
Nach der Verfilmung eines Bestseller-Ratgebers kümmert sich Leander Haußmann bei der Adaption eines Gernot-Gricksch-Romans erneut um paarungswillige Großstädter.
Leichtes Amüsement, totales Beziehungschaos und überlange Filmtitel - nach "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" ist sich Leander Haußmann in beinahe jeder Hinsicht treu geblieben. Adaptierte der Experte für partnerschaftliche Interaktionen zuletzt einen internationalen Ratgeber-Bestseller, dient nun Gernot Grickschs "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" als Vorlage. Die Messlatte für Haußmann lag hoch, schließlich wurde das Werk selbst als "Bester deutschsprachiger Liebesroman des Jahres" mit dem Literaturpreis DeLIA ausgezeichnet, und das Drehbuch, das ebenfalls aus der Feder des Kinokritikers Gricksch - er schreibt unter anderem für "Bild" - stammt, erhielt den Norddeutschen Filmpreis.
So fackelt der Regisseur nicht lange und taucht sogleich ein in die wunderbare Welt der Spieleentwickler, in der Geld keine Rolle spielt und man vorzugsweise coole Sprüche in hippen Klamotten vor extravagantem Ambiente loslässt. Auch Robert Zimmermann, 26, ist so einer. Doch dann lernt er in einer Schnellreinigung die beinahe doppelt so alte Monika kennen und lieben. Ganz klar: Das ist Liebe auf den ersten Blick. Während der besonders trickreiche Robert, nicht umsonst ist er Videospieldesigner, versucht, das Herz der attraktiven Dame fortgeschrittenen Semesters mit unzähligen Kniffen aus dem Marketing-Maßnahmen-Katalog zu erobern, beginnt er erstmals selbst über das Mysterium der Liebe nachzudenken. Dabei entdeckt er, dass sich just in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis ein paar Exemplare prototypischer Beziehungsgeschädigter befinden: Da ist der senile Papa, der sich eine viel zu junge Geliebte hält, die lesbische Schwester, die unbedingt schwanger werden will, oder der schüchterne WG-Genosse, der hofft, über ein Inserat endlich an ein weibliches Wesen heranzukommen.
Haussmann und Gricksch decken also möglichst jede unmögliche Partnerschaftsvariante ab und bemühen sich in der Folge, mit Dialogwitz und Situationskomik die Handlung voranzutreiben. Das ist mal witzig, wenn etwa Detlev Buck sein Cameo beim Trivial-Pursuit-Spiel absolviert, mal verstörend, wenn nicht gar unpassend, wenn Gricksch einen Kurzauftritt als Choleriker hinlegt. Dennoch sind es vor allem die Nebenrollen, die überzeugen, weniger die beiden Protagonisten. Sowohl Tom Schilling als leidenschaftlicher Lover als auch Maruschka Detmers, dank Filmen wie "Teufel im Leib" einst ein Sexsymbol der achtziger Jahre, als attraktive Mittvierzigerin bleiben weitgehend unter ihren Möglichkeiten. Wer jedoch ein weiteres Mal das merkwürdige Verhalten paarungswilliger Großstädter analysieren möchte, wird mit den amourösen Abenteuern des kleinen Herrn Zimmermann viel Freude haben. lasso.