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Rosenstraße

Im heutigen New York macht sich die Journalistin Hannah auf, das Leben ihrer Mutter zu ergründen, die 1943 in Berlin von ihrer Mutter getrennt wurde. Durch ihre Recherchen erfährt sie vom Aufstand der Frauen in der Rosenstraße.


Rosenstraße

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.03.2004

Drama

Deutschland 2003
Laufzeit: 130 Min.
FSK: ab 12

Katja Riemann
Maria Schrader
Martin Feifel

Regie: Margarethe von Trotta
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Nur die Liebe zählt: Katja Riemann kämpft mit hunderten von Frauen für die Freilassung ihrer jüdischen Männer. Und gewinnt.

"Wir wollen unsere Männer wiederhaben" (Foto: Concorde) Großansicht

"Wir wollen unsere Männer wiederhaben" (Foto: Concorde)

Tiefe Gefühle und spannende Historie. Margarethe von Trotta bringt beides zusammen, verknüpft Gegenwart und Vergangenheit zu einem Drama um bedingungslose Liebe und erzählt dabei eine Geschichte, die nur wenige kennen dürften.

Die flotte New Yorker Journalistin Hannah reist zur Spurensuche ins ferne Deutschland, um hinter das Geheimnis ihrer Mutter zu kommen.

Dort trifft sie die 90jährige Lena Fischer, die ihr eine fast unglaubliche Geschichte aus dem Jahre 1943 erzählt. Hunderte von "arischen" Frauen protestierten unter Lebensgefahr in der Rosenstraße vor einem Gefängnis für die Freilassung ihrer jüdischen Männer.

Hannah lauscht gespannt Lenas Erzählung (Foto: Concorde) Großansicht

Hannah lauscht gespannt Lenas Erzählung (Foto: Concorde)

Frauenpower gegen Hakenkreuze

Darunter auch die damals junge Lena, die das kleine, verlassen in der Menge stehende Mädchen Ruth (Hannahs Mutter) vor den Kriegswirren schützte. Die mutigen Frauen setzten sich gegen die Nazis durch und - unglaublich, aber wahr - ihre Männer wurden freigelassen.

Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel spielen die Rollen ihres Lebens. Wer bei "Der Pianist" Tränen vergoss, darf die Heldinnen der "Rosenstraße" nicht verpassen.

Rosenstraße

Nachdem Margarethe von Trotta bereits die unterschiedlichsten Epochen der jüngeren deutschen Geschichte filmisch aufgearbeitet hat - erinnert sei an "Die bleierne Zeit" (sechziger Jahre), "Rosa Luxemburg" (Jahrhundertwende) oder "Das Versprechen" (Mauerbau bis Mauerfall) -, beschäftigt sich die Grande Dame nationaler Kinokunst nun mit dem düstersten deutschen Kapitel, der Nazi-Zeit. In "Rosenstraße" erzählt sie die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte vom gewaltfreien Widerstand Berliner Frauen, die 1943 um das Leben ihrer jüdischen Männer kämpften. Mit Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel prominent besetzt und einem positiven Ende versehen, sind dem Drama, das in einer Parallelhandlung geschickt Bezüge zur Jetzt-Zeit herstellt, Box-Office-Zahlen im Bereich von Polanskis "Der Pianist" zuzutrauen.

"Rosenstraße" beginnt mit einer Trauerfeier im New York von heute. Im Schmerz um den Verlust ihres Mannes lässt die sonst so liberale Ruth Weinstein (etwas blass: Jutta Lampe) jüdisch-orthodoxe Werte wieder aufleben. Das bekommt besonders deren Tochter Hannah (energisch: Maria Schrader), die kurz vor der Hochzeit mit dem Südamerikaner Luis steht, zu spüren. Um das ungewohnte Verhalten ihrer Mutter zu ergründen, begibt sich Hannah zurück in die Vergangenheit. Sie trifft sich in Berlin mit der 90-jährigen Lena Fischer (imposant: Doris Schade), die in ausführlichen Gesprächen nach und nach die unfassbare Geschichte der Berliner Rosenstraße aufrollt.

