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Richard III

Regisseur Loncraine nahmen sich die Freiheit, den Text des zweitlängsten Stücks von Shakespeare radikal zu kürzen und die Handlung in die 30er Jahre zu verlegen und damit Parallelen zum Faschismus zu ziehen.


Richard III

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Erhältlich seit:
27.08.1999

Originaltitel: Richard III.

Drama

USA 1995
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 16

Sir Ian McKellen
Annette Bening
Jim Broadbent

Regie: Richard Loncraine
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Richard III

England, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Nach dem Ende eines schrecklichen Bürgerkriegs bekommt die Monarchie einen neuen König. Edward IV. hat drei Kinder, was die Thronfolge auf lange Zeit sichert. Sein machthungriger Bruder Richard möchte jedoch selbst die Krone. Nacheinander tötet er alle, die ihm auf dem Weg zur Macht im Weg stehen - sogar seine eigene Ehefrau. Endlich gekrönt, mordet Richard III. weiter. Im Ausland stellt der junge Henry Richmond daraufhin eine Armee zum Sturz des tyrannischen Monarchen zusammen.

Schon mit den ersten Szenen ein hohes Tempo vorgebend, ist diese Klassiker-Verfilmung eine lebensnahe Parabel auf die Schrecken des Faschismus, was nicht zuletzt dem Clou, die Handlung im 20. Jahrhundert anzusiedeln, zu verdanken ist. Ian McKellen ("Shadow und der Fluch des Khan") spielt diesen Richard III. als charismatischen Tyrannen, der in seinem unbedingten Machtwillen manchmal sogar komisch wirkt. Eine aufregende Literaturverfilmung.

Richard III

In den Iden des März (14. 3. 96) duellieren sich zwei berühmte Antihelden Shakespeares um des Zuschauers labile Gunst. Dabei kämpft der manipulierte "Othello" in beschaulich-traditionellem, der manipulierende "Richard III" in dynamisch-verfremdeten Ambiente. Ein wahrlich gewagter Akt, Aufstieg und Fall Richards vom Ende des 15. in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zu verlegen. Der Lohn ist ein lebendiger, temporeicher, exzentrischer Film, dessen innovativer Ansatz das Interesse an Shakespeares maßlosestem Machtmenschen wiederbeleben dürfte.

Zumal "Richard III" von Beginn an ganz Kino ist - mit einer fast ausschließlich von Cinemascope-Bildern und Musik getragenen Ouvertüre der Gewalt, die Richard sogleich als eiskalten Mörder einführt. In einem fiktiven England der dreißiger Jahre liegen die Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster in den letzten Zügen. Nach der Ermordung des Königs herrscht nun ein York, Edward IV (John Wood), über das Reich. Sehr zum Mißfallen seines Bruders Richard, einem körperlich und moralisch verkrüppelten Machtmenschen. Mit Menjou-Bärtchen und verschlagenem Grinsen spielt Ian McKellen (zuletzt als alkoholisiertes Faktotum in "Jack & Sarah" zu bewundern) diese durchtriebene Schlange, die Freunde wie Feinde durch Schmeicheleien und Lügen in Sicherheit wiegt, um ihnen dann für immer die Luft zu nehmen. Brüder, Neffen, Ehefrau (Kristin Scott-Thomas) - alle landen auf Richards Schlachtbank, bis Königin Elizabeth (Annette Bening) den intriganten Metzger zur Rechenschaft zieht. McKellen, der in dieser Rolle schon auf der Bühne brillierte und für die Verfilmung mit Regisseur Loncraine ("Der Missionar") das Drehbuch schrieb, gewinnt seinem paranoiden intelligenten Monster zwar nicht sympathische, wohl aber witzige Seiten ab. Die Folge? Perfides Amüsement über einen Diktator mit unstillbarem Blutdurst. Die etwa in Dekor (Uniformen, Architektur) und Handlung (Säuberungswellen) gemachten Verweise auf das Nazi-Regime verringern die historische Distanz, machen den Schrecken greifbarer. Die Mahnung vor diktatorischem Terror bleibt intakt, obwohl die aufs Handlungsgerüst reduzierte, sprachlich sanft angepaßte Tragödie Verluste in der Figuren-Charakterisierung hinnehmen muß. An der Qualität der Inszenierung ändert dies freilich nichts. Der unbedingte Kinowillen macht "Richard III" zu einer der bislang zugänglichsten Shakespeare-Interpretationen. Und wenn am Ende Richard, wie Sigourney Weaver in "Alien 3", dämonisch lachend der Flammenhölle entgegensegelt, begleitet von Al Jolsons "I'm Sitting on Top of The World", grüßt nicht nur James Cagneys Klassiker "White Heat", sondern auch der ironische Witz des verstorbenen Dennis Potter. Eine schöne Hommage an den Autor von Loncraines vierten Film "Brimstone und Treacle" (1982). kob.

