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Ring 2

Fortsetzung des Gruselhits, in der Rachegeist Samara nicht nur tötet, sondern im Körper eines Jungen selbst wieder leben will.


Ring 2

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.08.2005

Originaltitel: The Ring 2

Horror

USA 2005
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16

Naomi Watts
Simon Baker
David Dorfman

Regie: Hideo Nakata
Universal Pictures Germany

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Das mörderische Geister-Video kehrt zurück - Zwei Jahre nach dem Überraschungserfolg von "Ring" setzt der zweite Teil neue Maßstäbe.

In der Provinz sei sie mit Sohn Aiden sicher - dachte Rachel (Foto: UIP) Großansicht

In der Provinz sei sie mit Sohn Aiden sicher - dachte Rachel (Foto: UIP)

Vor zwei Jahren erlebte das westliche Publikum eine neue Dimension des Horrors: Das Hollywood-Remake des japanischen Gruselhits "Ring" zeigte, dass für echte Spannung kein blutiges Gemetzel notwendig ist. Düstere Geistererscheinungen und eine beklemmende Atmosphäre trieben den Adrenalinpegel der Zuschauer auf ungeahnte Höhen.

250 Millionen Dollar spielte "Ring" weltweit ein. Eine Fortsetzung war dringend notwendig. Und "Ring 2" gelingt das Meisterstück, die Schockwirkung des ersten Teils noch zu toppen.

Die Handlung setzt sechs Monate später ein: Die Reporterin Rachel Keller (Naomi Watts) ist mit ihrem Sohn Aidan in einen kleinen Küstenort gezogen, um sich von traumatischen Ereignissen zu erholen: Sie war in den Bann eines Videos geraten, das jedem Zuseher den Tod brachte.

Für Rachel ist der Spuk noch nicht vorbei (Foto: UIP) Großansicht

Für Rachel ist der Spuk noch nicht vorbei (Foto: UIP)

Vom Ring-Meister persönlich

Doch an ihrem neuen Zufluchtsort wird sie erneut mit unerklärlichen Todesfällen konfrontiert. Der Geist Samara, in dessen Macht sich das Band befindet, treibt offenbar weiterhin sein Unwesen. Und die Ereignisse spitzen sich zu: Rachels Sohn wird besinnungslos ins Krankenhaus eingeliefert; die Behörden verdächtigen sie der Kindesmisshandlung. Ihre einzige Rettung ist es, das Geheimnis des Killer-Gespensts noch tiefer zu erforschen.

Für die schweißtreibende Wirkung dieses Horrortrips gibt es einen ganz besonderen Grund: Diesmal führte Hideo Nakata, der Schöpfer der originalen "Ring"-Films, selbst Regie. Für das Drehbuch zeichnet sein Stammautor Hiroshi Takahashi verantwortlich. Durch ihr tiefgreifendes Verständnis des "Ring"-Mythos gelingt es ihnen, jede Nuance ihres Gruselszenarios optimal zu entwickeln.

Das Grauen nimmt einfach kein Ende (Foto: UIP) Großansicht

Das Grauen nimmt einfach kein Ende (Foto: UIP)

Alptraum erster Klasse

Zudem arbeitet Nakata nicht mit beliebigen Teenieschauspielern. Statt dessen steht ihm eine erstklassige Darstellerriege zur Verfügung, von Naomi Watts (demnächst in "King Kong") bis hin zu Oscarpreisträgerin Sissy Spacek aus dem Horrorklassiker "Carrie".

Ring 2

"Ich will dir etwas zeigen". Ein Satz wie dieser, gesprochen von Teenager Jake zu seinem Date Emily im Couchambiente einer elternlosen Wohnung, bedeutet an sich schon nichts Gutes. Bei "The Ring 2" aber ist er die Ouvertüre zu einer echten Bedrohung, signalisiert er die Rückkehr des Todestapes und von Vollstreckerin Samara. "The bitch is back" war als Slogan für "Alien 3" umstritten, wäre heute aber passend, feiert doch der Rachegeist mit der Vorhangfrisur in der Fortsetzung des Welthits ein Comeback, das Horrorfans schrecken und Kinobesitzer erfreuen wird.

Von der Eröffnungssequenz abgesehen, bei der die Skrupellosigkeit des Opfers fast schockierender ist als der folgende Hausbesuch der Täterin, konzentriert sich "Ring 2" auf die Beziehung von Rachel Keller (Naomi Watts) und Sohn Aidan, verzichtet auf weitere Auszüge aus der Todeskette. Bis auf wenige Sequenzen ist auch das Motiv der Spurensuche, die Entschlüsselung verstörender Symbole, bedeutungslos. Was Samara zum ruhelosen Rachegeist machte, ist eine Randnotiz, ermöglicht Sissy Spacek, als Carrie immerhin "Des Satans jüngste Tochter", einen Gastauftritt als geistig verwirrte Mutter, die vielleicht Täter, vielleicht aber auch Opfer war. In Detailfragen bleibt das Drehbuch nebulös, löst sich auch von zuvor aufgestellten Gesetzen. In "The Ring 2" tötet sie auch ohne Sichtung des Videos und Vorwarnfrist, materialisiert sich in Badewannen, dunklen Zimmerecken, in Albträumen, Visionen und Fotos.

