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Restoration - Zeit der Sinnlichkeit

Kluges, luxuriös ausgestattetes Kostümdrama um einen Quacksalber in den schwierigen Zeiten der Pest.


Restoration - Zeit der Sinnlichkeit

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Erhältlich seit:
15.08.2005

Originaltitel: Restoration

Historienfilm/ Drama

USA 1995
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 12

Robert Downey Jr.
Sam Neill
David Thewlis

Regie: Michael Hoffman
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Restoration - Zeit der Sinnlichkeit

Im London des Jahres 1660 sichert sich der Medizinstudent Merivel dank eines kühnen operativen Eingriffs die Gunst von König Charles II. Schnell steigt der junge Mann zum Liebling des Monarchen auf, bedacht mit Privilegien und stattlichem Einkommen. Als Merivel sich jedoch in die Mätresse des Königs verliebt, wird er ohne Geld und Titel davongejagt. Fünf Jahre später kehrt ein geläuterter Merivel nach London zurück und beginnt, sich aufopferungsvoll um die Opfer der Pest, die inzwischen in der Stadt wütet, zu kümmern.

Mit seinem aufwendig inszenierten Kostümdrama zieht Michael Hoffman ("Lieblingsfeinde - Eine Seifenoper") Parallelen zwischen der Ära der Restauration und dem auslaufenden 20. Jahrhundert, das sich ebenfalls im sozialen wie wirtschaftlichen Umbruch befindet. Seine intelligente Parabel, die durch die pompöse Ausstattung, opulente Bilder und ihren hintergründigen Humor besticht, ist überdies mit namhaften Darstellern wie Robert Downey, Jr., Sam Neill oder Meg Ryan exzellent besetzt. Trotzdem wird es diese historische Momentaufnahme nicht einfach haben, ein breites Publikum für sich zu gewinnen.

Restoration - Zeit der Sinnlichkeit

Im Stil eines luxuriösen, verschwenderisch aufgemachten Bildungsromans realisierte Michael Hoffman ("Lieblingsfeinde - Eine Seifenoper") mit "Restoration" ein kluges Kostümdrama, das aus dem Rahmen fällt. Eine beachtliche Besetzungsliste rundet diesen ausschweifenden, mit gesundem Humor inszenierten Augenschmaus über die Ära der Restauration im Königreich England ab.

Filme, deren ursprünglich angestrebte Starttermine immer wieder nach hinten verschoben werden, umweht der Hauch des Suspekten. "Restoration" mußte ein ganzes Jahr Warteschleife fliegen, bevor der imposante Streifzug durch ein England im ideologischen Umbruch nach dem zunächst angekündigten Start im Dezember 1994 zwei Tage vor Ende des letzten Jahres doch noch zu einem Kinoeinsatz kam. Ein verdienter Kinoeinsatz, denn an Mangel der Qualität kann die lange Verschiebung beim besten Willen nicht gelegen haben.

Allein die pompöse Wucht der Bilder gibt Anlaß zur Begeisterung. Gerade einmal 18,5 Mio. Dollar soll das Ausstattungsdrama gekostet haben - dabei lassen die pompösen Kulissen von Eudenio Zanetti den Film wie eine Produktion aussehen, für die man mindestens das Dreifache dieser Summe hinblättern muß. Aber "Restoration" ist nicht nur ein Fest für die Augen. Hoffman wählte die Ära der Restauration nicht von ungefähr als zeitlichen Rahmen für seine schlaue Parabel: Zu deutlich sind die Parallelen zum auslaufenden 20. Jahrhundert, als daß man sie von der Hand weisen könnte. Heute wie damals befindet sich die Gesellschaft in einer Zeit des Umbruchs, in der die Unterschiede zwischen unendlichem Reichtum und bemitleidenswerter Armut krasser nicht sein könnten.

So erhält die Odyssee des egoistischen Quacksalbers Robert Merivel durch alle Höhen und Tiefen einer stürmischen Zeit, in deren Verlauf er vom Antihelden zum Helden heranreifen kann, eine Relevanz, die den allzu bequemen Konventions-Rahmen des Kostümdramas immer wieder unterläuft. In ironischen Episoden erzählt Hoffman vom Werdegang Merivels, der sich zum Liebling des Königs (ein souveräner Monarch: Sam Neill) emporarbeitet, nur um umso tiefer zu fallen, als ihm das einzig Verbotene widerfährt: Er verliebt sich in die Mätresse (pure Sinnlichkeit: Polly Walker) des Königs. Aller Besitztümer beraubt, ist er gezwungen, in einem heruntergekommenen Landsanatorium seine alte Profession wieder aufzunehmen. Während die Pest durch England wütet, findet er dort seine wahre Bestimmung. Beim großen Brand von London - atemberaubend in Szene gesetzt - schließt sich der Kreis schließlich.

Wenn "Restoration" einen Schwachpunkt aufweist, dann liegt sie im nicht immer souveränen Spiel von Robert Downey Jr. Anders als Jodie Foster zuletzt in "Familienfest" hat Hoffman den zur großen Pose neigenden Mimen allerdings fest im Griff. So ist seine Performance vielleicht keine große, aber immerhin eine sympathische. Es ist Publikumsliebling Meg Ryan in einer prägnanten, völlig untypischen Nebenrolle, die jede Szene stiehlt. Eine letzte von vielen angenehmen Überraschungen in einem Film, den eigentlich keiner mehr so recht auf der Liste hatte. ts.

Darsteller:  Robert Downey Jr.   als Robert Merivel
  Sam Neill   als Charles II
  David Thewlis   als Dr.John Pearce
  Polly Walker   als Celia
  Meg Ryan   als Katherine
  Sir Ian McKellen   als Will Gates
  Hugh Grant   als Finn
  Mary MacLeod  
  Ian McDiarmid   als Ambrose
  Mark Letheren  
 
Regie:  Michael Hoffman  
Buch:  Rupert Walters  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Oliver Stapleton  
Produzent:  Cary Brokaw  
  Andy Paterson  
  Sarah Ryan Black  
 

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