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Reine Nervensache

De Niro als Mafioso, Billy Crystal als sein Psychiater, der Rest auch für Komödienmuffel ein therapeutisches Vergnügen.


Reine Nervensache

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Erhältlich seit:
19.11.1999

Originaltitel: Analyze This

Komödie

USA 1999
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12

Robert De Niro
Billy Crystal
Leo Rossi

Regie: Harold Ramis
Warner Home Video Germany

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Reine Nervensache

Weil der sonst so eiskalte Mafia-Boss Paul Vitti plötzlich von furchtbaren Angstattacken heimgesucht wird, vermittelt ihn dessen Bodyguard an den Psychiater Ben Sobol. Dieser soll seinen Chef bis zum in zwei Wochen stattfindenden Mafia-Gipfeltreffen von dem berufsschädigenden und somit lebensbedrohlichen Trauma therapieren. Die außergewöhnliche Begegnung zwischen Killer und Normalbürger gerät zur Seelenkur, die nicht nur beide Männer von ihren Dämonen befreien wird, sondern sogar so etwas wie Freundschaft aufkeimen läßt.

Mit seiner herrlich überspitzten Persiflage auf das Mafia- und Psychiater-Milieu knüpft Harold Ramis nahtlos an seine Komödien-Erfolge wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" oder "Vier lieben dich" an. Köstliche Dialoge und jede Menge Situationskomik sorgen für reinstes Filmvergnügen, das sich noch steigert, wenn "Pate" Robert De Niro genüßlich den oft von ihm besetzten Rollentypus parodiert und "Saturday Night Live"-Ikone Billy Crystal der Psychiater-Innung lustvoll alle Unehre macht. Allein das Star-Potential der beiden reicht aus, um diesen amüsanten Genie-Streich in vorderste Chart-Positionen zu manövrieren.

Reine Nervensache

Ganz in ihrer Tätigkeit aufgehende Mafiosi brauchen in der Regel drei Dinge: einen guten Koch, einen guten Schneider und einen schlechten Polizisten. "Reine Nervensache", der neueste potentielle Hit des Komödienspezialisten Harold Ramis ("Vier lieben dich") ergänzt diesen Katalog um einen Eintrag. Unterweltboss Paul Vitti benötigt einen Psychiater, denn eine nervliche Blockade droht ihn zur Heulsuse zu machen. Aus dem Aufeinanderprallen der Problemlösungsstrategien beider Männer ("Ich mach dich fertig, Kröte" versus "Ich hör dir zu, Du") entwickeln sich genügend Situationskomik und Dialogwitz für 100 amüsante Minuten, auch wenn das Potential der Ausgangsidee von der Geschichte nicht ausgeschöpft wirkt.

Wie schon "Sein Name ist Mad Dog" lebt auch "Reine Nervensache" von der Prämisse einer sich entwickelnden Freundschaft zwischen Mafioso und Normalbürger, gegen die sich Letzterer vergeblich zur Wehr setzt. Hier ist es Billy Crystal, ein von seinen neurotischen Patienten entnervter Psychiater, der wie schon sein Kollege aus "Happiness" bei Sitzungen in Gewaltfantasien abdriftet, ohne freilich deren Radikalität zu erreichen. Der ungewollte Kontakt zur Unterwelt wird bei einem Auffahrunfall hergestellt, nach dem die Visitenkarte von Crystals Figur Ben Sobol in der Jackentasche von Bodyguard Jelly (Joseph Viterelli) landet. Dem sein Boß Paul Vitti (Robert De Niro) seit Tagen große Sorgen bereitet, weil Vittis Angstattacken das Image ruinieren, und er befragte Zeugen von der Gangsterkonkurrenz zum besseren Informationsfluß nicht einmal mehr den Schädel weichklopfen kann. Weil sich aber in New York in zwei Wochen die ganze amerikanische Mafiasippe zur Krisenkonferenz versammeln wird, auch um die Fehde zwischen Vitti und Widersacher Primo (Chazz Palminteri) zu klären, soll der Doc bis dahin die Killer-Komplexe kurieren.

