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Ricky - Wunder geschehen

Kuriose Fantasykomödie über ein Baby, dem nach wenigen Monaten Flügel zu wachsen beginnen.


Ricky - Wunder geschehen

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.09.2009

Originaltitel: Ricky

Drama/ Fantasy

Frankreich 2008
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 6

Alexandra Lamy
Sergi Lopez
Mélusine Mayance

Regie: François Ozon
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Kuriose Fantasy-Komödie über ein Baby, dem nach wenigen Monaten Flügel zu wachsen beginnen.

Ricky ist kein gewöhnliches Baby (Foto: Concorde) Großansicht

Ricky ist kein gewöhnliches Baby (Foto: Concorde)

Katie (Alexandra Lamy) ist eine allein erziehende Mutter, die sich in den Arbeiter Paco (Sergi Lopez) verliebt. Ihr leidenschaftlicher Sex hat Folgen: Neun Monate später bringt Katie einen kerngesunden Jungen zur Welt, Ricky, der in den ersten Monaten prächtig gedeiht.

Spannungen in der Beziehung zwischen Katie und Paco intensivieren sich, als Katie ein paar Monate später blutige Verletzungen an Rickys Rücken entdeckt. Sie macht zuerst Paco verantwortlich, denn sie ahnt natürlich nicht, dass Ricky Flügel wachsen und der Junge wenig später erste Flugversuche unternimmt.

Die glückliche Familie hat einen kleinen Helden unter sich (Foto: Concorde) Großansicht

Die glückliche Familie hat einen kleinen Helden unter sich (Foto: Concorde)

Kuriose Mischung

Francois Ozon bleibt Frankreichs unberechenbarster Filmregisseur. Nach seinem nicht unumstrittenen schwelgerischen Kostümdrama "Angel" - Abschlussfilm der Berlinale 2007 - meldet sich der Berlin-Dauergast mit einer kuriosen Mischung aus Science-Fiction, Horrorfilm, Fantasy und Komödie zurück, um nach der Kurzgeschichte "Moth" von Rose Tremain eine Superheldengeschichte der ganz anderen Art zu erzählen. In deren Mittelpunkt steht mit Alexandra Lamy einmal mehr eine starke Frauenfigur.

Ricky - Wunder geschehen

Ein ganz normales Liebespaar bekommt in diesem kunterbunten Mix aus Horror, Fantasy und Komödie ein sehr ungewöhnliches Kind.

François Ozon, einer der "usual suspects" der Berlinale, ist mit seinen Spinnereien immer für eine Überraschung gut, ob "8 Frauen" sich auf die Nerven gehen, ein krebskranker junger Mann "Die Zeit die bleibt" zur Wahrheitssuche nutzt, sich die realitätsblinde "Angel" leidenschaftlich dem Schein hingibt oder das Baby "Ricky" das Unwahrscheinliche wahrscheinlich macht. Nach der Kurzgeschichte "Moth" von Rose Tremain schießt Ozon ein Feuerwerk an wundersamen Ideen ab, die anfänglich triste Sozialstudie in elliptischer Erzählweise mit Assoziationen an "Rosetta" von den Dardennes-Brüdern wandelt sich zum Horror-Fantasy-Märchen mit immer neuen und falschen Fährten.

Die ihr Töchterchen allein erziehende Katie (Alexandra Lamy) ist eine ganz normale Frau und der spanisch stämmige Paco (Sergi Lopez) ein ganz normaler Mann. Katie jobbt am Band in der Fabrik, ein Tag ähnelt dem anderen. Bis ihr Blick den von Paco kreuzt. Eine kurze Zigarettenpause, schneller Sex auf der Toilette, erstes Rendez-vous im Restaurant, Amors Pfeil trifft. Bald sind die beiden ein Paar, er zieht zu ihr ins Hochhaus, die Geburt eines Sohnes mit den schönsten blauen Augen krönt die Liebe, die unter lautem Babygeschrei und beim Windelwechseln langsam an Glanz verliert.

Ozon kapriziert sich erst auf den nicht gerade aufregenden Alltag, bis er das Ruder abrupt herumreißt und wie so oft in seinen Filmen mit tiefen menschlichen Zweifeln und den Erwartungen der Zuschauer spielt. Und wie in "Unter dem Sand" oder "Swimmingpool" zeichnet er in wenigen Strichen ein von Ambivalenz geprägtes starkes Frauenporträt. Trotz Irritationen durch den permanenten Wechsel zwischen sozialem und magischem Realismus, lässt man sich mit Lust ein auf diesen Höhenflug an Absurdität, der einem Kind Flügel verleiht - eine Tatsache, die die Mutter nach außen verschweigt, der Vater als Wunder betrachtet. Wenn es zu bizarr wird, sorgt Humor für Entspannung. Flucht in Fantasmen, weibliche Psychose, oder alles nur ein Traum, der jedenfalls für Ricky in Freiheit mündet? Egal! Weit weg von jeder voraussehbaren Hollywood-Formel und mit weiten Interpretationsmöglichkeiten zwingt uns ein unberechenbarer, verrückter und genialer François Ozon, die Logik an den Haken zu hängen und ihm im Glauben an das Übernatürliche blindlings zu folgen. Und er schafft es mit Chuzpe und Charme. Chapeau! mk.

Darsteller:  Alexandra Lamy   als Katie
  Sergi Lopez   als Paco
  Mélusine Mayance   als Lisa
  Arthur Peyret   als Ricky
  André Wilms   als Arzt
  Jean-Claude Bolle-Reddat   als Jounalist
  Julien Haurant   als Buchhändlerin
  Eric Forterre   als Metzger
  Hakim Romatif   als Verkäufer
  John Arnold   als Supermarkt Manager
  Marilyne Even   als Odile
 
Regie:  François Ozon  
Buch:  François Ozon  
Musik:  Philippe Rombi  
Kamera:  Jeanne Lapoirie  
Produzent:  Claudie Ossard  
  Chris Bolzli  
 

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