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Precious - Das Leben ist kostbar

Hoch emotionale Verfilmung des gefeierten Romans "Push" von Sapphire, in der sich eine 200 Kilo schwere Teenagerin gegen alle Widrigkeiten durchsetzen kann.


Precious - Das Leben ist kostbar

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Erhältlich seit:
09.09.2010

Originaltitel: Precious: Based on the Novel Push by Sapphire

Drama

USA 2008
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Gabourey Sidibe
Mo'Nique
Aunt Dot

Regie: Lee Daniels
Prokino Filmverleih GmbH

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Precious - Das Leben ist kostbar

Harlem, 1987. Precious ist eine 200 Kilo schwere Teenagerin, die vom Leben arg gebeutelt wird. Vom Vater vergewaltigt, von der Mutter misshandelt, flüchtet sich die 16-Jährige in Tagträume, die ein besseres Leben verheißen. Das ist allerdings weit entfernt. Obwohl schon in der neunten Klasse, kann das Mädchen weder lesen noch schreiben. Als Precious von der Schule zu fliegen droht, schließt sie sich einem alternativen Lehrprogramm an und stößt auf eine verständnisvolle Lehrerin. Die entdeckt das kreative Potenzial ihrer Schülerin.

Regisseur Lee Daniels erzählt nach Romanvorlage eine bewegende Geschichte, die ihre Heldin erst einmal in die tiefsten Untiefen der menschlichen Existenz schickt, um sie schließlich Kraft ihrer eigenen Fähigkeiten doch noch triumphieren zu lassen. Gekonnt verwebt Lee Rückblenden, Erinnerungen, innere Monologe und Traumszenen miteinander, baut komische Momente ein und stimmt im Soundtrack kräftige Töne an. Vor allem aber hat er mit Gabourey Sidibe und Oscar-Gewinnerin Mo'Nique Darsteller, die einem den Atem rauben.

Precious - Das Leben ist kostbar

Zweifach Oscar-prämiertes schmerzhaft realistisches Sozialdrama von Lee Daniels, in dem es mit Gabourey Sidibe als Titelheldin eine sensationelle Newcomerin zu feiern gilt.

"Precious", was sich (auch) mit "geschätzt" übersetzen lässt, wird Claireece "Precious" Jones nicht - ihre Umwelt verachtet sie zutiefst. Der Teenager ist extrem übergewichtig, verschlossen und hat keine Freunde. Sie kleidet sich nachlässig, redet kaum. Ihr Leben im Harlem des Jahre 1987 ist die Hölle, zum zweiten Mal hat der eigene Vater sie bereits geschwängert. Die Mutter sitzt tagein tagaus auf dem Sofa, schaut fern, behandelt die Tochter wie einen Dienstboten und prügelt sie windelweich. In der Schule lümmelt sie teilnahmslos in der letzten Reihe, die neunte Klasse besucht sie, doch sie kann weder lesen noch schreiben.

"Precious - Das Leben ist kostbar" besticht als raues, schonungsloses, hartes und doch optimistisches Sozialdrama, trifft einen wie ein Schlag in die Magengrube. Hier bekommt man es mit einer der überzeugendsten US-Produktionen aus dem Jahr 2009 zu tun, Dutzende Preise sind der verdiente Lohn. Lee Daniels ("Shadowboxer") zeichnet als Regisseur verantwortlich, den Roman "Push" von Sapphire hat er adaptiert und dafür einen Oscar bekommen, als ausführende Produzentin war die einflussreiche TV-Moderatorin Oprah Winfrey - sie wurde als Kind sexuell missbraucht und mit 13 Jahren ungewollt schwanger - maßgeblich am Zustandekommen des Projekts beteiligt.

Der "Push", der Stoß, der Ruck, setzt die Handlung in Gang. Precious selbst gibt ihn sich. Äußerlich vielleicht unansehnlich, besitzt sie ein reiches Seelenleben, kann träumen und hoffen. Als sie von der Schule zu fliegen droht, schließt sie sich einem alternativen Lehrprogramm an. Each One/Teach One heißt dieses und ihre neue Lehrerin Ms. Rain (verständnisvolle Augenweide: Paula Patton). Die entdeckt bald das kreative Potenzial in ihrer Schülerin, ermutigt sie Tagebuch zu schreiben.

Wer nun glaubt, dass der Film an diesem Punkt zur typischen sacharinsüßen Hollywood-Aschenputtel-Mär mutiert, aus dem hässlichen Entlein ein strahlender Schwan wird, sieht sich getäuscht. Daniels baut bedingungslos auf Realität und realistische Figurenzeichnungen, verzichtet bei seiner Inszenierung auf jegliche Mätzchen - was nicht heißt, dass er konventionell erzählt. Vielmehr verwebt er Rückblenden, Erinnerungen, innere Monologe und Traumszenen gekonnt miteinander, baut humoristische Momente mit ein, meidet im Soundtrack Schmalz und Kitsch, setzt auf dynamische, kraftvolle Songs.