Darsteller:  Sir Ian McKellen  
  Annette Bening  
  Jim Broadbent  
  Robert Downey Jr.  
  Nigel Hawthorne  
  Kristin Scott Thomas  
  Maggie Smith  
  John Wood  
  Adrian Dunbar  
  Dominic West  
 
Regie:  Richard Loncraine  
Buch:  Sir Ian McKellen  
  Richard Loncraine  
Musik:  Trevor Jones  
Kamera:  Peter Biziou  
Produzent:  Lisa Katselas Paré  
  Stephen Bayly  

Gandalf will "Ringe"-Parodie auf DVD

Selbstironie ist alles - und dafür ist sich der ritterliche Sir Ian McKellen nicht zu schade: Er will eine bitterböse Parodie auf die "Herr der Ringe"-Filme mit ins Goodie-Paket einer der nächsten DVDs aufnehmen.

Gandalf: Gütig, erhaben und ein bisschen schalkhaft

Gandalf: Gütig, erhaben und ein bisschen schalkhaft

Der Gandalf-Darsteller zappte sich gerade gemütlich durchs Abendprogramm der BBC, doch was musste er da sehen: Das berüchtigte Comedy-Duo "French and Saunders" zog die gesamte Tolkien-Saga mit einer bitterbösen Version von "Die Gefährten" gründlichst durch den Kakao.

Doch statt beim altehrwürdigen Fernsehsender zum Proteststurm anzusetzen oder den Programmdirektor in eine warzige Kröte zu verwandeln, schickte er Ringe-Mastermind Peter Jackson eine Kopie. Und zwar nicht, damit dieser intervenieren möge, sondern weil er Jackson dazu bringen will, die Satire auf die DVD von "Die zwei Türme" oder "Die Rückkehr des Königs" zu pressen:

"French und Saunders sind einfach großartig. Es gehört schon eine gute Portion Mut dazu, eine Sache derart gnadenlos zu parodieren, von der alle Welt nur in den höchsten Tönen spricht."

Die Comedy-Stars Dawn French und Jennifer Saunders debütierten 1987 mit ihrer Satire-Sendung und wurden durch Parodien auf Popstars wie ABBA und Alanis Morissette schnell berühmt und berüchtigt - denn sie wandelten haarscharf an der Grenze des guten Geschmacks. Auch ihre Filmparodien auf "Titanic" und "Das Schweigen der Lämmer" waren an Morbidität, Zynismus und typisch britischem Irrsinn kaum zu übertreffen.

Dass ausgerechnet Sir Ian einen derart ausgeprägten Sinn für Humor beweist, ist dabei durchaus erstaunlich. Immerhin sind seine bisherigen Rollen eher die des großen ernsten Mannes: Ob als Magneto in "X-Men" und "X-Men 2", Gandalf oder gar "Richard III".

Allzu weit hergeholt ist die Idee übrigens nicht: Schon auf der DVD zu "Die Gefährten" gibt es ein lustiges Easter Egg: Die MTV-Version von "Elrond's Council" mit Sarah Michelle Gellar und Jack Black - auch da blieb kein Auge trocken. Und wer das Ganze noch nicht gesehen hat: Viel Spaß beim Suchen!

 

Richard III in der Fotoshow

 

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Sir Ian McKellen

Die Rolle als weiser alter Zauberer Gandolf der Graue, der in Peter Jacksons Verfilmung von J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe"-Trilogie...

 

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Annette Bening

Unruhig, neurotisch, frustriert und am Rande des Nervenzusammenbruchs, dabei kühl sondierend und als abgefeimte Intrigantin auf der Höhe...