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Russian Ark

Am Stück gedrehte 90-Minuten-Doku, in der mit Spielszenen die Geschichte des Winterpalastes vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis zum Drehtag nachgestellt wird.


Russian Ark

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Erhältlich seit:
26.01.2004

Dokumentarfilm

Deutschland/Rußland 2002
Laufzeit: 92 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Sergej Dreiden
Maria Kusnetsowa
Leonid Mozgowoi

Regie: Alexander Sokurow
Egoli Tossell Film AG

Bild 1 von 15

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Russian Ark

In einem opulenten cineastischen Experiment, bei dem Theo Angelopoulos, Mike Figgis und andere Liebhaber planvoller Plansequenzen grün vor Neid werden müssten, hat Alexander Sokurov den ersten in einer einzigen ungeschnittenen Einstellung gefilmten Spielfilm der Geschichten gedreht. In 96 Minuten mit einer digitalen Kamera, auf einer Steadycam montiert, aufgenommen, reisen Sokurov und Kameramann Tilman Büttner (verdient in eine Hall of Fame aufgenommen zu werden) durch 33 verschiedene Räume der legendären St. Petersburg Eremitage. Das Ergebnis ist eine brillante visuelle "magical history tour" durch 300 Jahre russische Geschichte, gefilmt als kunstvoll arrangierter Traum.

Über die tour de force hinaus, die monatelange Vorbereitung erforderte, erweist sich Sokurovs hypnotischer Film "in einem Atemzug" als Promenade ins Herz der russischen Erfahrung. Ein heutiger, nie zu sehender Erzähler (das Kamera-Auge) findet sich im Winterpalais (Eremitage) im 17. Jahrhundert wieder und begegnet einem französischen Marquis und Diplomaten (Sergej Dreiden), der auch in der falschen Zeit gelandet ist. Sie erleben die glorreichen Phasen der zaristischen Epoche: Peter den Großen, der einen General bestraft, Katharina die Große, die ein Theaterstück probt, Empfang des persischen Botschafters, Frühstück der letzten Zarenfamilie und als Höhepunkt ein glanzvoller Ball. Während der melancholischen Promenade diskutieren die Herren über die Rolle Russlands als zwischen Ost und West zerrissen und nicht einfach an europäische Traditionen zu binden. Exkurse und lakonische Kommentare führen in Gemäldegalerien und verbotene Räume.

Erstaunlich abwechslungsreich vollführt die Kamera einen Non-Stop-Tanz, der 360-Grad-Schwenks und abenteuerliches Sich-unter-die-Menge-Mischen erlaubt. Mal verharrt die Kamera, mal rast sie durch die Zeit und Raum und schafft sich einen eigenen Rhythmus, der zu Beginn irritiert aber stärker und soghafter wird. Das ist l'art pour l' art, aber das ästhetische Ergebnis des Kraftaktes rechtfertigt die Mühen. Das reale Production Design der Eremitage, in der die Geister der Vergangenheit wie Fantome kreisen, Kostüme und Gemälde sind berauschend. Die einmalige Suche nach der verlorenen Zeit gehört in jedes exquisite Arthouse. ger.

Russian Ark

Auf wundersame Weise trifft ein zeitgenössischer russischer Filmemacher (Sokurov selbst?) in der Eremitage des frühen 18. Jahrhunderts auf einen zynischen französischen Diplomaten aus dem 19. Jahrhundert. Während der Marquis und der Regisseur die prachtvollen Flure und Säle des Gebäudes erkunden, werden sie zu Zeugen der zaristischen Geschichte Russlands. Vor ihren Augen entfalten sich ganz erstaunliche Szenen. Peter der Große etwa peitscht einen seiner Generäle aus, Katharina die Große hetzt bei der Aufführung ihres eigenen Theaterstücks auf die Toilette. Der Film endet schließlich vor gigantischer Kulisse, in einem königlichen Ballsaal des Jahres 1913, bevölkert von hunderten tanzender Gäste.

Quelle: Egoli Tossell

\'In one breath\' (Making Of - Dokumentarfilm)
Mon Paradis - Der Winterpalast (Dokumentarfilm)
Kommentar des Produzenten (englisch)
Filmografien, Trailer, Drehskizzen

Quelle: Egoli Tossell

Darsteller:  Sergej Dreiden   als Marquis de Custine
  Maria Kusnetsowa   als Katharina die Große
  Leonid Mozgowoi   als Der Spion
  Mikhail Piotrowski   als Mikhail Piotrowski
  David Giorgobiani   als Orbeli
  Alexander Chaban   als Boris Piotovskj
  Lew Jelisejew   als Lew Jelisejew
  Oleg Khmelnitskj   als Oleg Khmelnitskj
  Alla Osipenko   als Alla Osipenko
  Artem Strelnikow   als talentierter Junge
  Tamara Kurenkowa   als Tamara Kurenkowa
  Maxim Sergejew   als Peter der Große
  Natalia Nikulenko   als Katharina die Erste
  Elena Rufanowa   als First Lady
  Elena Spiridonowa   als Second Lady
  Julij Zhurin   als Nicholas I
  Swetlana Swirko   als Alexandra Fedorowna
  Konstantin Anisimow   als Der erste Kavalier
  Aleksei Barabash   als Der zweite Kavalier
  Ilja Schakunow   als Der dritte Kavalier
  Alexander Kulikow   als Der vierte Kavalier
  Anna Aleksahina   als Alexandra Fyodorwna
  Wladimir Baranow   als Nicholas II
  Boris Smolkin   als Kanzler Nesselrode
  Alexander Razbasch   als Museumswärter
 
Regie:  Alexander Sokurow  
Buch:  Anatoli Nikiforow  
  Alexander Sokurow  
  Boris Khaimsky  
  Swetlana Proskurina  
Musik:  Sergej Jewtuschenko  
Kamera:  Tilmann Büttner  
Produzent:  Andrej Derjabin  
  Jens Meurer  
  Karsten Stöter  

Cannes beginnt mit "Hollywood Ending"

Am 15. Mai eröffnen die Filmfestspiele in Cannes. Den Auftakt macht Woody Allens neuer Film.

Außer sich vor Freude?<br />Woody Allen

Außer sich vor Freude?<br />Woody Allen

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Das wichtigste europäische Filmmeeting eröffnet mit einem Abgesang auf Hollywood.

Woody Allen spielt in "Hollywood Ending" den abgetakelten Regisseur Val Waxman. Der darf nach großen Erfolgen in den 70ern und 80ern nur noch Werbefilmchen drehen. Doch dann schenkt ihm das Schicksal doch noch einmal die Chance, einen großen Film zu machen.

Just in diesem Moment bekommt Waxman die Folgen seiner berufsbedingten Paranoia zu spüren: Der gestresste Regisseur erblindet vorübergehend.

Den Film macht er trotzdem. Die Studiobosse dürfen natürlich nicht erfahren, dass ihr neuestes Machwerk von einem Blinden gefilmt wird.

Die symbolträchtige Geschichte läutet ein Festival voller europäischer Bonbons ein, das letzte davon ist "And Now Ladies and Gentlemen".


Das vollständige Programm:

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