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Road to Perdition

Starbesetztes Gangster-Epos von "American Beauty" -Regisseur Sam Mendes nach dem Comic von Max Allan Collins und Richard Piers Rayner.


Road to Perdition

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Erhältlich seit:
04.11.2011

Drama/ Thriller

USA 2002
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 16

Tom Hanks
Paul Newman
Jude Law

Regie: Sam Mendes
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Ein Mann mit vielen Gesichtern: Im neuen Meisterwerk von Sam Mendes ("American Beauty") brilliert Hollywoods "Nice Guy" Tom Hanks als Killer mit Familiensinn.

Hat Probleme: Tom Hanks

Hat Probleme: Tom Hanks

Kein Zweifel: schon bevor auch nur eine Szene von "Road to Perdition" fertig war, konnte man schon von einem der wichtigsten Filme des Jahres sprechen. Nicht nur, weil Superstar Tom Hanks hier gegen seine Erfolgsrolle als guter American Hero besetzt ist. Ebenso spannend war die Frage, ob Sam Mendes, gefeierter Regisseur des fünfmaligen Oscar-Gewinners "American Beauty", den Erfolgsdruck bei seinem zweiten Film verkraften würde. Wie sich jeder überzeugen kann, hat er das mühelos geschafft.

Amerika im Jahr 1931. Trotz der schwierigen Zeit der großen Depression leben Michael Sullivan (Hanks), seine Frau Annie (Jennifer Jason Leigh) und seine Söhne Peter und Michael jr. im Wohlstand. Sein großzügiger Arbeitgeber und Ziehvater ist der Gangsterboss John Rooney (Hollywood-Legende Paul Newman). Doch Sullivan gelingt es, die Einzelheiten seines Jobs geheim zu halten: Er ist ein Profi-Killer. Bis kindliche Neugier eine katastrophale Kettenreaktion in Gang setzt.

Bei einem seiner nächtlichen Arbeitseinsätze versteckt sich Michael jr. (Tyler Hoechlin) in seinem Wagen und wird Zeuge, wie Rooneys Sohn Connor (Daniel Craig) einen Mann kaltblütig hinrichtet. Zunächst scheint es, als ob der Clan sich auf das Schweige-Versprechen des Kindes verlassen wolle.

Bloß nicht auffallen:<br />Vater und Sohn auf der Flucht

Bloß nicht auffallen:<br />Vater und Sohn auf der Flucht

Aber Connor verfolgt eigene machtpolitische Pläne, denen Annie und Peter zum Opfer fallen. Sullivan und Michael jr. überleben nur zufällig. Fortan befinden sich Vater und Sohn auf der Flucht - nicht nur vor dem Clan, sondern auch vor dem angeheuerten Fotografen und Auftragskiller Maguire (Jude Law).

"Road to Perdition" ist ein Mafia-Gangsterfilm im Stil von "Good Fellas" und "Der Pate". Aber mehr noch als diese großen Vorbilder ist er, wie "American Beauty", ein großartiges, sensibles Familiendrama - mit zwei Beziehungsgeflechten. Den Abhängigkeiten im Clan, der für Hanks erst zur Heimat und dann zur tödlichen Bedrohung wird. Der Vater-Sohn-Beziehung, die in den Tagen der Flucht so intensiv wird wie niemals zuvor. Wenn Hanks nicht schon zwei hätte - als Killer mit Familiensinn hätte er wohl einmal mehr gute Aussichten auf den Oscar.

Road to Perdition

Da es sich bei Sam Mendes' erstem Film seit seinem Oscar-Gewinn "American Beauty" um ein ästhetisch-atmosphärisches Gangsterdrama mit kaum zu überteffendem Staraufgebot handelt, sind Vergleiche zum definitiven Genreklassiker "Der Pate" nicht ohne Grundlage. In der Tradition von Marlon Brando und Al Pacino werden mit Tom Hanks und Paul Newman vor der Kamera zwei Oscar prämierte Meisterschauspieler vereint, denen man mit großer Spannung zusieht. Atemberaubende visuelle Exzellenz wird dabei vom ebenfalls Oscar ausgezeichneten Kamera-Ass Conrad L. Hall garantiert.

