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Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.


Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

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Erhältlich seit:
07.10.2009

Originaltitel: Mesrine: L'instinct de mort

Kriminalfilm

Frankreich 2008
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 18 (keine Jugendfreigabe)

Vincent Cassel
Cécile de France
Gérard Depardieu

Regie: Jean-François Richet
Universum Film

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Das Streben nach Macht macht einen Ex-Soldaten zum Verbrecher und Staatsfeind Nummer eins.

Mesrine will als Gangster ganz nach oben (Foto: Senator) Großansicht

Mesrine will als Gangster ganz nach oben (Foto: Senator)

Algerien, Ende der 50er Jahre: In einem Militärgefängnis erhält Soldat Mesrine (Vincent Cassel) den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich beginnt er eine kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben.

Dort, wo Guido (Gérard Depardieu), der lokale Pate, sitzt und die Strippen zieht. Mesrine trifft die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne (Cécile De France). Prompt ist die Ehefrau vergessen und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub-Tour, von Paris bis nach Montréal.

Guido sollte sich vor Mesrine in Acht nehmen (Foto: Senator) Großansicht

Guido sollte sich vor Mesrine in Acht nehmen (Foto: Senator)

Filmisches Psychogramm

Jean-François Richet gelingt ein packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins. Im ersten Film des Zweiteilers findet ein hervorragend aufspielender Vincent Cassel als Titelfigur in Gérard Depardieu einen ebenbürtigen Gegenspieler.

Man fühlt sich an französische Krimi-Meisterwerke von José Giovanni, Robert Enrico oder Henri Verneuil erinnert, was klare Strukturen und die präzisen Charakterzeichnungen angeht.

Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Mal Thriller, mal Biopic, mal Drama. Jean-François Richet gelingt ein packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.

Am 2. November 1979 war es schließlich so weit: Ein Lastwagen versperrte dem BMW von Jacques Mesrine die Weiterfahrt. Die Plane der Ladefläche ging hoch und Scharfschützen töteten den ennemi public no. 1 mit 19 Schüssen. Polizei und Innenministerium Frankreichs werteten das Unternehmen als großen Erfolg, weite Teile der Bevölkerung sahen in der Aktion eine Hinrichtung. Der französische Scarface mutierte endgültig zur Legende.

Auf Jacques Mesrines Autobiographie "Der Todestrieb" - er schrieb sie während seines letzten Gefängnisaufenthalts kurz bevor ihm erneut die Flucht gelang - basiert Jean-François Richets ("Das Ende - Assault on Precinct 13") furioses Drama, das den Lebensweg des Schwerverbrechers vom französischen Soldaten in Algier zum omnipotenten Gangsterboss nachzeichnet. Zwischenstation auf der bleihaltigen Reise ist Kanada, wo sich Mesrine in Quebec radikalen Separatisten anschließt, ehe er wieder seinem gewohnten "Beruf" bzw. der ihm seiner Meinung nach von der Gesellschaft "aufgezwungenen" Berufung nachgeht. Knapp 30 Jahre nach seinem spektakulären Tod lebt nun in "Mesrine" dessen Infamie weiter. Streckenweise in Form eines Thrillers, dann wieder als Biopic, huldigt der Regisseur seinem Helden. Dabei wertet er nicht, sondern bildet ab, entwirft das Psychogramm eines gnadenlosen Mannes, der sich jeglichen Normen verweigert und dem die Herzen der Frauen zufliegen.

Vom Werden des Gangsters erzählt der erste ("Mesrine: L' instinct de mort") dieses auf zwei Teile ausgelegten Werks. Kurz bevor die tödliche Falle in den Straßen von Paris zuschnappt, springt Richet zurück in der Zeit: Algerien, Ende der 50er Jahre. In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht zu haben, diese auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich wird er sich daran erinnern. Er wird feststellen, dass er für geregelte Arbeit und niedrigen Lohn nicht viel übrig hat. Kurzentschlossen wirft er den vom verachteten Vater besorgten Job hin, verlässt das Elternhaus und beginnt die kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben, ganz nach oben, dort, wo Guido, der lokale Pate sitzt und die Strippen zieht.

Gérard Depardieu gibt diesen Gangster, schmierig, fett, schwitzend, eiskalt und verschlagen - schauspielerisch so überzeugend wie lange nicht mehr. In Vincent Cassel ("Die purpurnen Flüsse") als Mesrine findet er einen mehr als nur ebenbürtigen Gegner. Ein schwarzer Schnurrbart ziert das hagere Gesicht, die Augen funkeln kalt, die Körpersprache gleicht der einer Katze auf dem Sprung. Die beiden belauern sich, misstrauen einander und tun sich doch zusammen... zu erfolgreich sind sie als Partner. Dann trifft der charismatische Mesrine die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne Schneider (Cécile de France). Clyde hat seine Bonnie gefunden, die geliebte Ehefrau (Elena Anaya) ist vergessen und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub, in der Seine-Metropole zunächst, später aber auch in Montréal.

