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Reine Chefsache

Komödie der Brüder Weitz über einen Karrieremann in den besten Jahren, dessen Leben mit einem jüngeren neuen Boss aus dem Ruder läuft.


Reine Chefsache

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.10.2005

Originaltitel: In Good Company

Drama/ Komödie

USA 2004
Laufzeit: 106 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Dennis Quaid
Topher Grace
Scarlett Johansson

Regie: Paul Weitz
Universum Film

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Ein Feelgood-Movie mit Witz und Herz: Scarlett Johansson verliebt sich ausgerechnet in den Harvard-Schnösel, der ihrem Vater den Job gestohlen hat.

Jetzt reicht's Junge. Dennis Quaid lässt sich von Topher Grace nicht mehr unterbuttern (Foto: Tobis) Großansicht

Jetzt reicht's Junge. Dennis Quaid lässt sich von Topher Grace nicht mehr unterbuttern (Foto: Tobis)

Eigentlich geht es dem Anzeigenleiter Dan Foreman (Dennis Quaid) gut. An seinem Arbeitsplatz bei der Zeitschrift "Sports America" ist er angesehen, privat könnte er für eine Bilderbuchfamilie Reklame machen mit seiner Ehefrau, den zwei netten Töchtern und dem schnuckeligen Vorstadthaus.

Aber das Leben hat leider auch Überraschungen parat, gute wie schlechte. Erst eröffnet ihm die Gattin, dass er mit 51 Jahren noch mal Vater wird, dann verkündet Tochter Alex (Scarlett Johansson), dass sie gerne in New York ein teures College besuchen möchte.

Da der Gehaltsscheck pünktlich kommt und die Bank eine zweite Hypothek aufs Häuschen genehmigt, scheint alles in Butter.

Vom wütenden Papa ertappt: Die Tochter mit dem Widersacher (Foto: Tobis) Großansicht

Vom wütenden Papa ertappt: Die Tochter mit dem Widersacher (Foto: Tobis)

Kotzbrocken mit Größenwahn

Doch dann der Hammer: "Sports America" wird an einen Mischkonzern verkauft und der neue Manager kennt nicht "hire", sondern nur "fire".

Zwar wird der Oldie nicht wie ein Großteil seiner Kollegen ruckzuck entlassen, muss jedoch sein schickes Büro für einen halb so alten und total unerfahrenen Schnösel räumen, der ihm sagt, wo es langgeht.

Der Harvard-Kotzbrocken Carter Duryea (Topher Grace) führt ganz neue Sitten ein - Sonntags-Meetings, Motivationstraining bei Nacht und Nebel und Basketballspiele, das schlimmste ist sein pseudokluges Gequatsche von Synergien und Cross-Promotion. Da er Null Ahnung hat, hängt er sich an den altgedienten Foreman und lädt sich sogar selbst zum abendlichen Familiendinner ein.

Ganz nebenbei verliert er sein Herz an Alex, die ihn zart becirct, bald sind sie ein Liebespaar. Als der Papa die Affäre rauskriegt, rastet er aus und macht den Milchbubi zur Minna.

Endlich wieder eine glückliche Familie (Foto: Tobis) Großansicht

Endlich wieder eine glückliche Familie (Foto: Tobis)

Urgestein trifft Nachwuchsstern

Selten wurde das Big Business mit seinen schmutzigen und menschenunwürdigen Machenschaften so aufs Korn genommen und selten knallten zwei so unterschiedliche Typen wie Hollywood-Urgestein Dennis Quaid und Shooting-Star Topher Grace ("Mona Lisas Lächeln") mit soviel Witz, Wut und Widerwillen aufeinander.

Aber wenn der junge Karrierist mit Scarlett Johansson ("Lost in Translation", "Das Mädchen mit dem Perlenohrring") turtelt und plötzlich merkt, es gibt noch etwas wichtigeres als Macht, Markt und Moneten, das alte Rauhbein trickreich seinen tollen Job zurückerobert und die beiden sogar Buddies werden, ist die Welt wieder in Ordnung.

