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Poseidon

Wolfgang Petersens Remake von "Die Höllenfahrt der Poseidon" von 1972, in dem eine gewaltige Welle einen Passagierkreuzer zum Kentern bringt.


Poseidon

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Erhältlich seit:
16.04.2010

Action/ Drama

USA 2006
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Josh Lucas
Kurt Russell
Jacinda Barrett

Regie: Wolfgang Petersen
Warner Home Video Germany

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Wolfgang Petersen sticht wieder in See: Nach "Das Boot" und "Der Sturm" setzt der Star-Regisseur einmal mehr neue Maßstäbe in Sachen Action und atemberaubende Effekte.

Dylan und weitere Passagiere kämpfen im Luxusschiff gegen tödliche Gefahren (Foto: Warner) Großansicht

Dylan und weitere Passagiere kämpfen im Luxusschiff gegen tödliche Gefahren (Foto: Warner)

Ein Traumschiff wird zur Todesfähre - immer wieder sorgt dieses Schauerszenario für dramatische Kinomomente. Allein der Untergang der Titanic wurde über zehn Mal verfilmt. Actionexperte Wolfgang Petersen lenkt das See-Desaster-Thema in neue Gewässer: Er verpasste dem 70er-Jahre-Hit "Die Höllenfahrt der Poseidon" einen aufregenden Neuanstrich.

Der Mann hat ein Händchen für nervenaufreibende Action auf hoher See, schließlich ist das kalte Nass sein Element: Mit seinem Kriegsschiffdrama "Das Boot" erlangte er 1981 internationalen Ruhm und setzte mit dem Riesenwellen-Blockbuster "Der Sturm" Jahrzehnte später einen weiteren Meilenstein im Katastrophenfilmgenre.

Nur eine kleine Gruppe wagt den Weg nach oben (Foto: Warner) Großansicht

Nur eine kleine Gruppe wagt den Weg nach oben (Foto: Warner)

Die Spannung schwappt über

Schauplatz seines neuen Schiff-Spektakels ist ein bombastischer Luxusliner, der am Silvesterabend mitten im unwirtlichen Nordatlantik von einer Monsterwoge getroffen wird. Mit bahnbrechenden Effekten und in beeindruckenden Bildern zeigt Petersen, wie die 50 m hohe Wasserwand den Edelkutter zum Inferno-Schauplatz macht.

Während die meisten Überlebenden in einem angeblich luftdichten Ballsaal auf Hilfe warten, wagt eine kleine Gruppe die Flucht durch die Untiefen des kenternden Ozeangiganten. Unter den Helden wider Willen: der zynische Zocker Dylan (Josh Lucas), Ex-Bürgermeister Robert (Kurt Russell), dessen Tochter Jenny (Emmy Rossum) und Architekt Richard (Richard Dreyfuss).

Für sie wird die Suche nach einem Rettungsweg zur Höllentour. Wasserdichtes Fazit: Petersen ist ein Adrenalin puschendes Ozeanopus gelungen, das garantiert an der Spitze der Kinocharts schwimmen wird!

Poseidon

Im Remake der "Höllenfahrt der Poseidon" setzt Wolfgang Petersen auf Tempo, Action und spektakuläre Schauwerte. Kurt Russell und Josh Lucas kämpfen sich in dem zeitgemäßen Katastrophenthriller durch den Schiffsbauch eines gekenterten Luxusliners.

Nach seinem Klassiker "Das Boot" und "Der Sturm" beschwört Petersen erneut die mächtigen Gewalten des Ozeans. Zunächst lernt man in einer zweieinhalbminütigen Kamerafahrt um das von ILM animierte Kreuzfahrtschiff den Profi-Spieler Dylan ("Stealth"-Pilot Josh Lucas) kennen, der wie die anderen Touristen mitten im Nordatlantik einen rauschenden Silvesterabend feiern will. Im riesigen Ballsaal steigt eine Gala in festlicher Garderobe, begleitet von einer Band (Sängerin: Stacy Ferguson von den "Black Eyed Peas"), aber der Countdown läuft nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch zur Apokalypse.

