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Rango

Wunderbar skurriler und visuell bestechender CGI-Animartionsfilm über ein Chamäleon im Wilden Westen, das als Sheriff in einem Wüstenkaff für Recht und Ordnung sorgen soll.


Rango

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.08.2011

Trickfilm/ Komödie

USA 2011
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 6

Regie: Gore Verbinski
Paramount Home Entertainment

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Rango

Ein Chamäleon fristet ein behütetes Dasein in seinem Terrarium, als er bei einem Beinahe-Unfall seines Besitzers mitten in der Wüste aus dem Auto geschleudert wird. Bei der Suche nach Wasser erlebt er erste Abenteuer und stößt auf ein kleines Kaff mit dem klingenden Namen Dirt. Dort empfiehlt er sich mit Angebergeschichten und einem eher zufälligen Triumph über einen gefährlichen Falken als künftiger Sheriff. Er nennt sich Rango und hat sogleich die Aufgabe herauszufinden, warum das Städtchen seit langem unter eklatantem Wassermangel leidet.

Die Wüste lebt in dem ersten Film von Gore Verbinski seit "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt". Der wunderbar witzige, visuell herausragende CGI-Animationsfilm über ein Chamäleon mit Identitätsproblem zitiert sich schräg durch die Historie des Westerns (Ford, Leone, Peckinpah), bezieht seine Prämisse aus "Chinatown", verneigt sich vor "Fear and Loathing in Las Vegas" und lässt schließlich auch noch Clint Eastwood auftreten. Ein herrlicher Spaß mit einem (im Original) bestaufgelegten Johnny Depp als Stimme des Titelhelden.

Rango

Mit einem CGI-Animationsfilm, wie es bisher noch keinen gab, stellt das "Pirates of the Caribbean"-Duo Johnny Depp und Gore Verbinski wieder Genreregeln auf den Kopf.

Seine "Pirates of the Caribbean"-Filme hatte Gore Verbinski noch als Verbeugung vor dem amerikanischsten aller Filmgenres angesehen. Sein erster CGI-Animationsfilm ist nun ein lupenreiner Western geworden, wenngleich in einer Variation, die Hommage und Kommentar, Dekonstruktion und Rekonstruktion in einem ist. Gespickt mit Zitaten und Verweisen auf die großen Filme von Ford, Hawks, Leone und Peckinpah und begleitet von einer aus Eulen bestehenden Mariachiband, die sich mit ihren Liedern als griechischer Chor betätigt, wie es einst Nat King Cole in "Cat Ballou" getan hatte, wird "Rango" erzählt als Film im Film im Film.

Der Held in dieser Ballade vom Desperado, der eine kleine Wüstenstadt vor dem Untergang retten soll, ist ein Chamäleon. Eine Amphibie, deren Wesen es ist, sich jeder Situation nahtlos anpassen zu können. Genau darunter aber leidet der Kerl, der als Haustier gegen seine Identitätskrise in seinem Terrarium ankämpft, indem er sich mit den ganz großen Theaterwerken beschäftigt. Als seine Besitzer auf dem Weg durch die Wüste über eine Bodenwelle fahren, wird das Chamäleon aus dem Auto geschleudert. Folglich erhält es die Gelegenheit, sich zu bewähren, in einem höchst skurrilen, ebenso surrealen und ungemein temporeichen Abenteuer. Nachdem er eine erste lebensbedrohliche Situation mit einem angriffslustigen Falken überlebt hat, erfindet sich die Echse in dem heruntergekommenen Wüstenkaff Dirt neu als Rango, der zum Sheriff ernannt wird und das Rätsel lösen soll, warum kein Tropfen Wasser mehr im Umfeld zu finden ist.

Die Prämisse, direkt Roman Polanskis "Chinatown" entlehnt, vor dem sich Verbinski und sein Kreativteam doppelt verbeugen, weil der Bürgermeister der Stadt - eine Schildkröte - dem von John Huston gespielten Noah Cross nachempfunden ist. Auch sonst trifft man auf archetypische Figuren und Situationen, wie sie in klassischen Western gang und gäbe sind. Nur dass Verbinski nicht bereit ist, nach den Regeln zu spielen. Wie seine Titelfigur ist auch er ein Fremder auf ihm fremdem Terrain, der sich mit Improvisationslust, Chuzpe und Findigkeit durch das Szenario bewegt, das eine ideale Spielwiese für seine überbordende Fantasie ist. Unerwartetes und Überraschendes ist oberstes Gesetz: In einem frühen Moment ist Rango mit Hunter S. Thompson konfrontiert, der nach Las Vegas düst (Johnny Depp begegnet also Johnny Depp), später fliegen Fledermäuse zu den Klängen des Walkürenritts einen Luftangriff auf einen Wagentreck, und schließlich hat auch noch Clint Eastwood einen Auftritt als Spirit of the West. Dazu kommen eine weibliche Echse, die stets zu inopportunen Augenblicken in einen Schockzustand fällt, ein daueralkoholisierter Hase mit nur einem Ohr, eine zierliche Wüstenmaus und eine Klapperschlange, die anstelle von Rasseln eine Schnellfeuerwaffe trägt. Und doch sind allesamt nur Kulisse und Wortgeber für Johnny Depp, der losgelöst von den Limitationen des eigenen Körpers eine Darstellung gibt, wie sie gebührender nicht sein könnte für den Mann, der das Rebellentum in Hollywood zur Kunstform erhoben hat nd nun Kunst und Kommerz im Animationsfilm vermählt. ts.

Sprecher:  Johnny Depp   als Rango
  Isla Fisher   als Beans
  Abigail Breslin   als Priscilla
  Alfred Molina   als Roadkill
  Bill Nighy   als Klapperschlangen-Jake
  Stephen Root   als Doc, Merrymack
  Harry Dean Stanton   als Balthazar
  Ray Winstone   als Bad Bill
  Timothy Olyphant   als Geist des Westens
  Ian Abercrombie   als Ambrose
  Gil Birmingham   als verwundeter Vogel
  Claudia Black   als Angelique
  Ned Beatty   als Tortoise John
  Hemky Madera   als Stump
 
Regie:  Gore Verbinski  
Buch:  John Logan  
  Gore Verbinski  
Musik:  Hans Zimmer  
Produzent:  John B. Carls  
  Graham King  
  Gore Verbinski  

11 Oscar-Nominierungen für Kinderfilm "Hugo Cabret", 10 für Stummfilm "The Artist"

Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.

Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi) Großansicht

Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.

Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:

Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.

Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.

Clooney gesetzt

Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.

Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.

Margaret Thatcher ist die Größte

Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.

Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.

In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.

Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".

Fünfkampf in den beiden Königsklassen und eine deutsche Hoffnung

Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.

Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.

Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".

Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.

Aushilfsmoderator beschwört die Liebe zum Film

Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!

Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.

Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"

Was für ein schönes Motto für die Nacht, in der diejenigen geehrt werden, die dieser Liebe immer wieder Nahrung geben...

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