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Psycho (1998)

Die Büroangestellte Marion Crane brennt mit dem Geld ihres Chefs durch und will auf dem Weg nach Kalifornien in einem abgelegenen Motel übernachten. Zum Abendessen, zu dem sie der hilfsbereite Besitzer Norman Bates eingeladen hat, kommt es allerdings nicht mehr. Neuverfilmung des Hitchcock-Thrillers durch Gus Van Sant, der die Vorlage Bild für Bild in die heutige Zeit überträgt.


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Start: 15.01.2004

Originaltitel: Psycho

Thriller

USA 1998
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12

Vince Vaughn
Anne Heche
Julianne Moore

Regie: Gus Van Sant
Universal Pictures

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Der Urgroßvater aller Slasherfilme ist wieder da, von "Good Will Hunting"- Regisseur Gus Van Sant aus Universals Filmarchiv ausgegraben, in einen neuen farbigen Anzug gesteckt, aber ansonsten ohne nennenswerte Änderungen in Originalform belassen. Mit dieser weitgehend identischen Nachfilmung des 38 Jahre alten Alfred-Hitchcock-Klassikers dürfte Hollywoods Remake-Fieber seinen bisherigen Siedepunkt erreicht haben. Van Sant wagt sich mit seiner modernisierten Fassung auf dünnes Eis: Er sah sich vor die schier unlösbare Aufgabe gestellt, eine Handlung, die in den sechziger Jahren als shocking galt, für die Neunziger relevant und spannend zu gestalten. Ersteres mag ihm gelungen sein, für zweiteres mangelt es schlicht und einfach an den nötigen Überraschungen. Hitchcock hatte seinen Thriller für das niedrige Budget von 800.000 Dollar realisiert, der in Folge zu seinem größten kommerziellen Erfolg avancierte. Van Sant stand ein Budget von 25 Mio. Dollar zur Verfügung, die Dreharbeiten betrugen wie beim Original sechs Wochen, und wie Hitch verbat er sich Pressevorführungen. Das von vornherein als Bild-für-Bild-Remake angekündigte, neue "Psycho" wurde seit Monaten von Geheimnissen und Gerüchten umgeben, was mögliche neue Handlungswendungen und die Detailgetreue betraf. Das Drehbuch nach dem Roman von Robert Bloch wurde erneut von Joseph Stefano adaptiert. Wieder unterschlägt die Sekretärin Marion Crane (Anne Heche aus "6 Tage, 7 Nächte") Geld, diesmal sind es 400.000 Dollar, und flüchtet sich in Richtung ihres Liebhabers Sam Loomis (Viggo Mortenson). Auf dem Weg checkt sie fatalerweise in das abgelegene Bates-Motel ein, wo sie die Bekanntschaft des Betreibers Norman Bates (VinceVaughn ist zwar kein Anthony Perkins, überzeugt jedoch auf seine Slacker-Art als Nineties-Norman) macht. Kurz darauf segnet Marion in der Dusche brutal das Zeitliche. Alsbald beginnt die Suche nach der Vermißten, und so treten der Detektiv Arbogast (ein grandioser William H. Macy), Sam und Marions Schwester (Julianne Moore) in die bizarre Welt des masturbierenden Muttersöhnchens Norman. Um eine hundertprozentige Wiedergabe des Originals handelt es sich nicht, doch die Veränderungen bei den Aufnahmen sind relativ subtil ausgefallen und wohl nur für Filmfreaks zu erkennen. Eine der offensichtlichen Abweichungen war, neben neuer Besetzung und einigen Updates wie höheren Preisen und zeitgenössischen Autos und Attitüden, vom Schwarzweiß-Format zu Farbe zu wechseln. Die Farbpalette schwelgt in tristen ausgewaschenen Grau-, Braun- und Orangetönen, stellt aber keine Verbesserung gegenüber den atmosphärisch-unheilschwangeren, stark kontrastierenden Bildern des Originals dar. Bei der berühmten Duschszene werden mehr nackte Haut und graphischere Details bei den Messerschnitten gezeigt. Im Stil seines "My Private Idaho" erlaubt es sich Van Sant überdies, Aufnahmen von vorbeiziehenden Wolken zwischenzuschneiden, die auch beim Mord an Arbogast gezeigt werden. Hier wird das Dilemma des neuen "Psycho" offenbar: Nicht einmal diese einst so atemberaubende Sequenz wirkt hier annähernd so schockierend wie im Original, was sicherlich auch mit Heches mittelprächtiger Darstellung zusammenhängt. Den unsäglichen Terror in Janet Leighs Augen (seinerzeit angeblich durch eiskaltes Wasser erzeugt) kann sie auf alle Fälle nicht wiederholen. Das junge "Scream"-geschulte Publikum, dem das Original unbekannt ist, könnte das niedrige Tempo und der vergleichsweise niedrige Bodycount irritieren. "Psycho"-Phile hingegen werden vergeblich auf neue Plotentwicklungen warten und in Ermangelung eines alternativen Überraschungseffekts (wenige Filmklassiker haben sich besser im kollektiven Bewußtsein festgesetzt als Hitchcocks Terror-Fingerübung) kaum zufriedengestellt sein. Was bleibt, ist eine überragende Marketingkampagne, der der Film sein gutes Wochenendergebnis von 10,0 Mio. Dollar zu verdanken hat, und ein interessantes, wenn auch kostspieliges Filmexperiment. ara.

