- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
16.02.2007
Deutschland 1995
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 16
Anica Dobra
Martin Umbach
Ernst Jacobi
Regie: Martin Enlen
WVG Medien

Inzestgeschichten sind idealer Kinostoff - fesselnd, fremd, und sie führen in die Abgründe der menschlichen Seele. Insoweit hat Martin Enlen mit "Roula" voll ins Schwarze getroffen. Der Spielfilmdebütant findet für seine unter die Haut gehende Vater-Tochter-Story wunderbar intensive und schöne Bilder, die, anfangs oberflächlich-glatt, nach und nach den Horror hinter der glänzenden bürgerlichen Fassade sichtbar werden lassen. Leider finden jedoch die hohen optischen Qualitäten in den manchmal simplen Dialogen nicht immer die adäquate Entsprechung.
"Roula" setzt leise und unspektakulär ein. Der Filmemacher beweist damit von Beginn an ein einzigartiges Gespür für richtiges Timing. Enlen führt den Zuschauer erstmal sanft aufs Glatteis, was dieser erst nach und nach merkt. Umso erschreckender und filmisch effektiver ist dann die Erkenntnis, daß die scheinbar so glatte Oberfläche vor Rissen geradezu strotzt. Der erfolgreiche Kinderbuchautor Leo Bachstein steckt seit dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren in einer tiefen kreativen Krise. An der Küste Dänemarks hofft er - zusammen mit seiner zwölfjährigen Tochter Tanja - die nötige Inspiration für ein neues Buch zu finden, was auch geschieht. Doch Roula, die geheimnisvoll-kühle Schönheit aus dem örtlichen Reisebüro, lenkt ihn zusehends von seiner Arbeit ab. In Rückblenden erfährt man, daß Sievers, der Vater Roulas, ihre Freundin an deren achten Geburtstag vergewaltigt hat. Diesen Schock verkraften weder das Mädchen noch Roulas Mutter - beide begehen Selbstmord. Kurz danach bemächtigt sich der Vater seiner eigenen, kaum halbwüchsigen Tochter. Die sexuellen Übergriffe gehören bald zum Alltag. Dabei ist der Papa sonst ein freundlicher Mensch. Und auch jetzt, da die kleine Tanja aufgetaucht ist, scheint Sievers der Liebreiz selbst zu sein.
Martin Enlen deutet das sexuelle Verhältnis zwischen Vater und Tochter nur an, er zeigt es nicht bis ins letzte Detail - und das ist gut. Denn so entwickelt sich das Grauen in der Phantasie des Zuschauers und kriecht langsam das Rückgrat hoch, was zur Eindringlichkeit des Films wesentlich beiträgt. Die wunderschön ruhigen und stimmungsvollen Bilder von Kameramann Martin Peglau, die das heikle Thema adäquat einfangen, machen den Film fast zu einem Fest für die Sinne. "Roula" ist das vielversprechende Debüt eines dramaturgisch äußerst begabten Regisseurs, der in ausgewählten Gilde-Kinos der Großstädte sein Publikum finden dürfte. Trotz der Dialogschwächen, die das Buch des Regisseurs und seines Coautors Bernd Mollenhauer aufweist, hat das deutsche Kino in Enlen einen Mann, mit dem in Zukunft gerechnet werden muß. geh.
| Darsteller: | Anica Dobra | ||
|---|---|---|---|
| Martin Umbach | |||
| Ernst Jacobi | |||
| Tina Hamperl | |||
| Irene Hagensby | |||
| Birgit Thot | |||
| Julia Burger | |||
| Regie: | Martin Enlen | ||
| Buch: | Martin Enlen | ||
| Bernd Mollenhauer | |||
| Musik: | Dieter Schleip | ||
| Kamera: | Martin Peglau | ||
| Produzent: | Mark von Seydlitz | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:1,78/4:3
Extras: Bildergalerie, Trailer
Star
Anica Dobra
Serbische Schauspielerin. Eine der vielseitigsten europäischen Schauspielerinnen, in deutschen und serbischen Filmen gleichermaßen gern und oft...
Registrieren



