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Powder

Moderne Kaspar-Hauser-Story, durchsetzt mit Elementen des übernatürlichen Thrillers und des klassischen Internats-Dramas.


Powder

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.11.1996

Science Fiction/ Drama

USA 1995
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12

Mary Steenburgen
Sean Patrick Flanery
Lance Henriksen

Regie: Victor Salva
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Eine schwangere Frau wird während eines Gewitters vom Blitz getroffen. Den elektrischen Schlag überlebt sie nicht, doch ihr Baby kann gerettet werden. Das Neugeborene ist ein Albino. Beschämt versteckt es der Vater im Keller seines Hauses, und erst nach dessen Tod sieht der mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattete Junge zum erstenmal das Tageslicht. Vom Sheriff ins örtliche Heim gebracht, stößt "Powder" von Anfang auf Ablehnung. Doch der hochintelligente Sonderling läßt sich nicht so leicht unterkriegen.

Mit einem enormen Gespür für die Psychologie seiner Figuren, erzählt Regisseur Victor Salva ein zutiefst menschliches Drama um einen modernen Kaspar Hauser. Leicht melancholisch, aber niemals moralisierend wirbt der Filmemacher um Toleranz und Unvoreingenommenheit. "Young Indy Jones" Sean Patrick Flanery zeichnet ein berührendes Porträt eines verzweifelt um Zuneigung kämpfenden Außenseiters und "Independence Day"-Star Jeff Goldblum brilliert als dessen väterlicher Freund.

Zeichen und Wunder geschehen bei Disney immer wieder und immer wieder gern, zuletzt auf dem Gebiet der Computeranimation, wo "Toy Story" nie gekannte Bilder aus dem Cyberspace zauberte und an der (US-)Kinokasse vergoldete. Ein wenig beschaulicher und konventioneller geht es bei "Powder" zu, einem melancholischen Science-fiction-Drama um einen Jungen mit übernatürlichen Fähigkeiten in Texas. Entdeckt wird der sensible Teenager mit der albinoweißen Haut (Sean Patrick Flanery) im Keller seiner Großeltern, als nach dem Tod des Großvaters der Sheriff (Lance Henriksen) nach dem Rechten sehen will. Bestaunt als eine Art Kasper Hauser und mit Mißtrauen beäugt wie alles Fremde, das in die ländliche Idylle der örtlichen Gemeinde eindringt, kommt Powder unter der Obhut einer engagierten Lehrerin (Mary Steenburgen) in ein Heim für Waisenkinder und obdachlose Jugendliche. Die Anfeindungen der anderen Jungen wehrt er in einer der besten Szenen des Films ab, indem er seine elektromagnetischen Kräfte wirken läßt und im Speisesaal ein bizarres Gebilde aus Besteck vor sich auftürmt. Das eigentliche Geheimnis und die übermenschliche Intelligenz Powders zu verstehen, bleibt jedoch dem Physiklehrer (Jeff Goldblum) vorbehalten, der dafür Einstein und jede Menge Metaphysik ins Feld führt: Nachdem seine Mutter auf dem Weg ins Krankenhaus von einem Blitz getroffen wurde, wurde Powder quasi von Geburt an eins mit den Elementen, ein feinstoffliches, gedankenlesendes Medium, das unter den Grausamkeiten der menschlichen Welt entsetzlich leidet. Bis der Film sich zu diesem Kern seiner Story vorgearbeitet hat, vergehen allerdings erst einmal gute 40 Minuten, in denen Regisseur Victor Salva etwas unentschlossen mit den Stilmitteln des Science-fiction-Films (John Carpenters "Starman" war ganz augenscheinlich eines seiner Vorbilder) und des Internat-Dramas arbeitet (im Club der toten Physiker ist Powder der unverstandene Feingeist). Sobald man sich aber auf die spirituelle Leidensgeschichte des kalkweißen Avatars einläßt, funktioniert "Powder" durchaus als sanftes und emotionales, von leisen homoerotischen Anspielungen durchsetztes Drama: Am Schluß beschwört der Junge Donner und Blitz, um wieder in göttliche Sphären einzutauchen. In den USA kam "Powder" sein Starttermin in der Vorweihnachtszeit sehr gelegen. Dort ließen sich die Zuschauer offensichtlich nicht von dem kurzfristig hochgekochten Presseskandal um eine frühere Verurteilung Victor Salvas wegen sexueller Belästigung Minderjähriger abschrecken und bekundeten seinem insgesamt doch sehr schönen, stillen Film am Boxoffice ihre Sympathie. evo.

Darsteller:  Mary Steenburgen  
  Sean Patrick Flanery  
  Lance Henriksen  
  Jeff Goldblum  
  Brandon Smith  
  Bradford Tatum  
  Susan Tyrrell  
  Missy Crider  
  Ray Wise  
  Esteban Louis Powell  
 
Regie:  Victor Salva  
Buch:  Victor Salva  
Musik:  Jerry Goldsmith  
Kamera:  Jerzy Zielinski  
Produzent:  Roger Birnbaum  
  Daniel Grodnik  
 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Mary Steenburgen

Ihre Ehefrauen, zart aber stark, und ihre Mütter, körperlich zerbrechlich aber mit eisernem Willen, gehören zu den bleibenden Rollen...

 

Star

Lance Henriksen

Aus der Garde der Action-Men, Gangster, Androiden und Gun-Men ist der seit 1974 im Film arbeitende Lance Henriksen einer der am meisten...