Schon nach wenigen Filmminuten rollt eine 50 Meter hohe Wellenfront über das gewaltige schwimmende Hotel, das auf die Backbordseite kippt und kieloben treibt. Nicht nur, aber vor allem in dieser minutenlangen Kentersequenz zeigen sich die Errungenschaften heutiger Effektmöglichkeiten. Den Wassermassen sieht man die Fortschritte seit "Der Sturm" an, aber erst in Kombination mit donnernden mechanischen Effekten entsteht die beeindruckende Gesamterscheinung.

Wenn sich der Ballsaal um 180 Grad auf den Kopf dreht, sind Tumult und Panik lebensecht. Der Kapitän verspricht den Überlebenden in der Trümmerlandschaft die baldige Rettung - eine Notlüge. Dylan indes hat nicht vor, unter der Wasserlinie abzuwarten und will sich zum Rumpf vorarbeiten, um durch die Schiffsschrauben die Oberfläche zu erreichen. Ihm schließen sich der neunjährige Conor (Jimmy Bennett, "Firewall"), seine verwitwete Mutter Maggie (Jacinda Barrett), der lebensmüde Nelson (Veteran Richard Dreyfuss, der bereits den "Weißen Hai" bändigte) sowie Ex-Feuerwehrmann Robert Ramsey (Kurt Russell) an. In der Disko findet das Team Ramseys 19jährige Tochter Jennifer (Emmy Rossum, "The Day After Tomorrow"), ihren heimlichen Verlobten Christian (Mike Vogel, "The Texas Chainsaw Massacre") sowie die blinde Passagierin Elena (Mia Maestro) und den schmierigen Lucky Larry (Kevin Dillon als Chauvinistenclown). Den Weg dorthin und durch den langsam voll laufenden Schiffsbauch pflastern Petersen und sein Drehbuchautor Mark Protosevich ("The Cell") mit Explosionen, Kletterpartien über Abgründen, hereinbrechenden Wassermassen, riskanten Tauchgängen, funkenschlagenden Stromkabeln, brennenden Benzinwasserfällen, Klaustrophobie und Panikattacken - eine permanente Nerven-Stimulation. Action und Thrill werden großgeschrieben, das Wort Gefahr durchbuchstabiert und eine Extremsituation folgt der anderen, was bisweilen etwas kursorisch ausfällt.

Die Tragödie gerät zum Katalysator zwischenmenschlicher Prozesse, auch wenn diese nur angerissen werden. Denn Pausen, in denen die Figuren ihre Probleme abarbeiten könnten, kommen nicht vor. Gab das behäbige Original von 1972, erschienen zum Höhepunkt der damaligen Katastrophenfilmwelle ("Airport" & Co.), seinen Stars Ernest Borgnine und Gene Hackman viel Zeit für Konfrontationen, spart sich Petersen das und folgt einem effektiven Konzept - dem des rastlosen Ausbruchsthrillers aus einem Stahlgefängnis, das immer schneller zum nassen Grab zu werden droht. Das handlungsdichte Abenteuer spinnt vergleichsweise wenig Seemannsgarn und gibt sich erstaunlich authentisch. Die knapp 150 Mio. Dollar teure Produktion läuft bündig, ohne den Hang zur Überlänge auf ein dramatisch zugespitztes Ende zu, das Opferbereitschaft und stilles Heldentum weitgehend pathosfrei preist. Petersen empfiehlt sich einmal mehr neben James Cameron als ultimativer Tiefsee-Experte und kann der "Titanic" zumindest tricktechnisch das Wasser reichen. tk.

