
Famoses Solo von Edgar Selge als Handelsvertreter im Stress und Vater in Nöten in putzmunterer Sommerkomödie.
Als Meister des Versonnenen, Verschmitzten und Verkniffenen spielt "Polizeiruf 110"-Kommissar Edgar Selge ebenso gern in Komödien. Hier mimt er Herrn Zenker, einen selbstbewussten Handelsvertreter eines Modehauses, der sich noch am Morgen über seinen nagelneuen Mercedes S-Klasse freut, aber innerhalb weniger Tage seine kleine Welt im Chaos versinken sieht. Erst muss ihm Sohn Karsten (Florian Bartholomäi) bei den Fahrten durch die deutsche Provinz aus der Patsche helfen, weil ihm der Führerschein entzogen wurde, dann muss er entsetzt feststellen, dass sein junger Rivale Steven (Roman Knizka) ihm mit einer neuen Kollektion und miesen Tricks die Kunden stielt. Nicht genug damit, verlässt ihn Ehefrau Erika (Franziska Walser), erlebt Karsten ausgerechnet durch Steven sein schwules Coming Out, steht Herr Zenker vor dem Bankrott und landet der Mercedes in einem Teich.
Wie, das ist das Resultat des Showdowns vor der Pension Brigitta, der alle Beteiligten zusammenführt und eine berühmte Szene aus "Goldfinger" zitiert: Besitzerin Brigitta (Traute Hoess), Männerhasserin, wie sie im Buche steht und Erikas beste Freundin, legt da mit dem Sturmgewehr auf Zenker an, der sie am liebsten überfahren würde. Das witzige Drehbuch von Regisseur Ingo Rasper und Tom Streuber bietet mit erstaunlichem Tempo, Schmunzeldialogen und lustvollem Spiel mit Klischees ("Wer verdient denn das Geld, das unsere Frauen ausgeben?") eine putzmuntere Sommerkomödie als beste Unterhaltung mit gut gelaunten Darstellern an, allen voran Edgar Selge, der seinen Biedermann als ausrastenden Brandstifter wonnig durch eine Serie von Katastrophen führt. Originell auch der Vorspann, bei dem die Namen auf Kleidungsstücken und Preisschildern gedruckt erscheinen und der Titel als Stempel die Sache abrundet. Als musikalisches Leitmotiv dient der schöne alte Tango "Hernando's Hideaway". Olé! ger.