Viel mehr noch als im Vorgänger ist die Welt außerhalb dieses Dreiecks von Mutter, Sohn und verstoßener Tochter, die Aufnahme in diese Kleinfamilie sucht, nahezu ausgegrenzt. Kurzfristig Zugang bekommt nur Rachels Chefredakteur Max, der dies aber wie Vorgänger Martin Henderson teuer bezahlen muss. Die nahezu Twist-freie Handlung steuert nicht mehr auf Erlösung, sondern die ewige Verdammnis Samaras zu. Weil Rachel am Ende von "The Ring" nur eine Kopie zum Schutz für zwei Personen gezogen hat, taucht Ghost Girl auch am neuen Wohnort der Kellers, einer kleinen Küstenstadt auf. Schnell wird deutlich, dass es primär nicht um neue Opfer, sondern einen neuen Körper geht. Schleichend nimmt sie Besitz von Aidan, der in der Tradition von "Das Omen" hinter einer Fassade von Unschuld Träger des Bösen ist. Weil Aidans Körper Zeichen von Misshandlung verrät, wird seine Mutter verdächtigt und von ihm getrennt, was der Geist im Körper des Jungen übel nimmt. Samara sucht die kämpferische, liebende Mutter, die sie nie hatte, wird in der furiosen Finalsequenz im Brunnen aber denkwürdig von ihr verstoßen.

Gewalt oder plumpe Schocks gibt es in dieser Fortsetzung kaum. Stattdessen dominiert ein Gefühl permanenter Beunruhigung, in der das Normale suspekt und bedrohlich wirkt, in der unsere Erwartung mehr als eine eventuelle Einlösung für den Horror sorgt. Hideo Nakata, der mit dem japanischen Original "Ringu" die ganze Kleinmädchen-Horrorhysterie auslöste, übernimmt dieses Mal selbst das Steuer, setzt auf subtilen Suspense und Verstörung durch verzerrte Normalität. Ein Highlight in der Mitte des Films ist eine Hirschherde, die den Wagen der Kellers attackiert, ein anderes am Ende der erneute Brunnenbesuch Rachels, der Samara mit unmenschlichen Geräuschen und irritierenden Bewegungen einen unvergesslichen Auftritt ermöglicht. Obwohl das Vorwissen aus dem ersten Teil die Erregungskurve im zweiten mindert, garantiert auch dieses Sequel Spuk mit Stil und emotionaler Beteiligung. Nicht zuletzt, weil Watts stark und verletzlich und Filmsohn David Dorfman so überzeugend unschuldig und unheimlich wirken kann. kob.

Darsteller:  Naomi Watts   als Rachel Keller
  Simon Baker   als Max Rourke
  David Dorfman   als Aidan Keller
  Sissy Spacek   als Evelyn
  Elizabeth Perkins   als Dr. Emma Temple
  Gary Cole   als Martin Savide
  Emily VanCamp   als Emily
  Kelly Stables   als Evil Samara
  Mary Elizabeth Winstead   als junge Evelyn
  Ryan Merriman  
  Meagen Fay  
 
Regie:  Hideo Nakata  
Buch:  Ehren Kruger  
Musik:  Hans Zimmer  
  Henning Lohner  
  Martin Tillman  
Kamera:  Gabriel Beristain  
Produzent:  Walter F. Parkes  
  Laurie MacDonald  

"Frauen sind perfekte Horror-Opfer"

Hideo Nakata ist einer der großen Meister des psychologischen Horrors. Mit seinen Filmen "Ringu", "Ring 2" und "Dark Water" folgte er der Tradition von Klassikern wie "Das Omen" oder "Rosemaries Baby". Mit der US-Adaption von "Ring 2" hat er sich nun zum ersten Mal nach Hollywood gewagt. Auf Anhieb landete der Thriller auf Platz eins der US-Charts.

Hideo Nakata am Set von "The Ring 2" (Foto: UIP) Großansicht

Hideo Nakata am Set von "The Ring 2" (Foto: UIP)

»Wovor fürchten Sie sich?

HIDEO NAKATA: Eines Tages im Wald ist ein Wildschwein an mir vorbeigerast. Ich hatte furchtbare Angst und das Tier auch. Aber wir konnten unsere Angst nicht kommunizieren. Für mich ist Horror, die Unfähigkeit zu kommunizieren.