Darsteller:  Josh Lucas   als Dylan Johns
  Kurt Russell   als Robert Ramsey
  Jacinda Barrett   als Maggie James
  Richard Dreyfuss   als Richard Nelson
  Emmy Rossum   als Jennifer Ramsey
  Mía Maestro   als Elena
  Mike Vogel   als Christian
  Kevin Dillon   als Lucky Larry
  Freddy Rodriguez   als Valentin
  Jimmy Bennett   als Conor James
  Stacy Ferguson   als Gloria
  Andre Braugher   als Captain Michael Bradford
  Kirk B.R. Woller   als Chief Officer Reynolds
 
Regie:  Wolfgang Petersen  
Buch:  Mark Protosevich  
Musik:  Klaus Badelt  
Kamera:  John Seale  
Produzent:  Wolfgang Petersen  
  Mike Fleiss  
  Duncan Henderson  
  Akiva Goldsman  

"Ich mag Schauspieler"

Mit "Das Boot" sorgte er 1980 für einen der größten Publikumserfolge des deutschen Films. Nach "Der Sturm" stürtzt sich Wolfgang Petersen mit "Poseidon" jetzt zum dritten Mal in die Fluten.

Deutscher Hollywood-Export: Regisseur Wolfgang Petersen (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Deutscher Hollywood-Export: Regisseur Wolfgang Petersen (Foto: Kurt Krieger)

» Was machen Sie als erstes, wenn Sie auf Promo-Tour in Ihre Heimat Hamburg zurückkommen?

WOLFGANG PETERSEN: Da schlägt mein Herz schon höher, wenn ich vor der Landung nur aus dem Flugzeug gucke. Ich muss immer erstmal zum Hafen, dann ins Fischereihafen-Restaurant, um Labskaus, Aal und Krabben zu essen. Das bedeutet mir so viel, weil ich all diese Sachen in Amerika nicht kriege.

Dann muss ich natürlich auch noch nach Brahmfeld, wo ich aufgewachsen bin. Vor ein paar Jahren hat mich da mal die Nachmieterin in ihre Wohnung gelassen, das war so eine Offenbarung. Ich war total geschockt, wie winzig das war, ich hatte die Wohnung viel größer in Erinnerung!

» Ihre ersten Filmpremieren fanden ja damals auch noch in Hamburg statt, jetzt ist es Berlin.

Ja, Berlin ist im Lauf der letzten Jahre eben immer mehr zur "Haupt-Stadt" geworden. Und dann läuft da natürlich noch diese Mediengeschichte, da sagt dann das Studio, dass die Premiere unbedingt in Berlin stattfinden muss.

Petersen neben den beiden "Troja"-Stars Brad Pitt und Diane Krueger (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Petersen neben den beiden "Troja"-Stars Brad Pitt und Diane Krueger (Foto: Kurt Krieger)

» Erzählen Sie uns mal von Ihrem berühmten Suppentreff am Set.

Das hat sich inzwischen so eingebürgert, ich habe das von Deutschland mitgebracht. Wenn man um sieben aufsteht und zu drehen anfängt, hat man um 11 Uhr einfach einen Tiefpunkt und kriegt Hunger. Und die kalten Sachen, die da immer rumstehen, das ist nicht das Wahre. Also habe ich mir irgendwann mal eine Suppe machen lassen und das hat sich zu diesem Mythos entwickelt.

Sogar in England, als wir dort Szenen von "Troja" gedreht haben. Da hieß es zuerst "Suppe machen wir nicht", also gab's erst nur für ein paar Leute Suppe. Und irgendwann standen die Leute dann um den Block rum Schlange, um ihre Suppe zu kriegen.

» Und Sie hören auch immer ganz pünkltich auf, um mit Ihrer Frau zu Abend zu essen?

Ja, das mache ich ganz gern. Hat vielleicht auch mit dem Alter zu tun, aber ich will a) die Leute nicht überfordern und b) genügend Schlaf kriegen. Das ist ja trotzdem ein voller Tag, das sollte auch reichen.

 

Poseidon in der Fotoshow

 

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