DVD (Special Edition, 2 DVDs) Kaufvideo

Roter Drache

Horror-Thriller nach dem ersten Lecter-Bestseller von Thomas Harris, in dem der Serienkiller ein weiteres Katz- und Mausspiel mit dem FBI treibt.


Roter Drache (Special Edition, 2 DVDs)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
05.06.2003

Originaltitel: Red Dragon

Thriller/ Horror

USA 2002
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 16

Sir Anthony Hopkins
Edward Norton
Ralph Fiennes

Regie: Brett Ratner
Universal Pictures Germany

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Um einen Serienkiller zu stoppen, schließt Edward Norton einen Pakt mit dem Teufel - Hannibal Lecter.

Die psychopathische "Zahnfee" (Foto: UIP) Großansicht

Die psychopathische "Zahnfee" (Foto: UIP)

Ein Schauer jagt über den Rücken, erblickt man Dr. Lecter (Anthony Hopkins) zum ersten Mal. Der wohl sympathischste Serienkiller der Welt sitzt in der Philharmonie, in sich versunken, zuckt gelegentlich schmerzhaft und fokussiert seine eiskalten Echsenaugen auf den zweiten Flötisten. Was dem armen Tropf wiederfahren wird, der es gewagt hatte, Hannibals Konzert-Abend zu verderben, ist klar.

Nach dem Festbankett in Lecters ahnungslosem Kulturzirkel erhält der Psychiater Besuch von FBI-Agent Will Graham (Edward Norton), der Rat auf der Suche nach einem kannibalischen Serienkiller erbittet. Durch Eingebung und eine gute Portion Zufall kommt er Lecter in diesem Augenblick auf die Schliche.

In einem furiosen Duell auf Leben und Tod bezwingt Graham schließlich Lecter und kann ihn verhaften.

Am Abgrund: FBI-Agent Graham (Foto: UIP) Großansicht

Am Abgrund: FBI-Agent Graham (Foto: UIP)

Grauen bei Vollmond

Die Exposition allein beschreibt bereits exzellent die Richtung, die Regisseur Brett Ratner in "Roter Drache" einschlägt: sublime Spannung, durch Dante Spinottis exzellente Bilder eingefangen und zu einer atemlosen, vorwärtstreibenden Tour de Force gebündelt, die den Zuschauer vom ersten Augenblick an fesselt.

Denn die Verhaftung war nur der Prolog zum eigentlichen Duell zwischen Graham und Lecter. Monate nach dem spektakulären Coup tappt das FBI bei der Suche nach einem weiteren Serienkiller im Dunkeln.

Zerbrochene Spiegel, Glassplitter auf den Augen komplett ausgelöschter Familien, die enorme Brutalität der Verbrechen, die immer bei Vollmond verübt werden und die Gebissabdrücke am Tatort, die dem Killer den Spitznamen "Zahnfee" einbringen, stellen Chef-Ermittler Jack Crawford (Harvey Keitel) vor ein unlösbares Rätsel.

Der Fall bereitet dem FBI schlaflose Nächte (Foto: UIP) Großansicht

Der Fall bereitet dem FBI schlaflose Nächte (Foto: UIP)

Anfang vom Ende

Doch es gelingt ihm, Graham aus dem vorzeitigen Ruhestand zu holen und für die Fahndung nach dem Killer zu gewinnen. Graham wendet sich erneut an Lecter, um sich in die Psyche des Killers zu versenken, ahnt dabei jedoch nicht, dass dieser bereits - sogar aus dem Hochsicherheitstrakt heraus - Kontakt mit der "Zahnfee" aufgenommen hat.

Die Schmach der Verhaftung nagt schwer am Ego Lecters, Graham hat schließlich auch eine Familie - und der nächste Vollmond kommt bestimmt!

Mit "Roter Drache" ging "Rush Hour" Regisseur Brett Ratner ein hohes Risiko ein. Schließlich handelt es sich einerseits um das Prequel zu "Schweigen der Lämmer" und "Hannibal", andererseits war die gleichnamige Romanvorlage von Thomas Harris ein Bestseller, was die Leinwandadaption nie besonders einfach macht. Und zu guter Letzt verfilmte Regie-Ass Michael Mann den Stoff bereits 1987 unter dem Titel "Blutmond".

Hannibal Lecter wird enger an die Leine genommen (Foto: UIP) Großansicht

Hannibal Lecter wird enger an die Leine genommen (Foto: UIP)

Die Freiheit der Stars

Anders jedoch als Mann, der seine Version auf den inneren Konflikt Grahams mit Lector (damals so geschrieben) als Rahmenfigur anlegte, setzt Ratner voll auf seine massive Starpower. Er lässt Hopkins, Norton, Keitel und Philip Seymour Hoffman, der als schmieriger Polizeireporter glänzt, alle Freiheiten.

