DVD Leihvideo

Schatten der Zeit

Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.


Schatten der Zeit

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.12.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 6

Tannishtha Chatterjee
Prashant Narayanan
Tilotama Shome

Regie: Florian Gallenberger
Highlight Communications (Deutschland)

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Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.

Ravi und Masha sind als Kinder unzertrennlich (Foto: Constantin) Großansicht

Ravi und Masha sind als Kinder unzertrennlich (Foto: Constantin)

Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit: Ravi (Prashant Narayanan) arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner Freundin Masha (Tannishtha Chatterjee) und bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen.

Beim Abschied versprechen sie sich bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später haben sich beide in Ehen geflüchtet, in denen sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich wiedersehen, scheint diese große Liebe eine Chance zu bekommen. Doch dann fällt Ravi eine verhängnisvolle Entscheidung.

Das Glück lässt auf sich warten (Foto: Constantin) Großansicht

Das Glück lässt auf sich warten (Foto: Constantin)

Indian Lovestory

Nach seinem eigenen Drehbuch und unterstützt von Produzent Helmut Dietl drehte Florian Gallenberger, Oscarpreisträger für den Kurzfilm "Quiero ser", seinen ersten Spielfilm. Eine tragische Lovestory vor dem exotischen Hintergrund Indiens - berührend, aber nicht kitschig, ernst, aber nicht schwer verdaulich, wunderbar fotografiert und ohne dramatische Überzeichnungen gespielt und inszeniert.

Schatten der Zeit

Zwei Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm und die beste Kameraarbeit, die Präsentation auf der Berlinale und das Langfilmdebüt eines Regisseurs, der für seinen Kurzfilm "Quiero ser" 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde - all das wird Florian Gallenbergers "Schatten der Zeit" nicht nur Aufmerksamkeit bringen, sondern auch in die Beweisführung für den Aufwind des Deutschen Films aufgenommen werden. Dabei ist das Originäre und Außerordentliche an dieser bemerkenswerten melancholischen Lovestory, dass sie eben nicht als Deutscher Film identifizierbar ist, dass sie keine deutsche Identität verrät und universelle Themen weit entfernt von nationalen Realitäten anspricht. Es ist ein Film von allgemeingültiger Sensibilität und internationaler Qualität, der viele Zuschauer verdient und bei zu erwartender guter Mundpropaganda hoffentlich auch bekommen wird.

Bereits in "Quiero ser", der auf den Straßen von Mexiko City spielte, schaute Gallenberger über den Tellerrand hinaus und in das Herz einer fremden Welt hinein. Manches aus diesem 30-Minüter hat Gallenberger variiert übernommen - etwa die Rückblendenstruktur oder das Motiv zweier Menschen, die sich einmal sehr nahe standen, dann trennten, sich im Alter wiederbegegnen, aber nicht zu erkennen geben.

Gedreht wurde an Originalschauplätzen und in Breitwand - mit sehenswerter Bildaufteilung, plastischer Fotografie und einem Licht, das bei aller Härte des gezeigten Lebens immer auch Wärme findet. Es ist ein ruhiger, ernster, aber nicht betonschwerer Film - exotisch in seinem Schauplatz, aber ganz vertraut in seinen Gefühlen. Ein Liebesmelodram, produziert von Helmut Dietl und seiner Diana Film, geschrieben von Gallenberger und wohl auch inspiriert von Mira Nairs "Salaam Bombay".

Eine Gegenwartsklammer am Anfang und Ende des Films rahmt die Zentralhandlung ein, die in Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit, spielt. Der kleine Ravi arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 (eine kleine Hommage an Hans-Christian Schmid?) investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner jungen Freundin Masha, bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen. Beim Abschied versprechen sie sich - die Variation eines Motivs aus Leo Mc Careys "Die große Liebe meines Lebens" - bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später ist Masha in der Prostitution gelandet, weil sie in dieser Welt, in der viele Kinder nur Ware sind, nicht einen Menschen fand, der ihr Vertrauen nicht missbrauchte. Ravi hat sich mittlerweile bei einem alten Teppichhändler in Kalkutta unverzichtbar gemacht, wird geliebt von der Enkelin seines Chefs, die in einer Vollmondnacht im Tempel, nach Fastbegegnung und Falschinterpretation, verhindert, dass Ravi und Masha zusammenfinden. Beide füchten sich in Ehen, in der sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich Jahre später erneut begegnen, entwickelt sich eine kurze Affäre, findet Ravi aber nicht den Mut, sich für immer zu Masha zu bekennen und seine Frau zu verlassen. Ein weiteres Mal, zum Ende ihres Lebens hin, führt das Drehbuch beide zusammen, findet einen weisen, realistischen Abschluss für eine Geschichte, in der nicht nur die beiden Liebenden, sondern auch ihre Partner tragische Figuren sind. kob.

Darsteller:  Tannishtha Chatterjee   als Masha
  Prashant Narayanan   als Ravi
  Tilotama Shome   als Deepa
  Irrfan Khan   als Yani Mishra
  Tumpa Das   als Masha als Kind
  Sikandar Agarwal   als Ravi als Kind
  Sova Sen   als Masha (alt)
  Soumitra Chatterjee   als Ravi (alt)
  Satya Bandyopadhyay   als Deepas Großvater
  Biplab Dasgupta   als Manager
  Debika Sinha   als Bordellmutter
  Vijay Raz  
 
Regie:  Florian Gallenberger  
Buch:  Florian Gallenberger  
Musik:  Gert Wilden jr.  
Kamera:  Jürgen Jürges  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Norbert Preuss  
 

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