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Schiffsmeldungen

Bestsellerverfilmung von Lasse Hallström über einen gedemütigten Mann, der in Neufundland in ein neues Leben aufbricht.


Schiffsmeldungen

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.09.2002

Originaltitel: Shipping News

Drama

USA 2001
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12

Kevin Spacey
Julianne Moore
Dame Judi Dench

Regie: Lasse Hallström
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Schiffsmeldungen

Als der linkische Druckereiarbeiter Quoyle bei einem Unfall seine hartherzige, untreue Frau Petal verliert, beginnt er auf Drängen seiner resoluten Tante Agnis mit ihr und Tochter Bunny in Neufundland ein neues Leben. In der herben Landschaft seiner Vorfahren findet Quoyle nicht nur eine neue Bestimmung als Lokalreporter und vollwertiges Gemeindemitglied, sondern begegnet in der Kindergärtnerin Wavey auch der Frau seines Lebens. Und auch Agnis schließt als erfolgreiche Geschäftsfrau nach langer Zeit Frieden mit ihrer düsteren Vergangenheit.

Mit seiner dritten, etwas elegisch geratenen Romanverfilmung nach "Gottes Werk und Teufels Beitrag" bzw. "Chocolat" vermag Lasse Hallström nicht an die Leichtigkeit der Vorgänger anzuknüpfen. Auch die Oscar-Preisträger Kevin Spacey und Judi Dench sowie die gegen den Strich besetzte Cate Blanchett können den Zauber der Pulitzerpreis-gekrönten Vorlage nicht recht vermitteln. Trotz manch vertaner Chance beeindrucken die atemberaubenden Bilder und die gute Besetzung.

Schiffsmeldungen

Der März gehört Lasse Hallström, der nun im dritten Frühjahr in Folge eine Bestsellerververfilmung in die Kinos bringt. Seine Adaption des gleichnamigen, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Romans der amerikanischen Literaturspätzünderin E. Annie Proulx, platziert sich harmonisch zwischen der bittersüßen Unausweichlichkeit von "Gottes Werk und Teufels Beitrag" und der märchenhaften Versöhnlichkeit von "Chocolat", ist mit seiner Aufbruchsstimmung, seinen unkomplizierten Figuren und kleinen, gut konsumierbaren dramatischen Happen das gewohnt Oscar-freundliche Material, das dank Kevin Spacey und einer Reihe renommierter Charakterdarsteller auch sein Publikum finden wird.

Mit einem visuell einfallsreichen, Jahre zu Minuten komprimierenden Prolog wird Protagonist Quoyle eingeführt. Von seinem despotischen Vater zu einem zwar sensiblen, aber rückgratlosen Wurm ohne Selbstachtung gemacht, ist Quoyle ein durch Spaceys alberne Frisur zusätzlich zur Witzfigur reduziertes Neutrum, bis er durch das, nicht nur für ihn unbegreifliche Interesse einer skrupellosen Männerfresserin (kleine, aber ihr nobles Image zerstreuende Rolle von Cate Blanchett) positiv aufgeladen wird. Die zermürbenden Ehejahre spart der Film aus, streift den Selbstmord von Quoyles Eltern ebenso wie den tödlichen Unfall Blanchetts, die die gemeinsame Tochter noch an eine Adoptionsinstitution verkaufen wollte. Schwerpunkt der "Schiffsmeldungen" ist Quoyles Selbstfindung und seelische Reinigung im sturmumtosten, aber von ehrlichen und freundlichen Menschen bevölkerten Neufundland. Im Zusammenleben mit Quoyles resoluter Tante (Judi Dench) entdecken Vater und Tochter Familie erstmals auch als Anker. Ein neuer Job und eine neue Liebe formen Quoyle zu einem neuen Menschen, der den Fluch seiner Vergangenheit überwinden kann. Mit seinem Kameramann Oliver Stapleton hat Hallström die spröde Schönheit des Schauplatzes authentisch eingefangen, der quasi vorbildhaft für Spaceys Figur seinem Schicksal, der Härte von Wind und Wetter, trotzt. Die Traumata Quoyles, seiner Tante und seiner neuen Freundin nehmen in Hallströms Adaption den Status einer seelischen Randnotiz ein, die angesprochen, aber nicht vertieft wird. Mehr als für ein packendes, emotional intensives menschliches Drama interessiert sich der Skandinavier für die Vorzüge des einfachen Lebens, für bodenständige Menschen, die Neues integrieren, nicht isolieren wollen und für Humor, der den Film insgesamt fast stärker komisch als dramatisch wirken lässt. Konventionell in seinem Erzählverhalten, aber von einem engagierten Ensemble und guten Dialogen getragen, erweist sich "Schiffsmeldungen" als unterhaltsames, unproblematisches, emotional reserviertes Ehrenwertkino, das sein Publikum über potenziell schweren Problemen luftig schweben lässt. kob.