Reine Chefsache

Ein entlarvender Blick hinter die Fassade der "corporate identity" mit feindlicher Übernahme, Mobbing und Verlust traditioneller Firmenkultur, Kannibalismus in der Chefetage. In Paul Weitz' Satire mit dem vieldeutigen Originaltitel "In Good company" werden die Kleinen von den Großen gefressen, die Alten von den Jungen ausgebootet. Aber manchmal gibt es noch Wunder, da entpuppt sich der knallharte Karrierist als eigentlich netter Junge und der entmachtete Oldie als gewitzter Strippenzieher.

Wer im Big Business ganz nach oben will, darf nicht dem Humanismus fröhnen, sondern muss gnadenlos seine Gegner aus dem Weg räumen. Einer dieser supersmarten Typen ist Carter Duryea. Er faselt von Synergien und redet von "freisetzen" wenn er "entlassen" meint, drückt den Gefeuerten noch kalt lächelnd ein Kleenex zum Tränentrocknen in die Hand. Wie im richtigen Leben gerät der Einzelne beim Kampf um Macht und Märkte unter die Räder. Da wird die Wochenzeitung "Sports America" von einem Großunternehmer à la Murdoch aufgekauft, der langgediente Dan Forman verliert seinen angesehenen Job und sein schickes Büro. Der gestandene Verkaufsexperte muss die Zähne zusammenbeißen und dem neuen Milchbubi zuarbeiten, schließlich wird der 51Jährige zum dritten Mal Papa, muss die Hypothek aufs Häuschen ab- und das Studium seiner Tochter bezahlen. Die Midlifecrisis ist da, zumal der nur halb so alte Carter blitzschnell neue Methoden des Cross-Promoting einführt und ungeahnte Erfolgszahlen präsentiert. Als der Youngster dann noch hinter seinem Rücken eine Affäre mit dem Töchterchen anfängt, liegen bei Dan die Nerven blank.

"Reine Nervensache" entpuppt sich trotz aller Kritik an Profitmaximierung und dem Prinzip des Hire and Fire als "Feel Good Movie", denn Saulus alias Carter mutiert zum Paulus, der die Werte des wahren Seins erkennt und der alte Fuchs hat am Ende wieder die Fäden in der Hand und den Chefsessel unterm Hintern. Menschlichkeit siegt über Materialismus. Das mag in Zeiten von Globalisierung und Shareholder-Value zwar realitätsfern und nur ein frommer Wunsch sein - es macht aber einfach Spaß, Topher Grace als seelisch verkümmerten Kotzbrocken zu sehen, der - nachdem ihm die Frau weggelaufen ist - nur noch mit seinem Zierfisch plaudert und sich mit einem Porsche belohnt, aber an Scarlett Johansson ganz romantisch sein Herz verliert. Und Dennis Quaid ist die Rolle des erfahrenen Haudegens, der die Kurve vom Loser zum Winner schafft, auf den Leib geschrieben. Für rührende Momente sorgt David Paymer, eine tragische Angestellten-Figur, die für all diejenigen steht, die trotz ihrer Leistung plötzlich zum alten Eisen zählen, weil sie billigeren und brutaleren Newcomern Platz machen müssen. Manchmal erinnert die Rücksichtslosigkeit der Handelnden an "In the Company of Men", dann wieder menschelt es stark, werden die Konkurrenten zu Buddies. Nach dieser versöhnenden und humorigen Botschaft aus dem Haifischbecken ist die Welt für einen kurzen Moment wieder in Ordnung. mk.

