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Leihvideo
Erhältlich seit:
06.12.2005
Deutschland 2004
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 6
Tannishtha Chatterjee
Prashant Narayanan
Tilotama Shome
Regie: Florian Gallenberger
Highlight Communications (Deutschland)

Zwei Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm und die beste Kameraarbeit, die Präsentation auf der Berlinale und das Langfilmdebüt eines Regisseurs, der für seinen Kurzfilm "Quiero ser" 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde - all das wird Florian Gallenbergers "Schatten der Zeit" nicht nur Aufmerksamkeit bringen, sondern auch in die Beweisführung für den Aufwind des Deutschen Films aufgenommen werden. Dabei ist das Originäre und Außerordentliche an dieser bemerkenswerten melancholischen Lovestory, dass sie eben nicht als Deutscher Film identifizierbar ist, dass sie keine deutsche Identität verrät und universelle Themen weit entfernt von nationalen Realitäten anspricht. Es ist ein Film von allgemeingültiger Sensibilität und internationaler Qualität, der viele Zuschauer verdient und bei zu erwartender guter Mundpropaganda hoffentlich auch bekommen wird.
Bereits in "Quiero ser", der auf den Straßen von Mexiko City spielte, schaute Gallenberger über den Tellerrand hinaus und in das Herz einer fremden Welt hinein. Manches aus diesem 30-Minüter hat Gallenberger variiert übernommen - etwa die Rückblendenstruktur oder das Motiv zweier Menschen, die sich einmal sehr nahe standen, dann trennten, sich im Alter wiederbegegnen, aber nicht zu erkennen geben.
Gedreht wurde an Originalschauplätzen und in Breitwand - mit sehenswerter Bildaufteilung, plastischer Fotografie und einem Licht, das bei aller Härte des gezeigten Lebens immer auch Wärme findet. Es ist ein ruhiger, ernster, aber nicht betonschwerer Film - exotisch in seinem Schauplatz, aber ganz vertraut in seinen Gefühlen. Ein Liebesmelodram, produziert von Helmut Dietl und seiner Diana Film, geschrieben von Gallenberger und wohl auch inspiriert von Mira Nairs "Salaam Bombay".
Eine Gegenwartsklammer am Anfang und Ende des Films rahmt die Zentralhandlung ein, die in Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit, spielt. Der kleine Ravi arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 (eine kleine Hommage an Hans-Christian Schmid?) investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner jungen Freundin Masha, bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen. Beim Abschied versprechen sie sich - die Variation eines Motivs aus Leo Mc Careys "Die große Liebe meines Lebens" - bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später ist Masha in der Prostitution gelandet, weil sie in dieser Welt, in der viele Kinder nur Ware sind, nicht einen Menschen fand, der ihr Vertrauen nicht missbrauchte. Ravi hat sich mittlerweile bei einem alten Teppichhändler in Kalkutta unverzichtbar gemacht, wird geliebt von der Enkelin seines Chefs, die in einer Vollmondnacht im Tempel, nach Fastbegegnung und Falschinterpretation, verhindert, dass Ravi und Masha zusammenfinden. Beide füchten sich in Ehen, in der sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich Jahre später erneut begegnen, entwickelt sich eine kurze Affäre, findet Ravi aber nicht den Mut, sich für immer zu Masha zu bekennen und seine Frau zu verlassen. Ein weiteres Mal, zum Ende ihres Lebens hin, führt das Drehbuch beide zusammen, findet einen weisen, realistischen Abschluss für eine Geschichte, in der nicht nur die beiden Liebenden, sondern auch ihre Partner tragische Figuren sind. kob.
| Darsteller: | Tannishtha Chatterjee | als Masha | |
|---|---|---|---|
| Prashant Narayanan | als Ravi | ||
| Tilotama Shome | als Deepa | ||
| Irrfan Khan | als Yani Mishra | ||
| Tumpa Das | als Masha als Kind | ||
| Sikandar Agarwal | als Ravi als Kind | ||
| Sova Sen | als Masha (alt) | ||
| Soumitra Chatterjee | als Ravi (alt) | ||
| Satya Bandyopadhyay | als Deepas Großvater | ||
| Biplab Dasgupta | als Manager | ||
| Debika Sinha | als Bordellmutter | ||
| Vijay Raz | |||
| Regie: | Florian Gallenberger | ||
| Buch: | Florian Gallenberger | ||
| Musik: | Gert Wilden jr. | ||
| Kamera: | Jürgen Jürges | ||
| Produzent: | Helmut Dietl | ||
| Norbert Preuss | |||
Schatten der Zeit in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Bengali
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Kurzfilm "Quiero Ser", Making of, Interviews, Hintergrundinfos
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