DVD (Special Edition) Kaufvideo

Perdita Durango

Pulp-Movie nach dem Kultroman von Barry Gifford, das Liebesgeschichte mit Thriller, Roadmovie und Santeria mixt.


Perdita Durango (Special Edition)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
27.11.2008

Action/ Thriller

Spanien/Mexiko 1997
FSK: k.J. (keine Jugendfreigabe)

Rosie Perez
Javier Bardem
Harley Cross

Regie: Álex de la Iglesia
M.I.B. - Medienvertrieb in Buchholz

Bild 1 von 3

Filmbewertung


(1 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Perdita Durango (Special Edition)

An der mexikanischen Grenze zu Texas lernen sich die entwurzelte Chicanoblüte Perdita Durango und der mexikanische Magier Romero Dolorosa kennen und lieben. Der illegale Transport einer LKW-Ladung tiefgefrorener Baby-Embryos für die Organmafia soll Geld, die Entführung eines jungen Pärchens für Voodoo-Opferzeremonien Spaß bringen. Ein paar alte Freunde von Romero und das FBI sorgen dafür, daß alles ganz anders kommt.

Spaniens junger Wilder Alex De La Iglesia ("Aktion Mutante") serviert mit dem bislang höchsten Budget seiner jungen Karrire eine Adaption des "Wild at Heart"-Autoren Barry Gifford. Wie bei Lynch beherrschen auch bei De La Iglesia Sex und Gewalt die prachtstrahlenden Bilder, doch relativiert die lakonische Situationskomik des Spaniers jeden noch so drastischen Tabubruch. Rosie Perez ist die Titelrolle auf den Leib geschneidert, sie sollte nichts anderes mehr machen.

Perdita Durango (Special Edition)

Sam Peckinpah wäre zufrieden mit seinem Bruder im Geiste: In seinem dritten und bislang ambitioniertesten Film mixt der spanische Kultregisseur Alex de la Iglesia ("Aktion Mutante") im gesetzlosen Grenzland zwischen Amerika und Mexiko einen hochexplosiven Sex-and-Crime-Molotovcocktail über ein teuflisches Outlaw-Pärchen, das wahrhaft "wild at heart" ist: Tabus oder Kompromisse kennen weder die Helden der staubtrockenen und zu exzessiv-grotesker Gewalt neigenden Wüstenballade, noch ihr Regisseur: Der setzt die durchgeknallte Romanvorlage von Barry Gifford konsequent und schnörkellos um, nur die urgewaltige Durchschlagskraft seines animalischen Stars Javier Bardem ("Live Flesh") vermißt man bei der Inszenierung des mythisch übersteigerten Höllentrips bisweilen.

Es ist nicht der erste Filmauftritt der ehemaligen Hure Perdita Durango: David Lynch ließ sie in seiner Gifford-Verfilmung "Wild at Heart" in Gestalt von Isabella Rossellini zweimal mit wasserstoffblonden Haaren über die Leinwand huschen. Nun steht sie im Mittelpunkt eines nicht minder apokalyptischen Dramas: Wie einst Lynchs Lovers on the Run Sailor und Lula, so befindet sich Perdita hier mit einem Seelenverwandten, dem Bandido, Santeria-Priester und Grabräuber Romeo Dolorosa, auf dem Blut, Schweiß und Tränen getränkten Highways to Hell, verfolgt von Mafiosi, Cops und der Erinnerung an die eigene Vergangenheit. Damit enden aber auch schon die Parallelen zu Lynch, denn de la Iglesias verwaschene Breitwandbilder haben ihren geistigen Ursprung eher in den Hardboiled-Grenzfilmen eines Sam Peckinpah, nämlich "The Wild Bunch", "Getaway" und vor allem dem unterschätzten, im alkohol- und drogenbedingten Fieberrausch entstandenen Midnight-Movie "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia". Für Rosie Perez' hinreißende Raubkatze Perdita (die perfekte Gespielin für das Urvieh Bardem) stand die männermordende Russ-Meyer-Amazone Tura Satana aus "Faster! Pussycat! Kill, Kill, Kill!" (bis heute unerreicht: der deutsche Titel "Die Satansweiber von Tittfield") Pate, und wenn sie mit ihrem Lover Romeo nach blutigen Voodoo-Ritualen und der lustbetonten Ent- und Verführung zweier unschuldiger Blondschopf-Teenies aufbricht, um eine LKW-Ladung mit kryogenisch eingefrorenen Embryos in Las Vegas abzuliefern, dann ist tatsächlich ähnlich die Hölle los wie in der Blütezeit des rauschartigen Biker- und Outlaw-Films, der das vogelfreie Leben auf der Überholspur als Gegenentwurf zum spießigen Plastikleben in Suburbia feierte. Wie Gifford in seinen delirierenden Romanen überfrachtet auch de la Iglesia seine Klapperschlangen-Version von "Bonnie & Clyde" mit zahllosen Elementen quer durch die Mythen-, Religions- und Popwelt, so daß man sich als Zuschauer in diesem knochenharten Gegenentwurf zu den albernen Texmex-Comic-Klischees von "Desperado" durch ein atmosphärisch dichtes, Cerveza-getränktes Dschungel-Gestrüpp der Amoral kämpfen muß, bis sich Romeos Schicksal im Showdown schließlich erfüllt. Das ist immer faszinierend, auch wenn auf de la Iglesias Schnellstraße doch immer wieder im Leerlauf gefahren wird. ts.

Darsteller:  Rosie Perez   als Perdita Durango
  Javier Bardem   als Romeo Dolorosa
  Harley Cross   als Duane
  Aimee Graham   als Estelle
  James Gandolfini   als Dumas
  Screamin' Jay Hawkins   als Adolfo
  Carlos Bardem  
  Santiago Segura  
  Don Stroud  
  Alex Cox  
 
Regie:  Álex de la Iglesia  
Buch:  Barry Gifford  
  Jorge Guerricaecheverría  
  David Trueba  
  Álex de la Iglesia  
Musik:  Simon Boswell  
Kamera:  Flavio Martínez Labiano  
Produzent:  Andrés Vicente Gómez  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Javier Bardem

Entdeckt wurde der "macho iberico" Javier Bardem von Spaniens Erotikregisseur Bigas Luna, der den stämmigen Mimen mit dem kantigen Kinn und...

 

Star

James Gandolfini

Mit seinem Charakterkopf gehört der bullige, untersetzte, früh mit großen Geheimratsecken im schütteren Haar gesegnete James Gandolfini...