DVD Leihvideo

Poll

Episches Drama in imposanten Kinobildern, das ausgehend von der Jugend der Schriftstellerin Oda Schäfer Coming-of-Age-Drama und Historiengemälde kombiniert. Subtil, drastisch und manchmal grotesk.


Poll

Leihvideo

Erhältlich seit:
21.10.2011

Drama

Deutschland/Österreich/Estland 2010
Laufzeit: 133 Min.
FSK: ab 12

Paula Beer
Edgar Selge
Tambet Tuisk

Regie: Chris Kraus
good!movies

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Poll

Die junge Deutsche Oda kommt zu ihrem Vater auf sein abgelegenes, ins Meer auf Stelzen gebautes Gut an der estnischen Küste. Sie teilt mit ihm das morbide Interesse für Anatomie. Die blutige Jagd der zaristischen Armee auf estnische Anarchisten wird direkt vor ihrer Haustüre ausgetragen. Als Oda einen verletzten Anarchisten entdeckt, lässt er sich widerwillig von ihr helfen und auf dem Dachstuhl verstecken. Allmählich freunden sich die beiden an.

In imposanten Kinobildern erzählt Chris Kraus ("Vier Minuten") eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte - eingebettet in ein opulentes Historiengemälde. Die Inspiration dazu lieferte ihm die Jugend der Schriftstellerin Oda Schäfer. Seine Erzählweise changiert zwischen subtil, drastisch, grotesk und morbid. Edgar Selge ist in einer seiner wenigen Kinoauftritte zu bewundern. Die Hauptrollen spielen jedoch die Nachwuchsdarsteller Paula Beer und Tambet Tuisk.

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In imposanten Bildern, wie man sie im deutschen Kino viel zu selten zu sehen bekommt, erzählt Chris Kraus eine ungewöhnliche Coming-of-Age- und Freundschafts-Geschichte - eingebettet in ein opulentes Historiengemälde im Vorfeld des Ersten Weltkriegs.

Die Inspiration dazu lieferte dem für "Vier Minuten" vielfach prämierten Regisseur und Drehbuchautor eine Verwandte. Die spätere Schriftstellerin Oda Schäfer hat einen Teil ihrer Jugend auf dem titelgebenden, estnischen Gut Poll verbracht, wo im Sommer 1914 quasi vor der Türe zaristische Truppen estnische Anarchisten jagen. Im Film stattet Oda (gespielt von Neuentdeckung Paula Beer) ihrem dort lebenden Vater (Edgar Selge in einem seiner zu seltenen Kinoauftritte) einen Besuch ab. Mit ihm teilt sie das Interesse für Anatomie. Über seinem Labor auf dem Dachstuhl versteckt sie einen verletzten estnischen Freiheitskämpfer (noch ein neues Gesicht: Tambet Tuisk) und setzt damit ihr Leben und das ihrer Familie aufs Spiel. Seine Mitstreiter wurden von den in der Nähe stationierten Kosaken getötet und deren Gehirne von ihrem Vater konserviert. Das frühreife, kecke und kluge Mädel und der Kämpfer, der sich Schnaps nennt, freunden sich an, lernen voneinander, lachen auch miteinander. Währenddessen läuft das großbürgerliche Leben mit Dinner- und Picknickgesellschaften weiter, hat des Vaters neue Frau (Jeannette Hain) eine Affäre mit dem Gutsverwalter (Richy Müller). Alles steuert unweigerlich auf eine Tragödie zu.

Das auf Stelzen ins Meer gebaute, verwitterte, hochherrschaftliche Holz-Gebäude ist nicht nur perfektes Symbol für den bevorstehenden Krieg , sondern auch ein Beispiel für das eindrucksvolle Produktionsdesign und ebensolche Kameraarbeit . Die Kamera von Daniela Knapp fängt die nordischen Lichtstimmungen ein, das Licht-und Schattenspiel, wenn eine Gruppe berittener Kosaken durch die Wälder galoppiert. Solche herausragenden Bilder sieht man nur ganz selten im deutschen Kino. Während bei den Landschaften Blau, Grau, Grün dominieren, sind es wärmere Farbtöne bei den auch räumlich begrenzten Bilder der Intimität zwischen den zwei jungen Protagonisten auf dem Dachstuhl. Die Darsteller (jung und alt) passen perfekt in ihre Rollen und sehen auch so aus, als hätten sie vor 100 Jahren gelebt. Der klassische Score betont das Epische, auch Symbolhafte der Bilder, setzt auf Pathos, während der Ton der Erzählung zwischen subtil und zart und drastisch, bisweilen auch grotesk und morbid changiert. Eine Mischung, die fasziniert und polarisiert. hai.

Darsteller:  Paula Beer   als Oda von Siering
  Edgar Selge   als Ebbo von Siering
  Tambet Tuisk   als Schnaps
  Jeanette Hain   als Milla von Siering
  Richy Müller   als Mechmershausen
  Enno Trebs   als Paul von Siering
  Jewgenij Sitochin   als Hauptmann Karpow
  Susi Stach   als Gudrun Koskull
  Erwin Steinhauer   als Professor Plötz
  Michael Kreihsl   als Professor Hasenreich
  Gudrun Ritter   als Oda Schaefer
  Uma Fritze   als Gigola
  Paula Fritze   als Karin
  Valentina Väli   als Lisbeth
  Dennis Mojen   als Meelis
  Juhannes Kask   als Apa Kügelgen
  Indrek Kalda   als Pastor Koskull
  Jüri Saamel   als Kutscher
  Nikolai Bentsler   als Georgier
 
Regie:  Chris Kraus  
Buch:  Chris Kraus  
Musik:  Annette Focks  
Kamera:  Daniela Knapp  
Produzent:  Alexandra Kordes  
  Meike Kordes  
 

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