Zudem webt er höchst kunstvoll und im perfekten Rhythmus den zweiten Erzählstrang um den Killer selbst ein. Dabei brilliert Ralph Fiennes als äußerlich deformierter und von verstörenden Kindheitserinnerungen gepeinigter Psychopath Francis Dolarhyde.

Ist die blinde Reba der letzte Rettungsanker? (Foto: UIP) Großansicht

Ist die blinde Reba der letzte Rettungsanker? (Foto: UIP)

Mensch und Monster

In seiner Fantasiewelt lebend glaubt er, durch die Morde als höheres Lebewesen, als Roter Drache, wiedergeboren zu werden. Die Bekanntschaft und die sich entwickelnde Romanze mit der blinden Reba (ebenfalls erstklassig: Emily Watson) weckt jedoch auch in diesem scheinbaren Monster die menschliche Seele.

Seine innere Zerrissenheit entlädt sich in einer skurrilen, Mitleid erregenden Szene, in der sich Dolarhyde von seinen Dämonen zu befreien versucht. Doch die Schlinge der Ermittler zieht sich zu und es kommt zu einem spannungsgeladenen, überraschenden Showdown, der den Zuschauern mindestens ebenso sehr das Blut in den Adern gefrieren lässt, wie Hannibal Lecters diabolisches Grinsen.

Roter Drache (Special Edition, 2 DVDs)

Obwohl streng genommen ein Prequel, ist "Roter Drache" die Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer", die "Hannibal" nicht war (und niemals sein wollte). Anders als der von Ridley Scott als morbide Schreckensoper über die unerreichbare Liebe des Biests zur Schönen gestaltete Angriff auf den guten Geschmack setzt die nach "Blutmond" von 1986 zweite Verfilmung des ersten Hannibal-Lecter-Romans von Thomas Harris auf bedingungslose Ökonomie der Erzählung und gnadenlose Spannung. Wie die Vorlage findet der Thriller über das Duell eines psychisch labilen FBI-Agenten und dem perversen Serienmörder Zahnfee sein fiebriges Zentrum im Porträt des mit sich ringenden Mörders, während Polizist und des Kinogängers Lieblingskannibale in diesem brillanten und brillant besetzten Horrorfilm die nötigen Impulse von Außen geben.

Der Profi in der Konfrontation mit dem seelischen Abgrund. Das war das Leitthema von Michael Manns "Blutmond", ein extrem atmosphärischer, bisweilen kontemplativer Thriller über den aus dem vorzeitigen Ruhestand zurückgekehrten Cop Will Graham, dessen Fähigkeit, sich in die Psyche der verdorbensten und kränkesten Verbrecher einzufühlen, ihn an sich selbst zerbrechen lässt. Dr. Hannibal Lecter nahm damals nur eine kleine Rolle ein: Der Schwerpunkt lag auf der Jagd nach der Zahnfee, die stets zu Vollmond in Häuser eindringt, ganze Familien hinrichtet und ihre Augen durch Spiegelsplitter ersetzt. Brett Ratner bleibt mit seiner Neuverfilmung des Bestsellers auch dank des großartigen Drehbuchs von Ted Tally (Oscar für "Das Schweigen der Lämmer") näher dran an dem faszinierenden Roman. Als Regisseur macht er damit nach den zwar erfolgreichen, aber doch eher formelhaften "Rush Hour"-Filmen sowie der allamerikanischen Schmonzette "Family Man" einen Quantensprung nach vorn. Obwohl stets darum bedacht, dem Publikum genau das zu füttern, was es sich von einer neuerlichen Sprechstunde bei Dr. Lecter erwartet, geht Ratner keine Kompromisse ein in seiner handwerklich tadellos umgesetzten Gruselmär, die bis zu ihrem nahezu unerträglich intensiven Finale immer wieder unerwartete Wege geht. Dabei beginnt "Roter Drache" maßvoll konventionell und dem popkulturellen Status von Hannibal the Canibal entsprechend: Die Einleitung zeigt Dr. Lecter zunächst bei seiner dämonischen Arbeit, als er einer nichts ahnenden Gesellschaft einen von ihm beseitigten Flötisten (seine musikalischen Entgleisungen waren einfach zu grausam) als Pastete zum Abendmahl reicht, mündet jedoch in der Verhaftung des genialen FBI-Beraters durch den jungen Agenten Will Graham (in "Blutmond" von William Petersen, hier nicht minder überzeugend von Edward Norton gespielt), der seine Bemühungen beinahe mit dem Leben bezahlen muss. Die Bühne ist bereitet: Die Wege der beiden Kontrahenten kreuzen sich erneut, als es Grahams Vorgesetzten Crawford (Harvey Keitel) gelingt, den nicht nur körperlich sichtbar gezeichneten Mann auf die Zahnfee anzusetzen. Im gleichen Verließ einer psychiatrischen Anstalt wie in "Das Schweigen der Lämmer" (minutiös nachgebaut) muss Graham von Lecter in einem dem Zuschauer bereits bestens bekannten Katz-und-Mausspiel wichtige Informationen zur Ergreifung des Serienmörders entlocken. Während der Film einigen Spaß damit hat, Lecters Manipulationen zu folgen, den Feind Graham endgültig über die Klippen des Wahnsinns zu manövrieren, wechselt "Roter Drache" mit Auftauchen der Titelfigur den Fokus - hin zu diesem Monstrum und seinen allzu menschlichen Kämpfen: Von Ralph Fiennes mit einem Maximum an Ambivalenz und innerer Zerrissenheit dargestellt, ist dieser Francis Dolarhyde ein zutiefst gestörter Mann, der sich im falschen Körper gefangen fühlt und, von einem Gemälde William Blakes inspiriert, seine Mutation zu einem strahlenden Geschöpf vorantreibt. Kurz scheint in einem Verweis auf "Frankenstein" die Liebe zu einer blinden Frau (Emily Watson) die Abwärtsspirale aufhalten zu können, doch das Gequälte in Dolarhydes Seele gewinnt Oberhand und leitet in den furios verstörenden dritten Akt des Films. Nicht einen Hauch von Fehltritt leistet sich der in allen Bereichen perfekt funktionierende Film, der ohne Zweifel einer der großen Herbsthits werden sollte - auch wenn Lecter nur eine von Anthony Hopkins gewohnt lustvoll gespielte Randfigur ist, während Ralph Fiennes mit seinem großen Auftritt für Spannung und allem Terror zum Trotz, schluck, Sympathy for the Devil empfinden lässt. ts.