Nach dem Motto "Nicht kleckern, klotzen" und mit unglaublicher Energie und hohem Tempo spult Richet seine Geschichte nach Abdel Raouf Dafris funktionalem Drehbuch ab. An die französischen Krimi-Meisterwerke von José Giovanni, Robert Enrico und Henri Verneuil fühlt man sich erinnert, an deren klare Strukturen und die präzisen Charakterzeichnungen. Richet erzählt nicht nach, er dramatisiert, setzt Höhepunkte. Einen nach dem anderen. Nicht an faktischer Genauigkeit ist ihm gelegen, sondern daran, Mesrine in dessen Komplexität zu zeigen und dabei gleichzeitig spannend zu unterhalten. Was ihm dank des geradlinigen, funktionalen Stils und des präzisen, kommentierenden Musikeinsatzes auch gelingt und einen unwillkürlich an Scorseses Gangsterepen denken lässt. Mit dem Unterschied, dass man es hier mit kaltem noir en français zu tun hat, simplement excellent - und hoffentlich steht Teil zwei bald ins Haus. geh.

Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Frankreichs Staatsfeind Nr. 1 - Jacques Mesrine - hielt die Staatsgewalt 20 Jahre lang auf Trab, bis er 1979 auf offener Straße von einem Trupp Polizisten ohne Vorwarnung zur Strecke gebracht wurde. Dies ist seine Geschichte... 1959. Angewidert von der sinnlosen Gewalt gegen Unschuldige im Algerienkrieg kehrt Jacques Mesrine (Vincent Cassel) der französischen Armee den Rücken und reist nach Frankreich zurück. Kein Gesetz, keine Autorität, nichts soll ihn künftig bremsen. Als Handlanger des Pariser Unterweltbosses Guido (Gerard Depardieu) macht sich der junge Mann schnell einen Namen als ebenso charismatischer wie eiskalter Typ. Nach seinem ersten Mord taucht er zunächst in Spanien unter. Als er zurückkehrt, heiratet Mesrine die Spanierin Sofia (Elena Anaya). Obwohl sie drei Kinder miteinander haben, hält es Sofia nicht lange mit ihm aus. Mesrine macht als Verbrecher unbeirrt weiter, mit der verwegenen Jeanne Schneider (Cecile de France) an seiner Seite und immer tollkühneren Coups. Bald ist Frankreich ein zu heißes Pflaster. Mesrine und Jeanne setzen sich nach Kanada ab - und geraten dort in die Hände der Staatsgewalt. Die Haftbedingungen sind erbarmungslos, doch Mesrine schlägt zurück... 1973. Nach seinen Eskapaden in Frankreich und Kanada ist Jacques Mesrine (Vincent Cassel) in seiner Heimat längst eine Legende. Die Grande Nation hält den Atem an. Die Medien haben ihn "Staatsfeind Nr. 1" getauft. Lustvoll berichten sie von immer tollkühneren Raubzügen und Ausbrüchen aus angeblich hundertprozentig sicheren Gefängnissen, von regelrecht dreisten Spielen mit der Staatsgewalt und der Justiz, denen er nichts als Verachtung entgegenbringt. Im aufgeladenen Klima der Siebzigerjahre sieht sich Mesrine zunehmend als politisch Verfolgter und seine kaltblütigen Verbrechen als Weckruf für die gesamte Gesellschaft. Mit seinem Kompagnon Besse (Mathieu Almaric) und seiner Geliebten Sylvia (Ludvine Sagnier) foppt Mesrine die Behörden und zieht eine Spur der Zerstörung durch Frankreich. Obwohl er immer öfter brenzligen Situationen im letzten Augenblick entkommt, ahnt der Staatsfeind Nr. 1 nicht, dass sich die Schlinge um seinen Hals langsam immer mehr zusammenzieht. Gnade hat er nicht zu erwarten.

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Vincent Cassel   als Jacques Mesrine
  Cécile de France   als Jeanne Schneider
  Gérard Depardieu   als Guido
  Roy Dupuis   als Jean-Paul Mercier
  Gilles Lellouche   als Paul
  Elena Anaya   als Sofia
  Michel Duchaussoy   als Mesrines Vater
  Myriam Boyer   als Mesrines Mutter
  Florence Thomassin   als Sarah
 
Regie:  Jean-François Richet  
Buch:  Abdel Raouf Dafri  
  Jean-François Richet  
Musik:  Marco Beltrami  
Kamera:  Eric Catelan  
Produzent:  Thomas Langmann  
 

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