»Wie lief die Kommunikation bei Ihrer Arbeit in Hollywood?

Sehr gut. Hollywood unterscheidet sich vom japanischen Kino vor allem in der Budgetgröße. In Japan setze ich mich vor dem Dreh noch einmal ans Buch und streiche alle unnötigen Szenen. Die begrenzten finanziellen Möglichkeiten zwingen zur Sparsamkeit.

In Hollywood ist das umgekehrt. Da soll man so viel wie möglich drehen, denn der Feinschliff findet erst im Schneideraum unter Einbeziehung von Testscreenings statt. Das Testscreening-System war sehr interessant für mich. Mich hat vor allem die Meinung junger Zuschauer interessiert. Ihre Kommentare sind in den Schnitt eingegangen.

Das Grauen kommt auf kleinen Sohlen (Foto: UIP) Großansicht

Das Grauen kommt auf kleinen Sohlen (Foto: UIP)

» Welches System ist Ihnen lieber: das in Japan oder in den USA?

Idealerweise würde ich in beiden Ländern arbeiten. In Japan würde ich gern wieder im japanischen Stil drehen, denn dort hat man mehr kreative Kontrolle. Aber ich mag auch die amerikanische Art, Filme zu machen.

US-Schauspieler sind daran gewöhnt, dieselbe Szene aus verschiedenen Perspektiven zu drehen und sie 20-mal zu wiederholen. Das ist ein sehr professionelles, industrialisiertes System, in dem es sich gut arbeiten lässt. Außerdem kann ich dort viel aufwändiger drehen und Bilder kreieren, wie es mir zu Hause nie möglich wäre.

Samaras Laune hat sich nicht gebessert (Foto: UIP) Großansicht

Samaras Laune hat sich nicht gebessert (Foto: UIP)

» Reagiert das US-Publikum anders als das japanische?

Ich habe weder meine Art der Regieführung noch meinen Geschmack für The Ring 2 geändert. Jedenfalls nicht bewusst. Letztendlich habe ich diesen Film für ein junges westliches Publikum gemacht. Und das hat man immer im Hinterkopf.

Die Testscreenings waren für mich sehr lehrreich, denn die jungen Amerikaner mögen es, richtig erschreckt zu werden. Sie wollen vor Schreck aus den Sitzen springen. Die Japaner mögen es ein wenig subtiler und sind geduldiger - da kann man sich mehr Zeit lassen.

An Schockmomenten mangelt es auch im US-Remake nicht (Foto: UIP) Großansicht

An Schockmomenten mangelt es auch im US-Remake nicht (Foto: UIP)

» Sind sie zufrieden mit dem Resultat? Manche Kritiker finden, der Film sei nicht so gut wie Ihr Original.

Ja, ich bin sehr zufrieden. Und bei so einem Film interessiert mich die Meinung einzelner Kritiker nicht besonders, sondern viel mehr, wie die Zuschauer reagieren. Ich war sehr glücklich, als ich am ersten Tag des US-Kinostarts in ein Kino ging und die Zuschauerreaktionen beobachtete. Ich richte mich nach den Zuschauern, nicht nach den Filmkritikern.

» Was fasziniert Sie am Horror und dem Übersinnlichen?

Ich selbst glaube nicht an übersinnliche Phänomene, aber sie erlauben mir, die Grenzen und Zwänge der Realität hinter mir zu lassen. Im Horrorgenre hat man totale Gedankenfreiheit. Man kann wie ein Kind spielen. Aber ich brauche einen guten Aufhänger, und die Geister dürfen weder zu albern und unnatürlich aussehen noch zu menschlich wirken.

Mutter-Kind-Beziehung: Ein wiederkehrendes Motiv in Nakatas Filmen (Foto: UIP) Großansicht

Mutter-Kind-Beziehung: Ein wiederkehrendes Motiv in Nakatas Filmen (Foto: UIP)

» Mutter und Kind - das scheint Ihnen auch ein wichtiges Thema zu sein.

Ja, die Mutter-Kind-Beziehung ist das zentrale Thema in den meisten meiner Filme. Wahrscheinlich ist das bedingt durch meine eigene Kindheit. Eine Frau als Hauptfigur in einem Horrorfilm funktioniert sehr gut, denn sie ist verletzlich, und das intensiviert die Angst im Zuschauer.

Ich versuche immer verletzliche, nach außen hin starke Frauen in meinen Filmen zu zeigen. Jennifer Connelly ist ein gutes Beispiel, sie hat sehr starke Augen und trotzdem etwas Verletzliches.

» Würden Sie Regie zu "Ring 3" führen?

Ja, wenn das Drehbuch gut ist. Mich würde es nicht wundern, wenn das Studio eine Fortsetzung produzieren möchte.

 

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