Darsteller:  Sir Anthony Hopkins   als Hannibal Lecter
  Edward Norton   als William Graham
  Ralph Fiennes   als Francis Dolarhyde
  Harvey Keitel   als Jack Crawford
  Emily Watson   als Reba McClane
  Mary-Louise Parker   als Molly Graham
  Philip Seymour Hoffman   als Freddy Lounds
  Anthony Heald   als Dr. Chilton
  Frankie Faison   als Barney
  Tyler Patrick Jones   als Josh Graham
  Ken Leung   als Lloyd Bowman
  William Lucking   als Byron Metcalf
  Tom Verica   als Charles Leeds
  Marguerite MacIntyre   als Valerie Leeds
  Christopher Curry   als Mr. Fisk
  Stanley Anderson   als Jimmy
  Azura Skye   als Buchhändlerin
  Bill Duke   als Polizeichef
 
Regie:  Brett Ratner  
Buch:  Ted Tally  
Musik:  Danny Elfman  
Kamera:  Dante Spinotti  
Produzent:  Dino De Laurentiis  
  Martha De Laurentiis  

Winslet ersetzt Kidman

Schneller Ersatz für Nicole Kidman: Kaum sagte die schwangere Australierin ihr "Vorleser"-Engagement ab, möchten die Produzenten Kate Winslet ins Boot holen.

Darf jetzt mit Ralph Fiennes kuscheln: Kate Winslet (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Darf jetzt mit Ralph Fiennes kuscheln: Kate Winslet (Foto: Kurt Krieger)

Lange wartete Nicole Kidman auf den Moment, an dem sie der Welt endlich mitteilen konnte, dass sie schwanger ist. Mit ihrem Ex-Mann Tom Cruise wartete sie vergeblich auf die Empfängnis. Da musste schon Countryhengst Keith Urban kommen. Nun steht dem überglücklichen Glamourpaar Nachwuchs ins Haus.

Die Schwangerschaft war der Anlass, dass die Australierin ihre Rolle in der Literaturverfilmung "Der Vorleser" absagte. Laut Drehplan sollte die Oscargewinnerin ab Ende Januar vor der Kamera stehen.

Der Autor plädiert für Winslet

Wenn es nach dem Autor der Romanvorlage, Bernhard Schlink, geht, dann soll Kate Winslet die Schwangerschaftsvertretung übernehmen: "Kate passt wunderbar!" Während Nicole nun Woche für Woche beobachten kann, wie ihr Babybauch wächst, darf sich der "Titanic"-Star zusammen mit Ralph Fiennes ("Roter Drache") vor der Kamera vergnügen.

Mit Hannah Herzsprung, Bruno Ganz und David Kross haben es sogar einige deutschsprachige Schauspieler ins Ensemble der internationalen Produktion geschafft.

 

Roter Drache (Special Edition, 2 DVDs) in der Fotoshow

 

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Sir Anthony Hopkins

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Edward Norton

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