Darsteller:  Dennis Quaid   als Dan Foreman
  Topher Grace   als Carter Duryea
  Scarlett Johansson   als Alex Foreman
  Marg Helgenberger   als Ann Foreman
  David Paymer   als Morty
  Clark Gregg   als Steckle
  Philip Baker Hall   als Eugene Kalb
  Selma Blair   als Kimberly
  Frankie Faison   als Corwin
  Ty Burrell   als Enrique Colon
  Kevin Chapman   als Lou
  Amy Aquino   als Alicia
  Zena Grey   als Jana Foreman
  Malcolm McDowell   als Teddy K
  Lauren Tom   als Geburtshelferin
 
Regie:  Paul Weitz  
Buch:  Paul Weitz  
Musik:  Stephen Trask  
Kamera:  Remi Adefarasin  
Produzent:  Chris Weitz  
  Paul Weitz  

Die Filme im Berlinale-Wettbewerb

Im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin werden 21 Filme um die Goldenen und Silbernen Bären konkurrieren. Darunter sind fünf Spielfilmdebüts und insgesamt 16 Weltpremieren. Vervollständigt wird das Programm durch fünf Produktionen, die außer Konkurrenz präsentiert werden.

Vergangenheitsbewältigung in Ruanda: "Sometimes in April" (Foto: HBO Films) Großansicht

Vergangenheitsbewältigung in Ruanda: "Sometimes in April" (Foto: HBO Films)

Von den bereits gemeldeten Filmen wurden jetzt folgende Titel offiziell bestätigt: "Sometimes in April" von Raoul Peck (USA), der sich ebenso wie "Hotel Rwanda" mit dem Bürgerkrieg in Ruanda beschäftigt.

Weitere Filme sind: die New Yorker Liebesgeschichte "Heights", das Debüt von Chris Terrio (USA / Großbritannien, außer Konkurrenz); das Familiendrama "Provincia meccanica" von Stefano Mordini (Italien); "Angeklagt", das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Jacob Thuesen (Dänemark); der Episodenfilm "Tickets" (Italien, Großbritannien, außer Konkurrenz), mit Beiträgen von Ermanno Olmi, Abbas Kiarostami und Ken Loach, die alle in einem Zug nach Rom spielen.

Chaos garantiert: Stefano Accorsi und Ivan Franek in "Provincia Meccanica" (Foto: Medusa Film) Großansicht

Chaos garantiert: Stefano Accorsi und Ivan Franek in "Provincia Meccanica" (Foto: Medusa Film)

Der Kampf im Visier

Die französischen Beiträge werden komplettiert von der Familiengeschichte "Les mots bleus" von Alain Corneau und "De battre mon coeur s'est arrêté" von Jacques Audiard.

Der Nahostkonflikt ist Thema in "Paradise Now" von Hany Abu Assad (Niederlande, Deutschland, Frankreich). Der renommierte russische Regisseur Alexander Sokurow präsentiert "Solnze" (Russland, Italien, Frankreich), den dritten Teil einer Trilogie über die Psychologie der Macht. Tsai Ming-Liang, zuletzt mit "Der Fluss" im Wettbewerb der Berlinale, kehrt mit der taiwanesisch-chinesisch-französischen Koproduktion "Tian bian yi duo yun" ("The Wayward Cloud") nach Berlin zurück. Aus Japan kommt die Samuraigeschichte "Kakushi ken: oni no tsume" ("The Hidden Blade") von Yoji Yamada, der vor zwei Jahren mit "The Twighlight Samurai" in Berlin war.

Der renommierte US-Videoclipregisseur Mike Mills zeigt sein Spielfilmdebüt "Thumbsucker", mit Keanu Reeves, Vincent D'Onofrio und Tilda Swinton. Aus den USA wird außerdem Paul Weitz mit "In Good Company" vertreten sein, mit Dennis Quaid und Scarlett Johansson.

 

Reine Chefsache in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Dennis Quaid

Er trägt ein charmantes und manchmal verwirrtes Siegerlächeln, ist der Typ der lockeren Verführung, der keiner Affäre abgeneigt ist und dabei...

 

Star

Scarlett Johansson

Filmschönheit mit sinnlicher Aura und seit "Lost in Translation" höchst gefragte Darstellerin. Ihr plötzlicher Erfolg schlug - wie...