Das Drehbuch von David Self ("Thirteen Days") basiert auf dem Comicroman von Max Adam Collins, der auch für die Pulp Fiction der Dick-Tracy-Comics verantwortlich ist. Das thematisch komplexe Mafiamelo mit biblischen Untertönen ist in der Prohibitionsära angesiedelt und beschäftigt sich mit tiefgreifenden Emotionen wie Loyalität, (Vater/Sohn-)Liebe und Rache. Die zentrale Figur ist der von Hanks gespielte Hitman Michael Sullivan, der dem irischen Mobster John Rooney (Newman) - seinerseits ein Unterboss von Al Capone - treu ergeben ist. Rooney liebt Sullivan mehr als seinen eigenen missratenen Sohn Connor, der von Daniel Craig ähnlich ambivalent und explosiv wie James Caans Sonny Corleone angelegt wird. Fatale Komplikationen ergeben sich, als Sullivans zwölfjähriger Sohn Michael (beachtlich solide: Tyler Hoechlin) Zeuge wird, wie Connor in Überreaktion einen Rivalen erschießt und Vater Sullivan mehrere Männer mit dem Maschinengewehr niedermäht. Psychopath Connor beschließt daraufhin, den Zeugen ihres Verbrechens samt seiner Mutter (Jennifer Jason Leigh absolviert lediglich einen Kurzauftritt) auszuschalten. Doch er erschießt Sullivans jüngeren Sohn und so ist es Michael Jr., der sich mit seinem Vater auf den Weg nach Perdition (veralteter Ausdruck für Verderben, Hölle) zu den Ahnen begibt. Sullivan wird fortan von brennenden Rachegefühlen angetrieben, doch gleichzeitig gerät der Roadtrip zu einer Annäherung zwischen Vater und Sohn, die bislang ein distanziert-unpersönliches Verhältnis hatten.

Amerikas beliebtester Filmstar Hanks übernimmt erstmals eine negative Rolle als Berufskiller, der laut Mendes' Zusammenfassung ein "schlechter Mann und schlechter Vater ist, der sich zum guten Vater wandelt, aber ein schlechter Mann bleibt". Da dieser von Mr. "Forrest Gump" porträtiert wird, ist der Zuschauer geneigt, einen guten Kern in Sullivan zu suchen. Eine gewisse Ambivalenz wird also allein durch das Casting heraufbeschworen, ohne dass Hanks diesem durch sein Spiel entgegen kommt. Newman brilliert als alternder Patriach, für den Blut letztlich dicker ist als Wasser, selbst wenn dies mit verheerenden Konsequenzen verbunden ist. Jude Law ("A.I. - Künstliche Intelligenz") ist erinnernswert als abstoßend degenerierter Verbrechensfotograf, der nebenher als Killer arbeitet und beauftragt wird, Sullivan unschädlich zu machen. Diese schräge Type wird von Law mit verkrümmter Haltung gespielt und ist nur eines von vielen Beispielen, die die minuziös durchdachte Detailgenauigkeit von Sam Mendes' Metaphern reichen Regiestil demonstrieren. Dem passt sich auch die düster-dunkle Kameraarbeit von Kameraveteran Hall (filmte Newman bereits in den Klassikern "Der Unbeugsame" und "Zwei Banditen") an. Die Unterwelt der Gangster wird als symbolische Schattenwelt kreiert, in der deprimierende Grau- und Brauntöne dominieren, die von grellem Blutrot (das durch die zumeist im Off ausgetragene Gewalt hervorgerufen wird) kontrastiert werden. Selbst die Kostüme, in denen der Heavy Sullivan stets in schwere Stoffe gehüllt ist, unterstreicht das methodische Kalkül des Films. Diese durchexerzierte Strenge erschwert bisweilen den emotionalen Zugang zum Gangsterepos, weswegen das Klassenziel "Der Pate" letztlich unerreicht bleibt - einer der bislang besten Filme des Jahres ist dieser Highway to Hell dennoch. ara.

Road to Perdition

Amerika, im Winter 1931: Michael Sullivan (Tom Hanks) lebt, der Zeit der großen Depression zum Trotz, mit seiner Familie in bescheidenem Wohlstand. Nur wissen seine Frau und seine beiden Söhne nicht, womit ihr schweigsamer Vater sein Geld verdient: Er arbeitet als Killer für den Gangsterboss John Rooney (Paul Newman). Doch dann wird Sullivans älterer Sohn Michael Jr. (Tyler Hoechlin) eines Nachts Zeuge, wie sein Vater einen Job erledigt - und Zeugen kann Rooneys Clan nicht brauchen. Sullivans Frau und sein jüngerer Sohn werden ermordet, er selbst und Michael Jr. kommen nur durch Zufall davon.

