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Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Helmut Dietl ("Schtonk!", "Kir Royal") richtet sein Augenmerk wieder einmal auf die Reichen und Illustren seiner Heimatstadt München. Mit allem, was in deutschen Schauspielkreisen Rang und Namen hat.


Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

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Erhältlich seit:
11.08.2005

Komödie

Deutschland 1996
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Götz George
Mario Adorf
Heiner Lauterbach

Regie: Helmut Dietl
Highlight Communications (Deutschland)

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Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Im edlen Feinschmeckerlokal "Rossini" trifft sich tagtäglich die Cremé de la Créme der Münchner Kultur-Schickeria. Am Tisch werden Geschäfte ebenso angebahnt wie Liebesaffären, Potenzprobleme ebenso diskutiert wie Migräne-Anfälle. So versucht etwa die Journalistin Charlotte vergeblich den Regisseur Uhu Zigeuner zu verführen, der Produzent Oskar Reiter bemüht sich um die Verfilmungsrechte eines Beststellers und die bezaubernde Valerie kann sich nicht zwischen Reiter und dem Lyriker Bodo Kriegnitz entscheiden...

Regisseur Helmut Dietl, Schöpfer von "Monaco Franze" und "Kir Royal", hat nach "Schtonk!" ein zweites filmisches Meisterwerk inszeniert. Bissig, ironisch und gnadenlos komisch porträtiert er die egozentrischen Macken der Reichen und Schönen. Opulent ausgestattet, in herrlich satten Farben elegant gefilmt, versehen mit treffsicheren Dialogen (Patrick Süskind ist Co-Autor!) und von den besten Schauspielern Deutschlands (George, Adorf, Lauterbach, Ferres, Landgrebe) großartig gespielt, ist diese schonungslose Gesellschaftssatire ein Garant für Qualität.

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Einen besseren Start ins neue Kinojahr kann sich der deutsche Film kaum wünschen als Helmut Dietls lustvolle, irrwitzige, elegante, erotische und bissige Gesellschaftssatire. Der Vater von "Schtonk" und Schöpfer von Medienunterhaltungsmeilensteinen wie "Kir Royal" und "Monaco Franze" hat die vier Jahre seit seiner famosen Führerkultfarce bestens genutzt und in gewohnt perfektionistischer Manier mit Patrick Süskind ein genüßlich zischelndes Zeitgeistszenario entworfen, das die Kunst des filmischen Geschichtenerzählens weit über die Woge der angesagten urbanen Yuppie-Beziehungskomödien hinaus entwickelt: mit unwiderstehlichem Flair und grandiosem Publikums-Appeal.

Allein die Ausgangsidee stellt eine einmalige Verknüpfung von genauester Milieubeschreibung, gnadenlosem Seelenzustandsbericht, atmosphärischer Tiefenschärfe und fiebernder Personenkonstellation her. Im Feinschmeckerrestaurant "Rossini", in dem die Crème des Medienbetriebes, der Entertainmentbranche und der modebewußten Schickeria diniert, leben die Stammgäste in exorbitant exhibitionistischer Verlängerung ihrer privaten und beruflichen Kicks die Leidenschaften und Lüste ihres Selbstdarstellungstriebes aus. In diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten wird die verbissene Jagd auf die Verfilmungsrechte des Weltbestsellerromans "Loreley" ("mehr als die Bibel") des skurril verklemmten und filmfeindlichen Schriftstellers Jacob Windisch (Joachim Kròl) zum Katalysator aller Antriebskräfte, Geschäftsstrategien, Intrigen und abgefeimten Gemeinheiten der um ihre narzißtische Nabelschau kreisenden Windeier des Luxuslokals.

Wie in Robert Altmans meisterhaften polyphonen Puzzles hat Dietl seine Ballade der schamlosen Seelen-Singles mit einem bis in die Nebenrollen atemberaubend gut spielenden Starensemble bestückt. Er holt aus allen Leistungen heraus, die die Routine hinter sich lassen und jedem mindestens einmal eine Szene bieten, die Applaus verdient (und in Previews bekommen hat). Ob Gudrun Landgrebes Tirade gegen die "Zipfelspiele" der Männer, Heiner Lauterbachs Abkanzlung der Sparkassenmentalität der Banker, Mario Adorfs tränenverzückte und medikamentös vorbereitete Eroberung der Schauspielerin Schneewittchen (Veronika Ferres als das neue Loren-like Überweib des deutschen Films) oder Götz Georges abgeklärt abgehalftetere Melancholie der Verdauungstraktes einer Rolle, die unschwer als alter ego Dietle zu deuten ist: alles atmet erstklassige Unterhaltung.

