DVD Leihvideo

Rocky Balboa

Sechster und letzter "Rocky"-Film, mit dem der "Italian Stallion" zu seinen Wurzeln und in den Ring zurückkehrt.


Rocky Balboa

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.08.2007

Drama

USA 2006
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Sylvester Stallone
Antonio Traver
Burt Young

Regie: Sylvester Stallone
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Im großen Finale der Rocky-Reihe zeigt der populärste Fighter der Ringgeschichte, dass Comebacks keine Trauerspiele sein müssen.

Rocky hat hart trainiert - aber reicht das für den Sieg? (Foto: Fox) Großansicht

Rocky hat hart trainiert - aber reicht das für den Sieg? (Foto: Fox)

Mit großen Gegnern musste es der Volksheld aus Philadelphia aufnehmen in einer Karriere, die für die Ewigkeit geschrieben ist. Erinnerungen ziehen vorbei: an den großmäuligen Apollo Creed, den Irokesenbrecher Clubber Lang, den sibirischen Frostschläger Ivan Drago und den Aufsteiger Tommy Gunn, der nicht Rockys Rekorde, aber sein Vertrauen brach. Wie schließt man eine solche Serie glaub- und denkwürdig ab, ohne einen noch monströseren Gegner aus dem Hut zaubern zu müssen?

Sylvester Stallone, der mit dem großherzigen Underdog seine Karriere begründete, entschied sich für den besten aller Wege. Er blickt nach vorne und gleichzeitig zurück, verknüpft die Vergangenheit mit der Gegenwart, besinnt sich auf das, was das Original zu einer oscargekrönten Film-Saga machte.

So hat das Ende in vieler Hinsicht die Qualitäten des Anfangs, hat sensibel gezeichnete Figuren, menschliche Wärme, leisen Humor und natürlich einen Fight, in dem Rockys Lebenseinstellung in zwölf Runden komprimiert ist: Zu Boden geht man oft, doch aufstehen muss man immer.

Der alte Biss ist noch voll da (Foto: Fox) Großansicht

Der alte Biss ist noch voll da (Foto: Fox)

Noch immer hart im Nehmen

Wie sich das anfühlt, weiß der Ex-Weltmeister ganz genau. Nach dem Tod seiner Frau Adrian führt er ein Restaurant und ein Leben in Einsamkeit, in dem sich auch Sohn Rocky Junior rar macht. Doch unerwartet kommt wieder Bewegung in die erstarrte Alltagsroutine. Der amtierende und um einiges jüngere Schwergewichtschamp Mason Dixon fordert den Veteranen zu einem Schaukampf, nachdem eine virtuelle Simulation in einer Sportsendung die beiden Champions gegeneinander antreten und Rocky als Sieger hervorgehen ließ.

Aber Boxen ist für Rocky kein Zirkus, in dem er den Clown spielt. Er gibt alles, um alles zu gewinnen. So läuft er wieder auf den Straßen von Philadelphia, sprintet zur legendären Hymne die Stufen zur Aussichtsplattform hinauf und reißt die Fäuste zum Himmel, um es uns allen zu zeigen: Wo Rocky draufsteht, ist immer noch Dramatik, Kraft und großes Leben drin.

Rocky Balboa

Zum Ende seiner vier Jahrzehnte streifenden Boxersaga erinnert Sylvester Stallone an die Qualitäten des Anfangs.

Seit 1976 ist Rocky aktiv, eroberte beim ersten Auftritt eine Frau und schließlich auch drei Oscars. Mit den Jahren und den Fortsetzungen durchpflügte Stallone die Karriere des "Italian Stallion" in Höhen und Tiefen, wurden die Gegner aus dem amerikanischen Gangland oder der sibirischen Tundra rekrutiert, um der Geschichte des Volkschampions weiteres Drama abzuringen. Im Abschluss seiner langlebigen Saga hätte Stallone einen genetisch geklonten, schmerzresistenten Retortenschläger aufbieten müssen, um das furchterregende Prügelpersonal der Vorgänger noch zu toppen. Balboas Synapsen mögen im Ring gelitten haben, die seines Erfinders sicher nicht.

Wohl wissend, dass das Szenario mit den Boxmonstern ausgereizt ist, geht Stallone in seinem Drehbuch mehrere Schritte zurück, besinnt sich auf die Stärken des Originals: die intimen kleinen Charakterskizzen, den warmherzigen Ton, die Volksnähe seiner Figur und natürlich die Botschaft, dass Versuchen mit Versagen oder Siegen den Mann, nichts zu wagen aber den echten Verlierer macht. Nicht mehr dabei beim großen Finale ist Talia Shire, denn Adrian, ihre Figur und Rockys Frau, ist in den Jahren an Krebs gestorben. So liegt Melancholie über den Straßen von Philadelphia, auf denen Rocky regelmäßig die wichtigsten Eckpunkte seines Lebens mit Adrian ansteuert, das in der Tierhandlung begann und auf dem Friedhof endete. Schwager Paulie (Burt Young) ist immer noch sein bester Freund, Sohn Rocky Junior mittlerweile ein rückgratloser Büroroboter, der seinem alten Herrn die Schuld für sein geschundenes Selbstbewusstsein gibt. Rockys Tauben und die Flossenfreunde aus seinem Aquarium stehen nach dem Original ebenfalls wieder vor der Kamera - wie auch eine rotzfreche Göre, der Rockys Samaritertum damals schwer auf die Nerven ging. Marie ist jetzt erwachsen und die neue Hoffnung im Leben Rockys, auch wenn es nur zarte romantische Signale gibt.