Darsteller:  Kevin Spacey   als Quoyle
  Julianne Moore   als Wavey Prowse
  Dame Judi Dench   als Agnis Hamm
  Cate Blanchett   als Petal
  Pete Postlethwaite   als Tert Card
  Scott Glenn   als Jack Buggit
  Rhys Ifans   als Beaufield Nutbeem
  Gordon Pinsent   als Billy Pretty
  Jason Behr   als Dennis Buggit
  Larry Pine   als Bayonet Melville
  Jeanetta Arnette   als Silver Melville
  Robert Joy   als EMS Officer
  Alyssa Gainer   als Bunny
  Kaitlyn Gainer   als Bunny
  Lauren Gainer   als Bunny
  John Dunsworth   als Guy Quoyle
  Will McAllister   als Henry Prowse
  Marc Lawrence   als Cousin Nolan
  Nancy Beatty   als Mavis Bangs
 
Regie:  Lasse Hallström  
Buch:  Robert Nelson Jacobs  
Musik:  Christopher Young  
Kamera:  Oliver Stapleton  
Produzent:  Irwin Winkler  
  Linda Goldstein Knowlton  
  Leslie Holleran  

Blanchett das Gesicht von Donna Karan

Seit längerer Zeit hat man nichts mehr von der Schauspielerin des Jahres 2002 gehört. Doch nun ist Cate Blanchett zurück und hat neben neuen Filmprojekten auch noch gleich einen Model-Vertrag unter dem Arm.

Von der Lein- auf die Plakatwand: Cate Blanchett Großansicht

Von der Lein- auf die Plakatwand: Cate Blanchett

Letztes Jahr konnte man den Eindruck gewinnen, es gebe überhaupt keine Frauenrollen mehr, die nicht mit Cate Blanchett besetzt worden wäre: Mit "Heaven", "Schiffsmeldungen", "Die Liebe der Charlotte Gray" und "Herr der Ringe - Die zwei Türme" hatte sie gleich vier heiße Eisen im Feuer. Danach machte die Australierin allerdings erst einmal knapp neun Monate Pause, um sich um ihre Familie zu kümmern.

Doch nun ist Miss Blanchett zurück: In Kürze startet auch in Deutschland "Die Journalistin", wo sie die Rolle der Mafia-Reporterin Veronica Guerin spielt, und wie jetzt bekannt wurde, suchte sie sich auch abseits der Leinwand eine neue Herausforderung. Cate Blanchett ist das neue Top-Model der New Yorker Modeschöpferin Donna Karan.

Sicherlich keine leichte Aufgabe, tritt die gelernte Schauspielerin doch damit in die Fußstapfen von Supermodel Milla Jovovich. Blanchett schloss einen Exklusiv-Vertrag über zwei Jahre ab, über das Honorar wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit ihrem Model-Job unterstreicht Cate Blanchett übrigens einen Trend der letzten Jahre. Waren es früher die Models wie Jovovich, Charlize Theron und - etwas weniger erfolgreich - Claudia Schiffer, die mit aller Macht nach Hollywood drängten, so suchen sich nun die Modeschöpfer gezielt Schauspieler als "Faces" ihrer Kampagnen aus: Nicole Kidman wirbt für Chanel, Jennifer Lopez für Louis Vuitton und Colin Farrell versucht Ralph Lauren-Klamotten an den Mann zu bringen.

 

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