Der größte "Effekt", der genialste Coup bleibt aber Gabourey Sidibe als gebeutelte (Anti-)Heldin, die hier erstmals auf der Leinwand zu sehen ist und ihre Rolle auslebt - dumpf nach außen, trotzig, den Kopf demütig gesenkt, schwerfällig im Gang und doch tief im Inneren kämpferisch und hoffnungsfroh. Oscar-nominiert ist sie, genauso wie die populäre Komikerin Mo'Nique, die ihre gewalttätige Mutter spielt und den Preis auch tatsächlich in Empfang nehmen durfte. Als Klasse für sich erweist sich, höchst überraschend auch kaum zu erkennen, Skandal-Pop-Star Mariah Carey als Sozialarbeiterin, während Rockmusiker Lenny Kravitz als schmucker Krankenpfleger für die Wohlfühl-Vibes zuständig ist. A-Klasse-Kino mit variierter Obama-Botschaft: "Yes, she can!". geh.

Darsteller:  Gabourey Sidibe   als Clareece 'Precious' Jones
  Mo'Nique   als Mary (Precious' Mutter)
  Aunt Dot   als Tootsie (Precious' Großmutter)
  Paula Patton   als Ms. Rain (Lehrerin)
  Mariah Carey   als Mrs. Weiss (Sozialarbeiterin)
  Lenny Kravitz   als John (Krankenpfleger)
  Sherri Shepherd   als Cornrows (Schulsekretärin)
  Stephanie Andujar   als Rita
  Chyna Layne   als Rhonda
  Amina Robinson   als Jermaine Hicks
  Xosha Roquemore   als Joann
  Angelic Zambrana   als Consuelo
  Susan Taylor   als Die gute Fee
 
Regie:  Lee Daniels  
Buch:  Geoffrey Fletcher  
Musik:  Mario Grigorov  
Kamera:  Andrew Dunn  
Produzent:  Lee Daniels  
  Sarah Siegel-Magness  

"Harry Potter"-Autorin Rowling lehnt Oscar-Auftritt mit "Twilight"-Kollegin ab

Es wäre ein echtes Highlight für die Oscar-Verleihung Sonntag nacht gewesen: die beiden Autorinnen der angesagtesten Fantasy-Romanreihen zusammen auf der Bühne.

Dabei hätten sie so ein schönes Paar abgegeben: "Harry Potter"-Erfinderin J.K. Rowling und "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer (Foto: J.P. Masclet / Stephenie Meyer) Großansicht

Dabei hätten sie so ein schönes Paar abgegeben: "Harry Potter"-Erfinderin J.K. Rowling und "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer (Foto: J.P. Masclet / Stephenie Meyer)

Joanne K. Rowling hat mit den Harry Potter-Romanen einen weltweiten Zauber-Kult begründet und Stephenie Meyer gab dem uralten Vampirmythos mit der Twilight-Saga einen romantischen Neuanstrich, der Millionen Fanherzen zum Schmelzen bringt. Für Hollywood lieferten damit beide perfekten Kinostoff: Denn die fantastischen Erlebnisse von Harry Potter, Edward Cullen & Co. entführen Filmfans in ganz eigene, liebevoll ausgestaltete Welten und geben dem vielzitierten Wort "Traumfabrik" völlig neue Dimensionen.

Um so schöner die Idee der Academy, die beiden Schriftstellerinnen bei der Oscar-Verleihung genau jene Künstler ehren zu lassen, die aus Buchvorlagen Drehbücher gestalten und so Romanerlebnisse auf die Leinwand bringen helfen: J.K. Rowling und Stephenie Meyer sollten den Academy Award für das beste adaptierte Drehbuch überreichen.

Scheut J.K. Rowling den Vergleich mit der Twilight-Autorin?

Doch während Twilight-Autorin Meyer spontan zusagte, lehnte Harry Potter-Erfinderin J.K. Rowling das Angebot ab. Begründet hat sie dies mit der Arbeit an ihrem neuen Buch: "Es tut mir Leid, aber Ihr werdet in nächster Zeit generell wenig von mir hören, weil Papier und Stift für mich momentan das Wichtigste sind", schreibt Rowling auf ihrer Website. Die Kultautorin arbeitet nach eigenen Angaben an einem Buch für etwas jüngere Kinder als die Harry Potter-Leser, das sie als "politisches Märchen" beschreibt, in dem es "um ein Monster" gehe.

In Hollywood spekuliert man nun natürlich, ob Rowling schlicht keine Lust hatte die Bühne mit der Person zu teilen, die als ihre legitime Nachfolgerin in Sachen Teenie-Kult gilt. Wobei der Hype um "Twilight" vielleicht sogar einen Tick extremer ist als der um Harry Potter - jedenfalls, wenn es nach der Lautstärke kreischender Girls geht, die irgendwo Hauptdarsteller Robert Pattinson sichten.

So wird Stephenie Meyer den Oscar fürs adaptierte Drehbuch eben allein überreichen. Darüber freuen sich in der Nacht auf Montag entweder die Macher des bahnbrechenden SciFi-Dramas "District 9", der Verführungsstudie "An Education", der tiefsinnig-schrägen Clooney-Komödie "Up in the Air", des Sozialdramas "Precious" oder der britischen Polit-Satire "In the Loop".

 

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