Diese Charaktere bilden das menschliche Beziehungsnetz, das Stallone gut eine Stunde aufbaut. Dann tritt der Film mit seinem körperlich unglaublich fitten 60-jährigen Star in die Actionphase ein. Nachdem ein TV-Sender in einem virtuellen Kampf Rocky gegen den ungeschlagenen, aber ungeliebten Champion Dixon antreten ließ und ihn zum Sieger bestimmte, kommt es tatsächlich zum Kampf der Generationen. Auch wenn der Film im letzten Drittel unnötig gehetzt wirkt, die legendäre, von den Fans erwartete Trainingsmontage mit dem krönenden Abschluss auf den Stufen über Philadelphia recht kurz kommt, geht mit Bill Contis klassischem Thema erneut ein Ruck durch den Ringbeobachter, erzielt dieser beste Rocky seit dem Original einen klaren Sieg nach Punkten. kob.

Darsteller:  Sylvester Stallone   als Rocky Balboa
  Antonio Traver   als Mason "The Line" Dixon
  Burt Young   als Paulie
  Geraldine Hughes   als Marie
  Milo Ventimiglia   als Rocky Jr.
  James Francis Kelly III   als Steps
  Tony Burton   als Duke
  A.J. Benza   als L.C.
 
Regie:  Sylvester Stallone  
Buch:  Sylvester Stallone  
Musik:  Bill Conti  
Kamera:  J. Clark Mathis  
Produzent:  Charles Winkler  
  David Winkler  
  Billy Chartoff  
  Kevin King  

Wegen "Rocky": Sylvester Stallone als Box-Legende geehrt

Filme sind keine Wirklichkeit und Schauspieler tun nur so als ob…

Alles nur Show: Sylvester Stallone ist für seine Rocky-Filme in die Boxing Hall of Fame aufgenommen worden - neben lauter "echten" Kämpfern (Foto: Fox) Großansicht

Alles nur Show: Sylvester Stallone ist für seine Rocky-Filme in die Boxing Hall of Fame aufgenommen worden - neben lauter "echten" Kämpfern (Foto: Fox)

Die Binsenweisheit, dass die Ereignisse in einem Hollywood-Film nur erfunden sind, ist in den USA offenbar vergessen worden. Wie sonst wäre zu erklären, dass Sylvester Stallone in die Boxing Hall of Fame aufgenommen wurde, wo sonst echte Boxgrößen wie Muhammed Ali, George Foreman oder Max Schmeling geehrt werden?

Als Grund gab die Jury an, Stallone habe mit seinen "Rocky"-Filmen "viel zur Popularität des Boxsports beigetragen". Sly war sich dabei durchaus bewusst, dass seine Ehrung nicht bei jedem auf Verständnis stößt: "Ich habe nie so getan, als sei ich wirklich ein Boxer - aber ich habe zumindest ein gewisses Verständnis davon, was im Ring passiert", rechtfertigte sich Stallone bei den Feierlichkeiten in der Kleinstadt Canastota, 400 km nördlich von New York City.

Tränen eines "echten" Boxers, der Filme nur nebenbei macht

Das ist sicher nicht übertrieben, denn der 63-Jährige hat drei Jahrzehnte seines Lebens einem Kino-Boxer geschenkt - vom ersten "Rocky"-Film, der 1976 sogar drei Oscars gewann, bis zum sechsten Boxdrama, das schlicht nur noch hieß wie sein Held: "Rocky Balboa".

Zudem ist Sly Stallone beileibe nicht der erste Nicht-Boxer, der in die Hall of Fame aufgenommen wird. Auch Trainer, Promoter, Funktionäre und Sportjournalisten wurden schon geehrt. Allerdings haben auch diese alle etwas mit dem realen Boxsport zu tun und nicht nur mit dem rein fiktiven.

Ebenfalls aufgenommen wurde in diesem Jahr übrigens der einstige K.o.-König "Iron" Mike Tyson, der aktuell auch wieder in "Hangover 2" seinen kultigen und schlagkräftigen Cameo-Part aus dem ersten Film wiederholt. Der exzentrische Schläger, der für seine Blitzknockouts ebenso berühmt wurde wie später für das abgebissene Ohr von Evander Holyfield und regelmäßige Konflikte mit dem Gesetz, überraschte mit seiner Reaktion alle: Sein "Danke, danke, danke" brachte er mühsam unter vielen Tränen hervor.

Das waren - anders als bei Rockys "Adrian"-Heulbojenkonzerten - reale Emotionen, denen sich keiner der Anwesenden, egal ob Tyson-Fan oder -Kritiker, entziehen konnte.

 

Rocky Balboa in der Fotoshow

 

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