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Rammbock

Originelle Melange aus Thriller, Komödie und Beziehungsdrama. Michael will in Berlin eigentlich seine Ex wiedergewinnen. Statt ihr erwarten ihn jedoch Zombies.


Rammbock

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Erhältlich seit:
03.12.2010

Horror/ Komödie

Deutschland 2009
Laufzeit: 60 Min.
FSK: ab 16

Michael Fuith
Theo Trebs
Anka Graczyk

Regie: Marvin Kren
Filmgalerie 451

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Rammbock

Michi ist extra von Wien nach Berlin gereist, um Exfreundin Gabi den Wohnungsschlüssel zu bringen. Natürlich spekuliert er in Wahrheit darauf, Gabi zurück zu gewinnen, aber das Schicksal hat sich etwas anderes für ihn und die Menschheit ausgedacht. Mitten in Michis Ankunft platzt der Ausbruch eines fürchterlichen Tollwutvirus, binnen weniger Stunden wimmeln Straßen und Gebäude vor amoklaufenden Infizierten. Michi aber sieht sich mit anderen im Berliner Altbau belagert und muss, um zu überleben, tief in die Trickkiste greifen.

Ein deutscher Horrorfilm, der dem Genre keine Schande macht, befährt vergleichsweise unblutig und auf überschaubarer Lauflänge, aber formal wie inhaltlich überzeugend das von den bekannten Zombiefilmen aufgeworfene Kielwasser. Der Held ist ein sympathischer Jedermann, spricht einen putzigen Akzent und lässt seine rasenden Verfolger ein ums andere mal um Haaresbreite ins Leere laufen. Das weckt zuweilen den Eindruck einer Komödie, doch ist die Stimmung insgesamt düster und der Ton vordergründig ernst. Fans vom Fach greifen zu und werden nicht enttäuscht.

Rammbock

Zombies! In Berlin! Marvin Krens Einstünder bietet eine originelle Melange aus Thriller, Komödie und Beziehungsdrama. Hier stimmt alles.

Ausgerechnet die übel beleumundeten und so aus der allzu properen deutschen Filmlandschaft in den Amateursektor verbannten Zombies (siehe "Virus Undead") geben ein veritables Lebenszeichen - als mittellanger Film aus der stets hochwertigen ZDF-Nachwuchs-Produktionsschmiede "Das kleine Fernsehspiel". Harter Splatter steht nicht zu befürchten; dafür bietet eine effektive und handwerklich ungemein gelungene Achse des Terrors aus "[Rec]" und "28 Days Later" den die Spannung auskostenden Hintergrund für eine tragikomische Beziehungskiste. "Rammbock" funktioniert sowohl als apokalyptischer, kammerspielartiger Thriller als auch als witziges wie empathisches Requiem eines sympathischen Verlierers.

Der heißt Michael (so überzeugend wie die ganze Besetzung: Michael Fuith) und ist ein 35-jähriger Österreicher mit sich lichtendem Haupthaar. Als der gutmütige Simpel in Berlin eintrifft, um seiner Ex Gabi (Anka Graczyk) nochmals seine Liebe zu gestehen, rumort in der deutschen Hauptstadt bereits ein Virus, dessen vehementer Ausbruch den schluffigen Antihelden verdattert: Ein Handwerker in Gabis verwaister Wohnung attackiert ihn und schon rennen Horden Infizierter auf der Suche nach Frischfleisch durch das Mietshaus. Michael verbarrikadiert sich mit dem 15-jährigen Lehrling Harper (Theo Trebs), der rascher als er begreift, was vor sich geht: Zombies verwüsten das Land und am nächsten Morgen kündet das Testbild im Fernseher von der allumfassenden Apokalypse. Fortan versuchen die Überlebenden, sich über den Innenhof zu verständigen und die Flucht zu organisieren. So findet Michael Gabi und wird unsanft mit dem Ende ihrer Beziehung konfrontiert.

Virtuos und ohne handelsübliche ironische Brechungen inszeniert der Wiener Marvin Kren in seinem Spielfilmdebüt, wie dieser Herzgebrochene den Tod umarmt - grandios unterlegt von Mozarts Lacrimosa-Requiem, das persönliche Tragik mit dem Weltuntergang vereint. Trotz der kurzen Spielzeit entfaltet sich ein kompaktes, glaubwürdiges und kreatives Szenario, das im Alternative-Look daherkommt und an dem einfach alles stimmt, weil aus jeder Budget-Not eine Tugend gemacht wird. Der Max-Ophüls-Publikumspreis und andere Auszeichnungen belegen, wie sehr ein starker deutscher Genrefilm ankommt, wenn sich nur jemand traut, ihn ordentlich anzupacken.

tk.

Rammbock

Ein schreckliches Virus vermehrt sich im Norden Europas in rasantem Tempo - die daran Erkrankten werden zu wütenden Bestien. Chaotische Zustände machen sich breit. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael (Michael Fuith) in Berlin ein, um seine Liebe, seine Ex-Freundin Gabi, zu besuchen. Einmal angekommen, bugsiert das Schicksal den 15-jährigen Harper (Theo Trebs) in seine Obhut. Gegenseitig beschützen sie sich und andere vor tobenden Zombies. Dabei ist Michael vordergründig kein Actionheld, vielmehr ein Philanthrop mit stark ausgeprägtem Helfersyndrom - ein Liebender in Zeiten der Zombiekalypse. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von Gabi jede Spur.

Quelle: Filmgalerie 451

- Kurzfilm SCHAUTAG von Marvin Kren (D 2009, 23 min)
- Interview mit Regisseur Marvin Kren und Drehbuchautor Benjamin
Hessler (D 2010, ca. 16 min),
- RAMMBOCK Teaser, Trailer

Quelle: Filmgalerie 451

Darsteller:  Michael Fuith   als Michael
  Theo Trebs   als Harper
  Anka Graczyk   als Gabi
  Emily Cox   als Anita
  Katelijne Philips-Lebon   als Heike
  Steffen Münster   als Klaus
  Andreas Schröders   als Ulf
  Harald Geil   als Thorsten
  Brigitte Kren   als Frau Bramkamp
  Sebastian Achillles   als Kai
  Jörn Hentschel   als Dominik
  Katharina Rivilis   als Semra
  Arno Kölker   als Handwerker
  Carsten Behrendt   als Manni
  Eckehard Hoffmann   als Polizeisprecher
 
Regie:  Marvin Kren  
Buch:  Benjamin Hessler  
Musik:  Marco Dreckkötter  
  Stefan Will  
Kamera:  Moritz Schultheiß  
Produzent:  Sigrid Hoerner  
 

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