Für Ramis' Komödie erweist es sich als Glücksgriff, daß Robert De Niro für diese Rolle gewonnen werden konnte. Zum einen, weil De Niro auch in einer als komisch angelegten Figur zu den leisesten Darstellern zählt. Zum anderen, weil die Komödie seine filmographische Vergangenheit natürlich humoristisch ausbeutet. Wenn der Goodfella also den hier nicht übermäßig geforderten Crystal warnt "Machst Du aus mir ein schwules Weichei, stirbst Du", wird das von uns zwar beschmunzelt, aber auch ernst genommen. Gleiches gilt für Joseph Viterelli, der sich im Kino als tumber, aber oft nicht unsympathischer Mafiaschläger (etwa in Woody Allens "Bullets over Broadway") schon seinen Lebensabend sichern konnte. Gewalt ist in diesem Milieu, über das der Film als geistigen Hohlraum spottet, ein konditionierter Reflex, wird aber von Ramis trotz eines sichtbaren Mordes cartoonhaft serviert. Überraschend ernst meint es "Reine Nervensache" jedoch mit seinem moralischen Ton. Während dem therapeutischen Ansatz und den Analysekonzepten der Psychologie über weite Strecken nur Hohn entgegengebracht werden, hat der Seelenklempner am Ende doch einen Gefallenen geläutert. Radikaleres und Frecheres, etwa die Enthemmung De Niros zum befreiten Killer, oder die Verführung Crystals durch den Lebensstil der Goodfellas, traut sich diese unterhaltsame Komödie nicht zu, mit der Ramis wohl nicht an den Erfolg von "Und täglich grüßt das Murmeltier", vielleicht aber an "Vier lieben dich" anschließen könnte. kob.

Darsteller:  Robert De Niro   als Paul Vitti
  Billy Crystal   als Ben Sobol
  Leo Rossi   als Carlo Mangano
  Lisa Kudrow   als Laura MacNamara
  Joe Viterelli   als Jelly
  Chazz Palminteri   als Primo Sindone
  Bill Macy   als Isaac Sobol
  Kyle Sabihy   als Michael Sobol
  Rebecca Schull   als Dorothy Sobol
  Molly Shannon   als Caroline
  Max Casella   als Nicky Shivers
  Pat Cooper   als Salvatore Masiello
  Richard C. Castellano   als Jimmy
  Jimmie Ray Weeks   als FBI Agent Steadman
  Elizabeth Bracco   als Marie Vitti
  Tony Darrow   als Moony
  Donna-Marie Recco   als Sheila
  Dave Corey   als Bodyguard
  New York Joe Catalfumo   als Unbekannter Gangster
  Tony Bennett   als Tony Bennett
  Joseph Rigano   als Manetta
  Anthony Russo  
 
Regie:  Harold Ramis  
Buch:  Peter Tolan  
  Harold Ramis  
  Kenneth Lonergan  
Musik:  Trevor Jones  
  Howard Shore  
Kamera:  Stuart Dryburgh  

Billy Crystal moderiert die Oscars

Endlich darf er wieder ran! Billy Crystal wird am 29 Februar 2004 nach drei Jahren Pause erneut Gastgeber der "Oscar"-Verleihung sein.

Ja..., ja..., ja...! Ich bin wieder drin!" (Foto: Warner) Großansicht

Ja..., ja..., ja...! Ich bin wieder drin!" (Foto: Warner)

"Ich freue mich sehr, die Gala wieder einmal moderieren zu dürfen", meinte Billy Crystal auf der Pressekonferenz am späten Mittwoch Abend in Los Angeles. Hatte er doch schon vor längerer Zeit im Spaß befürchtet, Whoopi Goldberg und Steve Martin könnten sich die Gala bis zum Sankt Nimmerleinstag untereinender aufteilen.

Crystal spielte mit seiner Bemerkung darauf an, dass die Academy in den letzten drei Jahren abwechselnd Goldberg und Martin als Hosts einsetzte, obwohl er sich immer wieder als Moderator angetragen hatte. Nächstes Jahr aber darf Crystal ran, dann mittlerweile zum achten Mal.

Notorischer Kino-Hasser

Und der 56-jährige Schauspieler ("Harry und Sally", "Reine Nervensache") und Moderator zeigte sich bereits in "Oscar"-Form. Auf die Frage nach seinem Favoriten für die Goldstatue bemerkte er spöttisch: "Ich gehe nicht ins Kino! Haben Sie schon einmal bemerkt, was aus dem Kino geworden ist?

Außerdem kündigte er bereits selbstbewusst an, mit der Gala im nächsten Jahr seinen vierten "Emmy" als "Oscar"-Moderator erringen zu wollen. Dann können wir uns ja schon mal auf einen schwungvollen Abend gefasst machen...

 

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