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Public Enemy No. 1 - Todestrieb

Im zweiten Teil seines atemlosen Biopics über Staatsfeind wechselt die Tonalität: Knallharter Krimi mutiert zum reflektiven psychologischen Thriller.


Public Enemy No. 1 - Todestrieb

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Erhältlich seit:
28.10.2009

Originaltitel: Mesrine: L'ennemi public n° 1

Kriminalfilm

Frankreich 2008
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 16

Vincent Cassel
Ludivine Sagnier
Mathieu Amalric

Regie: Jean-François Richet
Universum Film

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Der zweite Film über den französischen Staatsfeind kommt als psychologischer Thriller daher.

Mesrine lässt sich von ein paar Gitterstäben nicht aufhalten (Foto: Senator) Großansicht

Mesrine lässt sich von ein paar Gitterstäben nicht aufhalten (Foto: Senator)

1973: Aus Kanada zurückgekehrt ist der französische Staatsfeind Nummer Eins Jacques Mesrine (Vincent Cassel) längst lebende Legende: Stoff für die Regenbogenpresse, für die er posiert und der er launige Interviews gibt. Er hat eine neue Geliebte, Sylvie (Ludivine Sagnier), einen neuen Komplizen, François (Mathieu Amalric), und in Kommissar Broussard (Olivier Gourmet) einen neuen und sehr hartnäckigen Gegner.

Jacques überfällt immer noch Banken, am liebsten gleich zwei hintereinander. Und er bricht wieder spektakulär aus dem Hochsicherheitstrakt aus. Doch sieht er sich inzwischen als Rebell, vom Staat verfolgt.

Bankraub ist Mesrines Spezialgebiet (Foto: Senator) Großansicht

Bankraub ist Mesrines Spezialgebiet (Foto: Senator)

Zunehmend psycho

Im zweiten Teil seines preisgekrönten Biopics über Jacques Mesrine ändert Regisseur Jean-François Richet die Tonalität: Knallharter Krimi mutiert zum reflektiven psychologischen Thriller. Die diversen Handlungslinien überschneiden sich, das Tempo ist gehetzt wie beim Kriegsfilm.

Der atemlose Wahnsinn wird auf der Leinwand sichtbar, mittels hohen Tempos und harter, großartig choreographierter Action. Statt Schwarz, Blau und Rot, die im ersten Teil dominieren, komponiert Kameramann Robert Gantz mehr Braun und Orange.

Public Enemy No. 1 - Todestrieb

Im zweiten Teil seines atemlosen Bio-Pics über den Staatsfeind Jacques Mesrine ändert Regisseur Jean-Francois Richet die Tonalität: knallharter Krimi mutiert zum reflektiven psychologischen Thriller.

Jacques Mesrine, der "Public Enemy No. 1", ist zurück. "Mordinstinkt" hat er zunächst bewiesen, jetzt ist der "Todestrieb" dran. So lautet auch der deutsche Titel von Mesrines Roman, den er während seines letzten Gefängnisaufenthalts zu Papier brachte und den Abdel Raouf Dafri mit viel Einfühlungsvermögen zum Drehbuch umgearbeitet hat. War Teil eins noch klassisches Genrekino, Ausstattungsstück und Hard-Boiled-Krimi Hammett'scher Provenienz, ist Teil zwei psychologischer Thriller um die Paranoia eines Mannes, der instinktiv weiß, wie sein Leben enden wird. Entsprechend setzt die Handlung mit dem Tod des französischen Staatsfeindes Nr. 1 (wieder) ein: 2. November 1979, Porte de Clignancourt. Ein von Kugeln durchsiebter BMW blockiert den Verkehr. Auf dem Fahrersitz Jacques Mesrine. Blutüberströmt, tot. Neben ihm seine hysterisch kreischende Geliebte. Eine Polizei-Falle. Mesrine, gesprochen Merine, darauf besteht er, ob beim Verhör oder in Interviews, hatte keine Chance. Die Exekutive wertet die Tat als Erfolg, weite Teile der Bevölkerung sehen in der Aktion eine Hinrichtung, das hilflose Vorgehen einer überforderten Staatsmacht.

Dann springt Jean-Francois Richet ("Das Ende - Assault on Precinct 13") wieder zurück in der Zeit. 1973. Aus Kanada zurückgekehrt ist Mesrine längst lebende Legende, Stoff für die Regenbogenpresse, für die er posiert, der er launige Interviews gibt. Er hat eine neue Geliebte, Sylvie (Ludivine Sagnier aus "Swimming Pool"), einen neuen Komplizen, Francois (Mathieu Amalric aus "Ein Quantum Trost"), und in Kommissar Broussard (Olivier Gourmet) einen neuen Gegner. Vom Katz-und-Maus-Spiel dieser beiden Männer erzählt der Regisseur, vor allem aber von Mesrine, inzwischen mehr Pop-Held als Gangster. Natürlich überfällt er immer noch Banken, am liebsten gleich zwei hintereinander, natürlich bricht er wieder spektakulär aus dem Hochsicherheitstrakt aus, doch im Prinzip sieht er sich jetzt als Rebell, vom Staat verfolgt. Diesen Staat bekämpft er, wie ein Terrorist der RAF oder der Roten Brigaden. Die Banken, sagt er, die sind doch noch viel größere Verbrecher als er. Brillant erweckt Vincent Cassel diesen Romantiker, diesen Charismatiker zum Leben. Mesrine scheint Gary-Cooper-Filmen entsprungen, überlebensgroß, unbezwingbar.

