas, das keiner aufzukriegen scheint, bis es sich dann auf einmal doch wie von selbst öffnen lässt. Der Letzte profitiert dann von den Anstrengungen der anderen. Wir kamen einfach nur zur richtigen Zeit.

JENNINGS: Genau. Wir haben das Marmeladenglas aufbekommen.

 

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