Psycho (1998)

Regie:  Gus Van Sant  
Buch:  Joseph Stefano  
Musik:  Bernard Herrmann  
Kamera:  Christopher Doyle  
Produzent:  Brian Grazer  
  Gus Van Sant  
 
Darsteller:  Vince Vaughn   als Norman Bates
  Anne Heche   als Marion Crane
  Julianne Moore   als Lila Crane
  Viggo Mortensen   als Sam Loomis
  William H. Macy   als Milton Arbogast
  Robert Forster   als Dr. Simon
  Philip Baker Hall   als Sheriff Chambers
  Anne Haney   als Mrs. Chambers
  Chad Everett   als Tom Cassidy
  Rance Howard   als Mr. Lowery
  Rita Wilson   als Caroline
  James Remar   als Patrolman
  James LeGros   als Car Dealer

"Spidey"-Bösewicht in Hitchcock-Remake

Wer sich an einem Hitchcock-Remake versucht, darf keine Fehler machen.

Geht auf Killer-Jagd: Alfred Molina (Foto: Kurt Krieger)

Geht auf Killer-Jagd: Alfred Molina (Foto: Kurt Krieger)

Denn Neuauflagen wie der 1998 entstandene Thriller "Psycho" müssen im Vergleich zum Original oft harsche Kritik einstecken. Da hat es Schauspieler Alfred Molina genau richtig gemacht: Er spielt in einer Neuauflage des Hitchcock-Films "Der Mieter" - allerdings basiert dieser Thriller nur lose auf der Vorlage des Regiemeisters und muss somit wohl keine allzu strengen Vergleiche fürchten.

Im Film spielt Molina, der als Doc Ock in "Spider-Man 2" bekannt wurde, einen schwer beschäftigten Ermittler, der die Spur eines Serienkillers verfolgt. Gleichzeitig erzählt "Der Mieter" auch die Geschichte einer emotional gestörten Frau, die ein Zimmer ihres Hauses an einen jungen, charismatischen Mann vermietet hat. Hope Davis aus "Mord und Margaritas" spielt die Vermieterin.

Gänsehaut mit Charakterdarstellern

Der original "Mieter" entstand 1926, war ein Stummfilm und gilt als erster echter Hitchcock-Film mit typischen Merkmalen des Regie-Genies. Bei der Neuauflage übernimmt nun der noch recht unbekannte Filmemacher David Ondaatje das Zepter, die Dreharbeiten starten schon nächsten Monat in Los Angeles.

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Fassungen

 

Features

 

Star

Vince Vaughn

Er gehört zu den ewigen Junggesellen, zum eingeschworenen Männerverein und zum kleinen Kreis guter Kumpels, die ihre wilden Jahre aufleben ...

 

Star

Anne Heche

Als Soap-Star gestartet, machte sich Anne Heche Mitte der 90er-Jahre mit Filmen wie "Donnie Brasco", "Volcano" und "Wag the Dog" einen Namen als ...