Gejagt von dem Auftragskiller Maguire (Jude Law) fliehen sie wochenlang quer durchs Land. Während Sullivan seinen Racheplan schmiedet, kommen er und sein Sohn sich langsam näher. Doch auch Sullivan kann den Tag nicht endlos hinzögern, an dem die Entscheidung fällt, ob er alleine auf seinem Weg in die Verdammnis weitergeht - oder ob Michael Jr. ihn begleitet...

Quelle: Fox

" Audiokommentar
" Einleitung von Sam Mendes
" Das Leben eines Cineasten: Die Kunst und der Einfluss von Conrad Hall
" Die Bibliothek: Recherche zu Road to Perdition
" Entfallene Szenen
" Making-Of

Quelle: Fox

Darsteller:  Tom Hanks   als Michael Sullivan
  Paul Newman   als John Rooney
  Jude Law   als Maguire
  Jennifer Jason Leigh   als Annie Sullivan
  Stanley Tucci   als Frank Nitti
  Daniel Craig   als Connor Rooney
  Tyler Hoechlin   als Michael Sullivan Jr.
  Liam Aiken   als Peter Sullivan
  Dylan Baker   als Alexander Rance
  Ciarán Hinds   als Finn McGovern
  Kevin Chamberlin   als Frank
 
Regie:  Sam Mendes  
Buch:  David Self  
Musik:  Thomas Newman  
Kamera:  Conrad Hall  
Produzent:  Richard D. Zanuck  
  Dean Zanuck  
  Sam Mendes  

"Chicago" räumt ab, Oscar für Caroline Link

"All that Jazz" im Kodak Theatre: Die Geburtstags-Ausgabe der Oscars brachte viele Überraschungen, einen handfesten Skandal und tränenreiche Dankesreden.

Der große Sieger: "Chicago" - Catherine Zeta-Jones wurde als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet Großansicht

Der große Sieger: "Chicago" - Catherine Zeta-Jones wurde als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet

Der beste Film des Jahres ist nach Meinung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences das Musical-Feuerwerk "Chicago". Mit insgesamt 6 Oscars ist die jazzige Milieustudie auch insgesamt der Gewinner der diesjährigen Verleihung.

Aus deutscher Sicht gibt es großen Grunde zur Freude, denn Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" gewann den Oscar als Bester nicht-englischsprachiger Film - 24 Jahre nach "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff das erste Mal, dass ein deutscher Beitrag in dieser Kategorie mit einem Goldjungen ausgezeichnet wurde. Für Link war es ein Erfolg im zweiten Anlauf, denn sie war 1997 bereits für "Jenseits der Stille" nominiert gewesen.

Die Überraschung: Drei Oscars für "Der Pianist", darunter in den wichtigen Kategorien Beste Regie und Bester Hauptdarsteller: Adrien Brody setzte sich gegen die favorisierten Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson durch. Brody hielt die begeisterndste Dankesrede des Abends und fand leise, aber tief bewegende Worte der Kritik am Krieg im Irak.

Michael Moore, für seine Doku "Bowling for Columbine" mit dem Oscar für den Besten Doukumentarfilm ausgezeichnet, hatte zuvor für einen Eklat gesorgt, als er George W. Bush unter Buh-Rufen des Publikums als unrechtmäßigen Präsidenten bezeichnet und seine Rede mit dem Ausruf "Schande über Sie, Mr. Bush!" geendet hatte.

Viele Preisträger fanden etwas moderatere Worte des Protestes gegen den Irak-Krieg. So auch Nicole Kidman, die für "The Hours" als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Chris Cooper erhielt für "Adaption" den Oscar als Bester Nebendarsteller und der verstorbene Conrad Hall wurde für "Road to Perdition" in der Kategorie Beste Kamera geehrt. Peter O'Toole wurde mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die größte Enttäuschung des Abends hatte Martin Scorsese zu verdauen. Sein patriotisches Epos "Gangs of New York" schickte die Academy trotz sage und schreibe zehn Nominierungen ohne eine einzige Goldstatuette nach Hause.

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Tom Hanks

Mit dem modernen Simplicissimus und uramerikanischen "Forrest Gump" schuf er eine Kinofigur von mythischen Ausmaßen, die schnell sprichwörtlich wurde...

 

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Paul Newman

Respektlos und ironisch, rebellenhaft und großspurig, idealistisch und zweifelnd, zurückhaltend und hyperprofessionell, stand der 1925 geborene...