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Leihvideo
Erhältlich seit:
04.05.2006
Deutschland 2004
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12
Susanne Bormann
Matthias Schweighöfer
Ulrich Noethen
Regie: Tomy Wigand
EuroVideo Bildprogramm

Mit britischen Vorbildern wie "Bube, Dame, König, Gras" oder "Twin Town" ist Tomy Wigands durchgeknallte, sympathische Gaunerklamotte "Polly Blue Eyes" um eine komplette kleinkriminelle Familie ein bemerkenswert mutiger Vertreter deutschen Kinos.
Schon mit "Fußball ist unser Leben" zeigte sich Wigand sowohl thematisch als auch mit seiner schwarzhumorigen, lokalkolorierten und sozialkritischen Sicht auf einheimisches Arbeiterklassemilieu den britischen Kollegen verwandt. Bei der Inszenierung seiner schrägen Figuren aus "Polly Blue Eyes" scheint sein Blick noch mehr auf die benachbarte Insel als auf einheimische Gegebenheiten gewandert zu sein. Kriterien der Glaubwürdigkeit sollte der Zuschauer so nicht unbedingt anwenden; sich stattdessen über weite Strecken bis hin zu einem nicht ganz so originellen Showdown vom Mut der Schauspieler, lakonischem Witz, der Kompromisslosigkeit des Regisseurs und den visuellen Überraschungen des Films unterhalten lassen - an hektischen Schnitten, Achsensprüngen und vielsagenden Close-Ups spart Wigand jedenfalls ebenso wenig wie ein Guy Ritchie. Seine Ganoven sind allerdings vergleichsweise harmlos: Gerade aus dem Jugendknast entlassen, will die blauäugige, blonde, selbstbewusste Polly (Susanne Bormann) ein anständiges Leben führen, und da passt es auch gut, dass sich gleich ein ehrenwerter Polizist mit Hausboot (Sebastian Ströbel) in sie verknallt. Aber Polly hat da noch ihre durchgeknallte Familie am Hals - einen verhinderten Bankräuber als Vater (Ulrich Noethen), eine sehr naive Mutter (Meret Becker) und eine nymphomanische Schwester (Maxi Warwell), die sich in der Zwischenzeit Pollys Ersparnisse bemächtigt haben und ihr stattdessen den neuen Hausfreund Ronny (Matthias Schweighöfer) präsentieren. Der hat's vergleichsweise faustdick hinter den Ohren und eine Imbissbude, will gleich beide Schwestern, die Familie zu einem bekloppten Coup überreden und zwei fiese Geldeintreiber loswerden. Das Ganze erzählt Wigand in drei Handlungssträngen, die er am Ende zusammenführt. Dabei hätte er auf einige überzeichnete Nebenfiguren gut verzichten, je nach Geschmack den Figuren mehr Tiefe verleihen, alles straffen und Logiklöcher stopfen können. Aber er hat Dialoge, die einen bitterbösen Witz versprühen und für Tempo sorgen, und einen Matthias Schweighöfer, der als nie um eine Lüge verlegener Casanova und Nachwuchs-Gauner durch den Film fegt, dass es eine Freude ist. deg.
| Darsteller: | Susanne Bormann | als Polly | |
|---|---|---|---|
| Matthias Schweighöfer | als Ronny | ||
| Ulrich Noethen | als Herbert | ||
| Meret Becker | als Maria | ||
| Maxi Warwel | als Susanne | ||
| Sebastian Ströbel | als Stefan | ||
| Jana Pallaske | als Jale | ||
| Matthias Walter | als Sascha | ||
| Simone Hanselmann | als Blondine | ||
| Regie: | Tomy Wigand | ||
| Buch: | Karin Laudenbach | ||
| Martin Rosefeldt | |||
| Kamera: | Gernot Roll | ||
| Produzent: | Sabine Manthey | ||
| Bernhard Koellisch | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Making of, Entfallene Szenen, Kinotrailer, Audiokommentar, Musikvideo
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Matthias Schweighöfer
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