Dort protestierten im Jahre 1943 Hunderte von Frauen gegen den Abtransport ihrer jüdischen Familienmitglieder. Unter ihnen die junge Lena (gelungenes Leinwand-Comeback: Katja Riemann), die nach Fabian (solide: Martin Feifel) sucht, und die kleine Ruth, die ihre Mutter nicht mehr findet. Am Ende werden die Internierten - einem Wunder gleich - freigelassen, nur Ruths Mama taucht nicht mehr auf. Stattdessen nimmt Lena das Mädchen unter ihre Fittiche.

Die Autorin, Regisseurin und frühere Schauspielerin Margarethe von Trotta hat sich in ihren Werken immer wieder mit brisanten politischen Themen auseinandergesetzt. Dafür belohnt wurde die 61-Jährige nicht nur mit zahlreichen Auszeichnungen, etwa 1981 der Goldene Löwe von Venedig für "Die bleierne Zeit" oder 1994 der Bayerische Filmpreis für "Das Versprechen", auch das Publikum ließ sie selten im Stich. So brachten es "Rosa Luxemburg" und "Die bleierne Zeit" immerhin auf rund 600.000 Besucher.

Mit "Rosenstraße" knüpft von Trotta nun an diese großen Erfolge an. Als Thema hat sie eines der wenigen positiven Ereignisse, die es aus der Zeit des Nationalsozialismus zu berichten gibt, gewählt. Das ist fast 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als legitim, zumal in "Rosenstraße" nichts beschönigt, nichts glorifiziert und schon gar nichts heroisiert wird. Es wird lediglich gezeigt, wie das angeblich so schwache Geschlecht durch Hartnäckigkeit, Furchtlosigkeit und ein bisschen Glück Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte.

Gemeinsam mit Koautorin Pamela Katz stellt von Trotta zudem einen Bezug zur heutigen Zeit her, indem sie in einer Parallelhandlung anhand von Luis und Hannah zeigt, dass heute noch Ressentiments gegenüber Mischehen existieren.

Die ruhige Kameraarbeit des langjährigen Trotta-Mitarbeiters Franz Rath, das dezente Produktionsdesign der ehemaligen DEFA-Szenenbildnerin Heike Bauersfeld sowie die erlesene Besetzung, aus der in Nebenrollen Jürgen Vogel als rebellierender Wehrmachtsoffizier, Nina Kunzendorf als einflussreiche Nazi-Schauspielerin sowie Jutta Wachowiak als kämpferische Rosenstraßen-Frau herausragen, verleihen diesem schnörkellos inszenierten Werk ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit. Sollte Concorde, die ja schon über einige Erfahrung mit Trotta-Filmen verfügt, die geeignete Marketing-Strategie finden, dürfte einem ordentlichen Achtungserfolg nichts im Wege stehen. lasso.

Darsteller:  Katja Riemann   als Lena Fischer
  Maria Schrader   als Hannah Weinstein
  Martin Feifel   als Fabian Fischer
  Jürgen Vogel   als Arthur von Eschenbach
  Jutta Lampe   als Ruth Weinstein
  Doris Schade   als Lena Fischer (mit 90 Jahren)
  Fedja van Huêt   als Luis Marquez
  Carola Regnier   als Rachel Rosenbauer
  Svea Lohde   als Ruth (mit 7 Jahren)
  Jutta Wachowiak   als Frau Goldberg
  Jan Decleir   als Nathan Goldberg
  Thekla Reuten   als Klara Fischer
  Lilian Schiffer   als Erika
  Lena Stolze   als Miriam Süssmann
  Isolde Barth   als Mutter Fabian
  Fritz Lichtenhahn   als Vater Fabian
  Carine Cruzen   als Mutter Erika
  Nina Kunzendorf   als Litzy
  Martin Wuttke   als Goebbels
  Hans-Peter Hallwachs   als Baron von Eschenbach
  Gaby Dohm   als Baroness von Eschenbach
 
Regie:  Margarethe von Trotta  
Buch:  Margarethe von Trotta  
  Pamela Katz  
Musik:  Loek Dikker  
Kamera:  Franz Rath  
Produzent:  Richard Schöps  
  Henrik Meyer  
  Markus Zimmer  
 

Rosenstraße in der Fotoshow

 

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