Filme über den Medienbetrieb haben es bei uns immer schwer gehabt, aber "Rossini" überwindet die Hürde durch die zweite Erzählebene des Films, in der Sex, Eotik und die Leiden des verdauungstraktes eine hinreißende geschmackvolle Verbindung eingehen und jede der elf Hauptpersonen in irgendeiner Form ihr Opfer wird.

"Rossini" steht nicht zuletzt durch seine überwältigende Filmsprache an der Spitze der deutschen Produktion. Dietls Eleganz der Inszenierung à la Lubitsch, die fließende Kameraarbeit von Gernot Roll, die unglaubliche Sorgfalt in Dekor (das Restaurant der tausend Kerzen: die Kutsche mit den Rosenblättern), Ausstattung, Kostümen, Farbgebung, Lichtsetzung und die offene Erzählstruktur ergeben ein Filmjuwel de Luxe. ger.

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Von hunderten weißen Kerzen erleuchtet, strahlt es aus dem "Rossini", dem allabendlichen Treffpunkt

der Münchner Medien- und Schickeriaszene. Dort treffen sich Machoregisseur Zigeuner (Götz George),

der nervöse Produzent Reiter (Heiner Lauterbach) , Möchtegern-Autor Kriegnitz (Jan Josef Liefers)

und diverse Damen, die sich im verblassten Ruhm und den Schmeicheleien ihrer Verehrer sonnen,

zum Fegefeuer der Eitelkeiten. Uncoole Finanziers von der Sparkasse werden von der strahlenden

Society nur geduldet. Bedient werden alle mit Enthusiasmus vom Ristorante-Besitzer Rossini (Mario

Adorf). Sehnsüchtig durchs Fenster schaut Schneewittchen (Veronica Ferres), bis sie sich nach

drinnen wagt und allen Männern den Kopf verdreht.


Helmut Dietls Gesellschafts-Komödie perlt wie bester Champagner, spritzig in Witz und satirischen

Spitzen sowie luxuriös in Ausstattung und Bildern. Das Kinopublikum konnte diesem Geschmacks-

erlebnis, das mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspielszene besetzt ist, nicht widerstehen

und machte es 1997 mit mehr als 3,2 Mio. Besuchern zu einem der erfolgreichsten Filme.

Quelle: Highlight

Darsteller:  Götz George   als Uhu Zigeuner
  Mario Adorf   als Paolo Rossini
  Heiner Lauterbach   als Oskar Reiter
  Gudrun Landgrebe   als Valerie
  Veronica Ferres   als Schneewittchen
  Joachim Król   als Jakob Windisch
  Hannelore Hoger   als Charlotte Sanders
  Meret Becker   als Fanny Watussnik
  Jan Josef Liefers   als Bodo Kriegnitz
  Martina Gedeck  
  Armin Rohde  
  Hilde van Mieghem  
  Burghart Klaußner  
  Edgar Selge  
  Erich Hallhuber  
  Christian Berkel  
  Carola Regnier  
  Axel Milberg  
  Markus Majowski  
  Giulio Ricciarelli  
  Marc Rothemund   als Jean Luc
 
Regie:  Helmut Dietl  
Buch:  Helmut Dietl  
  Patrick Süskind  
Musik:  Dario Farina  
Kamera:  Gernot Roll  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Norbert Preuss  
 

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Götz George

Er ist ein kraftvoller Schauspieler und Draufgänger, der sich auflehnende Charaktere und Außenseiter ebenso beherrscht wie die ihm auf den Leib...

 

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Mario Adorf

Deutscher Schauspieler und Autor. Einer der populärsten und profiliertesten deutschen Film-, Fernseh- und Bühnenschauspieler, der in seiner knapp...