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Spitzzüngige und dennoch warmherzige Komödie von und mit der Regisseurin des Kassenerfolges "Lust auf anderes".


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Erhältlich seit:
06.12.2007

Originaltitel: Comme une image

Komödie/ Drama

Frankreich 2004
Laufzeit: 107 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Marilou Berry
Agnès Jaoui
Jean-Pierre Bacri

Regie: Agnès Jaoui
Paramount Home Entertainment

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Spitzzüngige und dennoch warmherzige Komödie von und mit der Regisseurin des Kassenerfolges "Lust auf anderes".

Bin ich schön? fragt sich Lolita (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Bin ich schön? fragt sich Lolita (Foto: Prokino (Fox))

Um ihren mit einer fast gleichaltrigen Frau verheirateten, arroganten Vater Etienne (Jean-Pierre Bacri), einen erfolgreichen Autor, zu beeindrucken, nimmt die pummelige unsichere Lolita (Marilou Berry) Gesangsstunden bei Sylvie (Agnès Jaoui).

Die ist verheiratet mit einem von Selbstzweifeln geplagten Schriftsteller. Bald gehört das Paar zum Freundeskreis von Etienne, der die Karriere des Erfolglosen mit einer Portion Vitamin B anschiebt.

Appetit auf französisches Kino? In dieser spitzzüngigen und warmherzigen Komödie grämt sich ein molliges Mädchen über zu viel Kurven, sucht Anerkennung und Liebe auf ganz verflixten Wegen wie Leidensgenossin Bridget Jones.

Lolita würde alles dafür geben, von ihrem Vater angeschaut zu werden (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Lolita würde alles dafür geben, von ihrem Vater angeschaut zu werden (Foto: Prokino (Fox))

Pariser Leben

Angesiedelt im bürgerlichen Pariser Milieu, lässt Agnès Jaoui keine Gelegenheit aus, sich über Nabelschau und Selbstbeweihräucherung der Intellektuellen zu mokieren, mit milder und manchmal scharfer Ironie die Schwächen und Stärken ihrer Protagonisten zu zeichnen.

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Fünf Jahre nach ihrem fulminanten Regiedebut "Lust auf Anderes" bezaubert Agnès Jaoui mit dieser neuen spitzzüngigen und dennoch warmherzigen Komödie, unbestritten ein Höhepunkt des Cannes-Festivals. Wie Woody Allen in seinen besten Zeiten mokiert sie sich mit leisem Lächeln über die "sophisticated Spleens" der Großstadt-Neurotiker. Für die delikat gesponnene Geschichte um ein molliges Mädchen auf der Suche nach Identität erhielt sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jean-Pierre Bacri eine Palme für das Beste Drehbuch. Verdient hätte das Kino-Glanzstück, das mit Prokino einen deutschen Verleih gefunden hat, durchaus mehr.

Frauen haben's schwer. Jedenfalls im vom Männer dominierten Wettbewerb mit nur zwei Regisseurinnen: Agnès Jaoui und Lucrecia Martel ("La Nina Santa"). Der Französin gelingt eine brillante und spielerisch inszenierte Charakterstudie auf verschiedenen Ebenen. Die Zentralfigur Lolita entspricht nun gar nicht dem Nabokovschen Lolita-Image, sondern ist ein unsicherer Pummel, erinnert in ihrer emotionalen Unbeholfenheit an Bridget Jones & Co. Um ihren mit einer hübschen, dazu noch fast gleichaltrigen Frau verheirateten Vater Etienne zu beeindrucken, einen erfolgreichen Autor, nimmt sie Gesangsstunden bei der verständnisvollen Sylvie (Jaoui), verheiratet mit einem von Selbstzweifeln geplagten Schriftsteller. Bald gehört das Paar zum erlauchten Freundeskreis von Etienne, der die Karriere des Erfolglosen mit einer Portion Vitamin B anschiebt. In dem elitär-intellektuellen Mikrokosmos voller aufgeblasener Egos geht es um das Bild, was wir von uns und was andere von uns haben. Da grämt sich Lolita über ihre Kurven und leidet unter der Missachtung des selbstgefälligen Daddys. Die seelisch verkümmerten Schriftsteller pflegen akribisch ihre Eitelkeiten, während die Frauen das Gefühl haben, nur als Dekoration zu dienen und permanent übersehen zu werden. Dabei sehen die Beteiligten in ihrer Fixierung aufs Geliebt- und Anerkanntwerden den Wald vor lauter Bäumen nicht, verprellen sie diejenigen, die sie mögen - wie Lolita, die alles tut, einen in sie verliebten Journalisten vor den Kopf zu stoßen. Angesiedelt im bürgerlichen Pariser Milieu, lässt Jaoui keine Gelegenheit aus, sich über die Nabelschau und Selbstbeweihräucherung einer typisch französischen Spezies zu mokieren, mit milder und manchmal scharfer Ironie die Schwächen und Stärken ihrer Protagonisten zu zeichnen, aber auch ihren Sehnsüchten Raum zu geben. Nie macht sie sich lustig über die vergeblichen Versuche, aus dem Circulus vitiosus auszubrechen. Ihre ganze Zärtlichkeit gilt der Heranwachsenden, die um die Zuneigung ihres Vaters bettelt und kämpft, in kleinen, schmerzhaften Schritten lernt, nicht nur sich selbst, sondern auch vertrauensvolle Nähe zu akzeptieren. Alle Figuren wissen genau, was sie an Stelle der anderen tun würden, nur bei der eigenen Selbsteinschätzung hapert es - eine dem Zuschauer wohl sehr bekannte Situation. Die Besetzung, angefangen von Jean-Pierre Bacri als gewieftem Zyniker bis hin zu Marilou Berry als Schwergewicht, ist optimal. Aber am meisten amüsieren die wie Diamanten geschliffenen Dialoge. Das Dream-Team Jaoui/Bacri trifft voll ins Schwarze und ins Herz. mk.

Darsteller:  Marilou Berry   als Lolita
  Agnès Jaoui   als Sylvia
  Jean-Pierre Bacri   als Etienne
  Laurent Grévill   als Pierre
  Virginie Desarnauts   als Karine
  Keine Bouhiza   als Sébastien
  Grégoire Oestermann   als Vincent
  Serge Riaboukine   als Félix
  Michèle Moretti   als Edith
  Jean-Pierre Lazzerini   als Taxifahrer
  Jacques Boko   als Türsteher
  Yves Verhoeven   als 1. Neugieriger
  Samir Guesmi   als 2. Neugieriger
  Bob Zaremba   als Typ, den man überall sieht
  Roberte Kiehl   als Pianistin
  Jean-Baptiste Blanc   als Sänger
  Emma Beziaud   als Louna
  Julien Baumgartner   als Mathieu
  Zelie Berger   als Mathieus Freundin
  Dimitri Rataud   als Arzt
 
Regie:  Agnès Jaoui  
Buch:  Agnès Jaoui  
  Jean-Pierre Bacri  
Musik:  Philippe Rombi  
Kamera:  Stéphane Fontaine  
Produzent:  Jean-Philippe Andraca  
  Christian Bérard  
 

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