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Leihvideo
Erhältlich seit:
08.05.2003
Originaltitel: Red Dragon
USA 2002
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 16
Sir Anthony Hopkins
Edward Norton
Ralph Fiennes
Regie: Brett Ratner
Universal Pictures Germany

Obwohl streng genommen ein Prequel, ist "Roter Drache" die Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer", die "Hannibal" nicht war (und niemals sein wollte). Anders als der von Ridley Scott als morbide Schreckensoper über die unerreichbare Liebe des Biests zur Schönen gestaltete Angriff auf den guten Geschmack setzt die nach "Blutmond" von 1986 zweite Verfilmung des ersten Hannibal-Lecter-Romans von Thomas Harris auf bedingungslose Ökonomie der Erzählung und gnadenlose Spannung. Wie die Vorlage findet der Thriller über das Duell eines psychisch labilen FBI-Agenten und dem perversen Serienmörder Zahnfee sein fiebriges Zentrum im Porträt des mit sich ringenden Mörders, während Polizist und des Kinogängers Lieblingskannibale in diesem brillanten und brillant besetzten Horrorfilm die nötigen Impulse von Außen geben.
Der Profi in der Konfrontation mit dem seelischen Abgrund. Das war das Leitthema von Michael Manns "Blutmond", ein extrem atmosphärischer, bisweilen kontemplativer Thriller über den aus dem vorzeitigen Ruhestand zurückgekehrten Cop Will Graham, dessen Fähigkeit, sich in die Psyche der verdorbensten und kränkesten Verbrecher einzufühlen, ihn an sich selbst zerbrechen lässt. Dr. Hannibal Lecter nahm damals nur eine kleine Rolle ein: Der Schwerpunkt lag auf der Jagd nach der Zahnfee, die stets zu Vollmond in Häuser eindringt, ganze Familien hinrichtet und ihre Augen durch Spiegelsplitter ersetzt. Brett Ratner bleibt mit seiner Neuverfilmung des Bestsellers auch dank des großartigen Drehbuchs von Ted Tally (Oscar für "Das Schweigen der Lämmer") näher dran an dem faszinierenden Roman. Als Regisseur macht er damit nach den zwar erfolgreichen, aber doch eher formelhaften "Rush Hour"-Filmen sowie der allamerikanischen Schmonzette "Family Man" einen Quantensprung nach vorn. Obwohl stets darum bedacht, dem Publikum genau das zu füttern, was es sich von einer neuerlichen Sprechstunde bei Dr. Lecter erwartet, geht Ratner keine Kompromisse ein in seiner handwerklich tadellos umgesetzten Gruselmär, die bis zu ihrem nahezu unerträglich intensiven Finale immer wieder unerwartete Wege geht. Dabei beginnt "Roter Drache" maßvoll konventionell und dem popkulturellen Status von Hannibal the Canibal entsprechend: Die Einleitung zeigt Dr. Lecter zunächst bei seiner dämonischen Arbeit, als er einer nichts ahnenden Gesellschaft einen von ihm beseitigten Flötisten (seine musikalischen Entgleisungen waren einfach zu grausam) als Pastete zum Abendmahl reicht, mündet jedoch in der Verhaftung des genialen FBI-Beraters durch den jungen Agenten Will Graham (in "Blutmond" von William Petersen, hier nicht minder überzeugend von Edward Norton gespielt), der seine Bemühungen beinahe mit dem Leben bezahlen muss. Die Bühne ist bereitet: Die Wege der beiden Kontrahenten kreuzen sich erneut, als es Grahams Vorgesetzten Crawford (Harvey Keitel) gelingt, den nicht nur körperlich sichtbar gezeichneten Mann auf die Zahnfee anzusetzen. Im gleichen Verließ einer psychiatrischen Anstalt wie in "Das Schweigen der Lämmer" (minutiös nachgebaut) muss Graham von Lecter in einem dem Zuschauer bereits bestens bekannten Katz-und-Mausspiel wichtige Informationen zur Ergreifung des Serienmörders entlocken. Während der Film einigen Spaß damit hat, Lecters Manipulationen zu folgen, den Feind Graham endgültig über die Klippen des Wahnsinns zu manövrieren, wechselt "Roter Drache" mit Auftauchen der Titelfigur den Fokus - hin zu diesem Monstrum und seinen allzu menschlichen Kämpfen: Von Ralph Fiennes mit einem Maximum an Ambivalenz und innerer Zerrissenheit dargestellt, ist dieser Francis Dolarhyde ein zutiefst gestörter Mann, der sich im falschen Körper gefangen fühlt und, von einem Gemälde William Blakes inspiriert, seine Mutation zu einem strahlenden Geschöpf vorantreibt. Kurz scheint in einem Verweis auf "Frankenstein" die Liebe zu einer blinden Frau (Emily Watson) die Abwärtsspirale aufhalten zu können, doch das Gequälte in Dolarhydes Seele gewinnt Oberhand und leitet in den furios verstörenden dritten Akt des Films. Nicht einen Hauch von Fehltritt leistet sich der in allen Bereichen perfekt funktionierende Film, der ohne Zweifel einer der großen Herbsthits werden sollte - auch wenn Lecter nur eine von Anthony Hopkins gewohnt lustvoll gespielte Randfigur ist, während Ralph Fiennes mit seinem großen Auftritt für Spannung und allem Terror zum Trotz, schluck, Sympathy for the Devil empfinden lässt. ts.
| Darsteller: | Sir Anthony Hopkins | als Hannibal Lecter | |
|---|---|---|---|
| Edward Norton | als William Graham | ||
| Ralph Fiennes | als Francis Dolarhyde | ||
| Harvey Keitel | als Jack Crawford | ||
| Emily Watson | als Reba McClane | ||
| Mary-Louise Parker | als Molly Graham | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Freddy Lounds | ||
| Anthony Heald | als Dr. Chilton | ||
| Frankie Faison | als Barney | ||
| Tyler Patrick Jones | als Josh Graham | ||
| Ken Leung | als Lloyd Bowman | ||
| William Lucking | als Byron Metcalf | ||
| Tom Verica | als Charles Leeds | ||
| Marguerite MacIntyre | als Valerie Leeds | ||
| Christopher Curry | als Mr. Fisk | ||
| Stanley Anderson | als Jimmy | ||
| Azura Skye | als Buchhändlerin | ||
| Bill Duke | als Polizeichef | ||
| Regie: | Brett Ratner | ||
| Buch: | Ted Tally | ||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Produzent: | Dino De Laurentiis | ||
| Martha De Laurentiis | |||
Roter Drache in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, En. (Gehörl.)
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar von Regisseur Brett Ratner und Drehbuchautor Ted Tally (untertitelt), Audiokommentar zur Film-Musik von Komponist Danny Elfman, DVD-ROM-Feature Total Axess
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Sir Anthony Hopkins
Am Cardiff College of Drama in Wales und der Royal Academy of Dramatic Arts in London ausgebildet, erwarb sich Hopkins in den...
Star
Edward Norton
Der blonde Schauspieler mit dem Habitus eines Yuppies, der Maske eines Biedermannes, hinter dem sich gefährliche Charaktere verbergen können...
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