DVD Leihvideo

Road to Guantanamo

Nach "In This World" ein weiteres Dokudrama von Michael Winterbottom über vier junge Pakistaner, die nach dem 11. September 2001 für Terroristen gehalten und nach Guantanamo transportiert werden.


Road to Guantanamo

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.01.2007

Originaltitel: The Road to Guantanamo

Drama

Großbritannien 2006
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12

Farhad Harun
Arfan Usman
Riz Ahmed

Regie: Michael Winterbottom, ...
Universum Film

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Nach "In This World" kommt jetzt ein weiteres Dokudrama von Michael Winterbottom in die Kinos. Es handelt von vier jungen Pakistanern, die nach dem 11. September 2001 für Terroristen gehalten und nach Guantanamo transportiert werden.

Die Reise der Freunde endet im Desaster (Foto: Falcom) Großansicht

Die Reise der Freunde endet im Desaster (Foto: Falcom)

Von Großbritannien aus reist der junge Pakistani Asif (Arfan Usman) 2001 nach Faisalabad, um seine Frau kennenzulernen. Drei seiner Freunde kommen nach und lassen sich in der Moschee vom Imam überreden, in Afghanistan den Menschen zu helfen. Als sie ankommen, beginnen die Amerikaner mit ihrem Bombardement des Landes.

Beim Versuch, nach Pakistan zurückzukehren, geraten sie noch tiefer ins Kampfgebiet, wo sie von den Amerikanern festgenommen werden. Sie werden für Terroristen gehalten und nach Guantanamo transportiert.

Nicht einmal ein halbes Jahr nach der Fertigstellung seines verkopften Meta-Movies "A Cock and Bull Story" stellt Michael Winterbottom - mithilfe von Mat Whitecross - bereits seinen nächsten Film vor, seine 14. Kinoarbeit in elf Jahren.

Die Gefangenen haben keine andere Wahl (Foto: Falcom) Großansicht

Die Gefangenen haben keine andere Wahl (Foto: Falcom)

Reine Empörung

Wie schon in "In This World" treibt den produktivsten britischen Regisseur der Gegenwart hier nackte Empörung, die sich in jeder Einstellung dieses auf wahren Personen basierenden Dokudramas erkennen lässt. Der Film setzt sich aus Archivmaterial, Interviews und vor Ort in Afghanistan gedrehten Szenen zusammen.

Road to Guantanamo

Standing Ovations bei der Berlinale für Michael Winterbottoms provokant-politisches Doku-Drama über drei junge britische Muslime, die nach einem Höllentrip von Pakistan über Afghanistan in den berüchtigten Camps von Guantanamo Bay landeten.

Präsident Bush sagt am Anfang, was Sache ist: In Guantanamo sitzen schlechte Menschen ein, die das Böse verkörpern. Dann kommen die so Gescholtenen ins Bild, Asif, Ruhel, Shafiq und Monir. Das Quartett lebt in Tipton bei Birmingham. Als Asif zur Hochzeit in Pakistan aufbricht, folgen ihm die drei Freunde. Ein Imam in der Moschee von Karachi ruft auf, den bedrängten Afghanis zu helfen und sie reisen mit dem Bus ins Nachbarland, gelangen nach Kandahar, als die US-Bombardierung beginnt, auf ihrem Weg zurück über die Taliban-Hochburg Kunduz werden sie von der Nord-Allianz gefangengenommen, von Amerikanern und Briten befragt und kurzerhand als Al-Kaida-Kämpfer nach Guantanamo verfrachtet, wo sie unter schrecklichen Bedingungen über zwei Jahre lang ausharren müssen. "Ihr seid jetzt Eigentum der Marines. Das ist eure Endstation" droht einer der Soldaten.

Winterbottom und sein Koregisseur Mat Whitecross drehten diese "Road to Hell" in England, Pakistan, Afghanistan und dem Iran, erzählen die horrende Geschichte aus der Sicht der Opfer, mischen Zeugenaussagen, Archivmaterial und fiktionale Rekonstruktionen zu einem nicht mehr auseinanderzuhaltenden Konglomerat. Wie in "In This World" ("Goldener Bär" 2003) setzen die Macher auf schnelle Schnitte, Nachrichtenstil, hämmernden Soundtrack und eine nervöse Handkamera, die immer ganz nah am Geschehen ist, emotionalisiert und auf eine analytische Distanz verzichtet. Der Naturalismus erweckt den Eindruck, einem Dokumentarfilm zuzuschauen. Die Bilder von brutalen Verhören, Schikanen und Haft unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Käfigen von Camp X-Ray und Camp Delta schockieren. Den drei Jungen wird u.a. vorgeworfen, an einer Kundgebung von Osama Bin Laden und Mohammed Atta teilgenommen zu haben, als Beweismaterial dienen wackelige Videobilder mit Tausenden von Zuhörern mit verschwommenen Gesichtern. Eine lachhafte Absurdität, zumal sie zu dem Zeitpunkt wegen Kleinkriminalität unter Bewährungsaufsicht in England standen. Asif, Ruhel und Shafiq gehören zu den wenigen, die freikommen. Nur zehn Gefangene erhielten bisher einen Prozess, 500 sind noch interniert. Man mag den jungen Leuten Blauäugigkeit vorwerfen, wenn sie kurz nach 9/11 durch Afghanistan reisen und das Abenteuer suchen, vielleicht auch mit den Taliban sympathisieren, das schmälert aber nicht die Qualität dieses notwendigen und verstörenden Films, der bewusst Partei nimmt. mk.

Darsteller:  Farhad Harun   als Ruhel
  Arfan Usman   als Asif
  Riz Ahmed   als Shafiq
  Waqar Siddiqui   als Monir
  Shahid Iqbal   als Zahid
  Jason Salkey   als US-Verhörspezialist
  Jacob Gaffney   als US-Verhörspezialist
  Mark Holden   als US-Verhörspezialist
  Duane Henry   als US-Wache
  William Meredith   als US-Wache
  Payman Bina   als US-Wache
  Adam James   als US-Geheimdienstler
  Ian Hughes   als Israelischer Geheimdienstler
 
Regie:  Michael Winterbottom  
  Mat Whitecross  
Musik:  Molly Nyman  
  Harry Escott  
Kamera:  Marcel Zyskind  
Produzent:  Andrew Eaton  
  Melissa Parmenter  
  Michael Winterbottom  
 

Road to Guantanamo in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features