DVD Leihvideo

Requiem

Mit stimmigen Bildern inszeniertes, emotional aufwühlendes Drama um ein Mädchen, das sich von Dämonen besessen glaubt.


Requiem

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.09.2006

Drama

Deutschland 2005
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12

Sandra Hüller
Burghart Klaußner
Imogen Kogge

Regie: Hans-Christian Schmid
Warner Home Video Germany

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Mit stimmigen Bildern inszeniertes, emotional aufwühlendes Drama um ein Mädchen, das sich von Dämonen besessen glaubt.

Michaela weiß nicht, woran sie glauben soll (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Michaela weiß nicht, woran sie glauben soll (Foto: X Verleih (Warner))

In den frühen siebziger Jahren verlässt die 21-jährige Michaela (Sandra Hüller) gegen den Willen ihrer Mutter das streng katholische Elternhaus in der schwäbischen Provinz, um in Tübingen zu studieren. Obwohl sie schnell Freunde findet, gestaltet sich der Schritt in die Unabhängigkeit schwierig:

Michaela hat mit epileptischen Anfällen und Wahnvorstellungen zu kämpfen und fühlt sich von Dämonen besessen. Ein junger Priester glaubt schließlich, ein Exorzismus sei Michaelas letzte Rettung.

Regietalent Hans-Christian Schmid legt mit seinem ersten selbst produzierten Spielfilm ein mit stimmigen Bildern inszeniertes, emotional aufwühlendes Drama vor, das auf Tatsachen beruht.

Die Eltern sind völlig schockiert (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Die Eltern sind völlig schockiert (Foto: X Verleih (Warner))

Den Zwängen ausgesetzt

In der deutschen Variante von "Der Exorzismus von Emily Rose" verzichtet Schmid bewusst auf reißerische Darbietungen sowie eindeutige Erklärungen und konzentriert sich stattdessen auf die familiären und religiös-traditionellen Zwänge, denen seine Protagonistin ausgesetzt ist.

Die Theaterschauspielerin Sandra Hüller gibt ihr beeindruckendes Leinwanddebüt, für das sie bereits mit dem Bayerischen Filmpreis prämiert wurde.

Requiem

Mit diesem stimmigen und aufwühlenden Drama einer zwischen Glauben und Lebenslust, Familie und Freundschaft zerrissenen kranken jungen Frau beweist Hans-Christian Schmid erneut, dass er zu den besten Regisseuren seiner Generation zählt.

Hans-Christian Schmid sucht sich die Themen nicht nach kurzfristigen Moden aus, sondern stößt auf Geschichten, die ihn berühren. Da nimmt er auch in Kauf, dass sie wie hier in den 70ern spielen und Exorzismus behandeln. Inspiriert von einer wahren Begebenheit erzählt er vom Schicksal der Michaela Klingler, die das streng katholische Elternhaus verlässt, um in Tübingen zu studieren. Dem spießbürgerlichen Umfeld entronnen, genießt sie die unbekannte Freiheit, findet eine fröhliche Freundin und verliebt sich in den sympathischen Stefan (Nicholas Reinke). Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los, sie leidet zunehmend unter epileptischen Anfällen und Wahnvorstellungen, wendet sich in ihrer Verzweiflung an einen Priester, stimmt gar freiwilig einem Exorzismus zu und bezahlt diese Entscheidung mit dem Leben. Ausgangspunkt war ein Artikel über den Fall Klingenberg, noch heute ziehen Wallfahrer zum Haus der vor über 20 Jahren verstorbenen Anneliese Michel. Wie sie kämpft auch die tragische Heldin von "Requiem" mit inneren Dämonen, möchte die Freuden des Jungseins, das erste Herzklopfen, den ersten Kuß genießen, wird aber immer wieder von Schuldgefühlen und Angst übermannt und schafft es nicht, aus dem Teufelskreis von Bigotterie und Besessenheit auszubrechen. Das Absurde: alle Beteiligten wollen nur das Beste und tun das Falsche. Der gutmütige Vater, der sich gegen die gestrenge und gefühlsresistente Mutter nicht durchsetzen kann, die Freundin, die ihr zuredet, einen Arzt aufzusuchen, der Freund, der hilflos zuschaut, wie das zierliche Mädchen sich in ein schreiendes Wesen verwandelt. Es geht Schmid weniger um Glaubensfragen, sondern um eine Familiengeschichte. Michaela startet hoffnungsvoll und scheitert am Ende, wie auch Karl Koch in "23". Schmerzhafte und quälende Szenen werden zwar nicht ausgespart, aber nie gleitet der Film in spekulative Bilder oder Voyeurismus, lässt der Protagonistin ihre Würde. Bevor es unerträglich wird, zieht sich die Kamera zurück, geht auf Distanz. "Ernst-Busch"-Absolventin Sandra Hüller (ausgezeichnet mit dem "Bayerischen Filmpreis"), die in ihrer Zartheit und Stärke Ähnlichkeit mit Cate Blanchett aufweist, gibt sich seelisch nackt, kehrt das Innerste nach Außen, ist mal charmant-aufgeweckte Studentin, dann weinendes Wrack. Dieser an die Substanz gehenden Performance kann sich wohl niemand entziehen. "Requiem" ist trotz lauter Ausbrüche ein Film der leisen Töne und feinen Sanftheit, ein Kinowunder. mk.

Darsteller:  Sandra Hüller   als Michaela Klingler
  Burghart Klaußner   als Karl Klingler
  Imogen Kogge   als Marianne Klingler
  Friederike Adolph   als Helga Klingler
  Anna Blomeier   als Hanna Imhof
  Nicholas Reinke   als Stefan Weiser
  Jens Harzer   als Martin Borchert
  Walter Schmidinger   als Gerhard Landauer
  Irene Kugler   als Heimleiterin Krämer
  Eva Löbau   als Krankenschwester
  Johann Adam Oest   als Professor Schneider
 
Regie:  Hans-Christian Schmid  
Buch:  Bernd Lange  
Kamera:  Bogumil Godfrejow  
Produzent:  Hans-Christian Schmid  
 

Requiem in der Fotoshow

 

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Features

 

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Sandra Hüller

Sie wird wegen der Intensität und Hingabe, die sie in ihre Rollen legt, "Die Spielwütige" genannt. Wie 2005 Julia Jentsch ("Sophie Scholl")...

 

Star

Burghart Klaußner

Deutscher Charakterschauspieler. Burghart Klaußner wurde vor allem durch seine Bühnenrollen bekannt, hat aber seit 1983 in über 50...