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Prager Botschaft

RTL-TV-Movie, das die Ereignisse in der Prager Botschaft kurz vor dem Mauerfall anhand zweier DDR-Familien thematisiert.


Prager Botschaft

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Erhältlich seit:
24.09.2007

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

Anneke Kim Sarnau
Christoph Bach
Hans-Werner Meyer

Regie: Lutz Konermann
Universum Film

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Prager Botschaft

Im September 1989 flüchten immer mehr DDR-Bürger in die westdeutsche Botschaft in Prag. Unter ihnen auch Stefan und Bettina, die ihre Hochzeitsreise in der Tschechoslowakei verbringen. Als Stefan kurz in die DDR zurückkehrt, um ihren kleinen Sohn zu holen, bringt er auch ihre Freunde Karin und Thomas mit. Der Flüchtlingsandrang nimmt kein Ende, und die Botschaft ist mit den Ausreisewilligen völlig überfordert. Außerdem scheint sich trotz hektischer Verhandlungen hinter den Kulissen keine politische Lösung abzuzeichnen. Die Lage im Garten der Botschaft wird immer dramatischer. Eine humanitäre Katastrophe steht bevor.

Deutsches TV-Movie, das sich der Ereignisse kurz vor dem Mauerfall 1989 annimmt. Unter der Leitung von "Lindenstraße"- und "Marienhof"-Regisseur Lutz Konermann bemüht sich das Ensemble zwar um Authentizität. Die Produktion kann allerdings in vielen Bereichen nicht mit den durch vergleichbare Event-Movies mit zeitgeschichtlichem Hintergrund aufgestellten Standards mithalten.

Prager Botschaft

Es war das letzte Gefecht des Kalten Krieges: Im September 1989 drängten sich viertausend Ostdeutsche auf dem Gelände der westdeutschen Botschaft in Prag.

Am Ende musste die DDR den Gesichtsverlust hinnehmen und die Flüchtlinge ausreisen lassen: der Anfang vom Untergang eines Landes, dessen Bürger mit ihrer friedlichen Revolution die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten eingeleitet hatten. Mittlerweile hat man den legendären Auftritt Hans-Dietrich Genschers auf dem Balkon der Botschaft so oft gesehen, dass man fast meint, persönlich dabei gewesen zu sein. Und natürlich lebt "Prager Botschaft" auch vom Warten auf diesen Gänsehautmoment. Das Wissen um den guten Ausgang der Ereignisse raubt dem Film zwangsläufig einen Teil seiner Spannung, zumal gerade die Darsteller der Hauptfiguren zu wenig aus ihrer Haut können: Christoph Bach spielt wie immer ziemlich zugeknöpft, Anneke Kim Sarnau ist die patente Kumpelfrau von Nebenan, die sich nichts gefallen lässt.

Die einzelnen Figuren mögen fiktiv sein, das Geschehen aber ist authentisch. Auch wenn Regisseur Lutz Konermann für einen Film dieser Art mit überraschend vielen Großaufnahmen arbeitet, also eine klassische Fernsehinszenierung abliefert, so bleibt dennoch genug Raum, um die aufwändige Ausstattung würdigen zu können. Über fünfzig Sprechrollen deuten an, in welcher Größenordnung sich die Produktion bewegt. Andererseits sind gerade die synchronisierten Dialoge der tschechischen Nebendarsteller unüberhörbare Fremdkörper. Etwas durchsichtig ist auch die Konstellation der Hauptfiguren. Rodica Döhnert, Autorin unter anderem diverser Komödien und Degeto-Romanzen, macht es sich etwas einfach und setzt binnendramaturgisch auf die in zeitgeschichtlichen Filmen mittlerweile fast stereotype Dreiecksgeschichte: Das Ostberliner Ehepaar Stephan und Bettina Herfurth (Bach und Sarnau) will über Prag in den Westen fliehen. Was beide nicht ahnen: Botschaftsattaché in der westdeutschen Vertretung ist ausgerechnet Georg Stein (Hans-Werner Meyer), mit dem Bettina während ihrer Ehe ein Verhältnis hatte. Selbstredend bekommt Stephan mitten in der Flucht Wind von der Affäre. Da der Diplomat die Euphorie dieses großen historischen Moments jedoch nicht trüben will, darf Meyer wie weiland Humphrey Bogart in "Casablanca" den großherzigen Helden mimen, der dem Ehepaar zur gemeinsamen Flucht verhilft. Natürlich tragen auch die unvermeidlichen Stasi-Spionagen zur Spannungssteigerung bei, weil sich der vermeintlich beste Freund (Hinnerk Schönemann) als Spitzel entpuppt. Als Quasi-Dokument der Zeitgeschichte ist "Prager Botschaft" trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit dennoch sehenswert. tpg.

Darsteller:  Anneke Kim Sarnau   als Bettina Herfurth
  Christoph Bach   als Stephan Herfurth
  Hans-Werner Meyer   als Georg Stein
  Hinnerk Schönemann   als Thomas Schäfer
  Valerie Koch   als Karin Schäfer
  Heinrich Schmieder   als Frank Ziesche
  Tatja Seibt   als Johanna
  Dietrich Mattausch   als Hermann Huber
  Timm Marvin Schattling   als Daniel
  Michael Kind   als Günther Herfurth
  Doris Plenert   als Gertraude Herfurth
  Tomás Zielinski   als Rainer Jost
  Udo Thies   als Reporter
  Jan Kostroun   als Hans-Dietrich Genscher
 
Regie:  Lutz Konermann  
Buch:  Rodica Döhnert  
Kamera:  Sten Mende  
Produzent:  Iris Kiefer  
 

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Features

 

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