Die diversen Handlungslinien überschneiden sich diesmal. Das Tempo ist gehetzt, wie beim Kriegsfilm, und der Public Enemy kämpft an allen Fronten. Es gibt keine Trennung mehr zwischen der privaten und der öffentlichen Figur. Dieser atemlose Wahnsinn wird auf der Leinwand sichtbar, mittels hohen Tempos, harter, großartig choreographierter Action. Die Kugeln fliegen, schlagen dumpf ein. Schwarz, Blau und Rot dominierten im ersten Teil, harte Farben für klare Entscheidungen. Braun und Orange komponiert Kameramann Robert Gantz diesmal, die Grenzen verwischen. Jacques Mesrine ist hier ein anderer Mann, ein Paranoiker, nur auf sich selbst fixiert. Deswegen hat Jean-Francois Richet eine andere Art Film gemacht, einen zweiten Blick gewagt. Nichts erfunden, nichts weggelassen. Mesrine ist Kino pur. geh.

Public Enemy No. 1 - Todestrieb

Frankreichs Staatsfeind Nr. 1 - Jacques Mesrine - hielt die Staatsgewalt 20 Jahre lang auf Trab, bis er 1979 auf offener Straße von einem Trupp Polizisten ohne Vorwarnung zur Strecke gebracht wurde. Dies ist seine Geschichte... 1959. Angewidert von der sinnlosen Gewalt gegen Unschuldige im Algerienkrieg kehrt Jacques Mesrine (Vincent Cassel) der französischen Armee den Rücken und reist nach Frankreich zurück. Kein Gesetz, keine Autorität, nichts soll ihn künftig bremsen. Als Handlanger des Pariser Unterweltbosses Guido (Gerard Depardieu) macht sich der junge Mann schnell einen Namen als ebenso charismatischer wie eiskalter Typ. Nach seinem ersten Mord taucht er zunächst in Spanien unter. Als er zurückkehrt, heiratet Mesrine die Spanierin Sofia (Elena Anaya). Obwohl sie drei Kinder miteinander haben, hält es Sofia nicht lange mit ihm aus. Mesrine macht als Verbrecher unbeirrt weiter, mit der verwegenen Jeanne Schneider (Cecile de France) an seiner Seite und immer tollkühneren Coups. Bald ist Frankreich ein zu heißes Pflaster. Mesrine und Jeanne setzen sich nach Kanada ab - und geraten dort in die Hände der Staatsgewalt. Die Haftbedingungen sind erbarmungslos, doch Mesrine schlägt zurück... 1973. Nach seinen Eskapaden in Frankreich und Kanada ist Jacques Mesrine (Vincent Cassel) in seiner Heimat längst eine Legende. Die Grande Nation hält den Atem an. Die Medien haben ihn "Staatsfeind Nr. 1" getauft. Lustvoll berichten sie von immer tollkühneren Raubzügen und Ausbrüchen aus angeblich hundertprozentig sicheren Gefängnissen, von regelrecht dreisten Spielen mit der Staatsgewalt und der Justiz, denen er nichts als Verachtung entgegenbringt. Im aufgeladenen Klima der Siebzigerjahre sieht sich Mesrine zunehmend als politisch Verfolgter und seine kaltblütigen Verbrechen als Weckruf für die gesamte Gesellschaft. Mit seinem Kompagnon Besse (Mathieu Almaric) und seiner Geliebten Sylvia (Ludvine Sagnier) foppt Mesrine die Behörden und zieht eine Spur der Zerstörung durch Frankreich. Obwohl er immer öfter brenzligen Situationen im letzten Augenblick entkommt, ahnt der Staatsfeind Nr. 1 nicht, dass sich die Schlinge um seinen Hals langsam immer mehr zusammenzieht. Gnade hat er nicht zu erwarten.

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Vincent Cassel   als Jacques Mesrine
  Ludivine Sagnier   als Sylvie Jeanjacquot
  Mathieu Amalric   als François Besse
  Gérard Lanvin   als Charly Bauer
  Samuel Le Bihan   als Michel Ardouin
  Olivier Gourmet   als Kommissar Broussard
  Michel Duchaussoy   als Mesrines Vater
  Myriam Boyer   als Mesrines Mutter
  Anne Consigny   als Mesrines Anwältin
  Georges Wilson   als Henri Lelièvre
 
Regie:  Jean-François Richet  
Buch:  Abdel Raouf Dafri  
  Jean-François Richet  
Musik:  Marco Beltrami  
  Marcus Trumpp  
Kamera:  Eric Catelan  
Produzent:  Thomas Langmann  
  Maxime Rémillard  
  André Rouleau  
 

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