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Persepolis

Zeichentrickverfilmung der Autobiographie einer jungen Iranerin, die als Rebellin unter den Mullahs aufwächst.


Persepolis

Leihvideo

Erhältlich seit:
15.05.2008

Drama/ Zeichentrick

Frankreich/USA 2007
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 12

Regie: Marjane Satrapi, ...
Universal Pictures Germany

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Kraftvolle Zeichentrickverfilmung der Lebensgeschichte einer jungen Iranerin, die als Rebellin unter den fundamentalistischen Mullahs aufwächst.

Marjane lässt sich nicht unterkriegen (Foto: Prokino) Großansicht

Marjane lässt sich nicht unterkriegen (Foto: Prokino)

Wie so viele Mädchen in ihrem Alter hat auch Marjane vor allem zwei Dinge im Kopf: ihre Lieblingsmusik - Punk, ABBA, Iron Maiden - und natürlich vor allem Jungs. Doch während europäische Girls damit bestenfalls gegen ihre spießigen Eltern rebellieren, hat sich Marjane ganz andere Gegner ausgesucht: fundamentalistische Mullahs, die in ihrer Heimat Iran die Bevölkerung terrorisieren, seit sie den Schah aus dem Land gejagt haben.

Unterdrückung und Gewalt sind an der Tagesordnung, doch Marjane lässt sich nicht einschüchtern. Ihre Eltern sind allerdings weniger mutig. Aus Sorge um das Wohlbefinden ihrer rebellischen Tochter schicken sie Marjane im Alter von 14 Jahren auf eine Schule in Österreich. Dort wird die junge Iranerin natürlich nicht gerade mit offenen Armen empfangen. So kehrt Marjane trotz der Gefahren schließlich in den Iran zurück, heiratet dort und gründet eine Familie. Erst mit 24 erkennt sie endgültig, dass sie nicht in dem Land leben kann, das sie liebt - und flieht nach Frankreich.

In der Schule herrscht Zucht und Ordnung (Foto: Prokino) Großansicht

In der Schule herrscht Zucht und Ordnung (Foto: Prokino)

Aufgeben gilt nicht!

Nach der inspirierenden Autobiografie von Marjane Satrapi realisierte Vincent Paronnaud mithilfe von Satrapi diesen Aufsehen erregenden Zeichentrickfilm, der angesichts der aktuellen politischen Lage kaum brisanter sein könnte.

Doch vor allem ist hier ein inspirierender und lebensbejahender Film gelungen, der durch leisen Humor besticht und der mit seinem ausdrucksstarken Zeichenstil auch optisch große Kunst bietet. Stars wie Jasmin Tabatabai, Nadja Tiller und Hanns Zischler leihen der deutschen Fassung ihre Stimmen.

Persepolis

Poetisch-realistischer Rückblick der Künstlerin Marjane Satrapi auf ihre Kindheit und Jugend im Iran als ambitionierten Schwarz-Weiß-Comic, ausgezeichnet mit dem Preis der Jury in Cannes.

Vergessen wir Fernsehberichte über eifernde Mullahs, die Atombomben bauen wollen und dem Rest der Welt auf der Nase herumtanzen. Viel mehr über den Iran erfährt man in diesem außergewöhnlichen Animationsfilm, der die die turbulenten Jahre der islamischen Revolution und den Krieg mit dem Irak nachzeichnet, eine menschenverachtende Politik, die im Namen Gottes bis heute jegliche bürgerliche Freiheit niederwalzt. Marjane Satrapi, erfolgreich mit ihren "Persepolis"-Comic-Romanen auf dem Buchmarkt, schlüsselt ihre Vergangenheit nun auf der Leinwand auf und lehnt sich im ambitionierten schwarz-weißen Zeichenstil von Vincent Paronnaud eng an die erfolgreichen Kult-Comic-Romane an.

Als Achtjährige erlebt die kleine Marjane wie ihre Familie, die gegen den Schah und für die Revolution kämpfte, von den neuen Machthabern unterdrückt wird. Der Onkel überlebte als Schah-Gegner das Gefängnis und wird vom neuen Regime exekutiert, wie so viele, die sich nicht der Diktatur unterwerfen. Die Frauen müssen Kopftuch tragen, Revolutionswächter bespitzeln die Bevölkerung, willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung, eine absurde Bigotterie regiert. Marjane leistet Widerstand auf ihre Weise, trägt ein T-Shirt mit dem Spruch "Punk is not dead" und lauscht verzückt "Abba". Die Eltern schicken die pubertierende Revoluzzerin nach Wien, wo sie bald in einem katholischen Internat landet, in verschiedene Subkulturen eintaucht und den ersten Liebeskummer durchmacht. Enttäuscht kehrt sie heim - nach Depression und Flucht in die Ehe findet sie später in Paris eine neue Heimat.

Die innere und äußere Reise des Mädchens und der jungen Frau ist ein von Subtilität und Humor geprägter Blick auf ein einst kulturell reiches Land und Menschen, die versuchen, in privaten Nischen ein heimliches Glück zu erhaschen, ein Hohelied auf die Familie als Hort der Geborgenheit in schlimmsten Zeiten. Der Animationsfilm, geschnitten wie ein Realfilm, erzählt nicht nur von entscheidenden Momenten, sondern auch von kleinen Details aus dem Alltag, von Terror, Exil, subversivem Widerstand und Lebensmut - ein spannender Bilderbogen, manchmal mit heiteren Traumsequenzen durchsetzt, wenn Marjane einen heftigen Wortwechsel mit Gott und Marx wagt. Der Film urteilt nicht, überlässt es dem Zuschauer, Konsequenzen zu ziehen und die persönliche Geschichte in den politischen Kontext zu setzen, verbindet kongenial Traurigkeit und Leichtigkeit, Lebensfreude und Emotion. Aus Angst vor den Mullahs nahm das Bangkok-Filmfestival den Film aus dem Programm. Für das Filmfest Hamburg zählt "Persepolis" unbestritten zu den Höhepunkten. mk.

Sprecher:  Chiara Mastroianni   als Marjane
  Danielle Darrieux   als Mamie, Marjanes Großmutter
  François Jerosme   als Anouche, Marjanes Onkel
  Catherine Deneuve   als Taji, Marjanes Mutter
  Simon Abkarian   als Ebi, Marjanes Vater
 
Regie:  Marjane Satrapi  
  Vincent Paronnaud  
Buch:  Marjane Satrapi  
  Vincent Paronnaud  
Musik:  Olivier Bernet  
Produzent:  Xavier Rigault  
  Marc-Antoine Robert  
 

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