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Schlafes Bruder

In einem Bergdorf des 19. Jahrhunderts wächst der mit göttlicher musikalischer Begabung gesegnete Außenseiter Elias heran. Seine unerwiderte Liebe zu Elsbeth veranlaßt ihn schließlich zum Selbstmord. Düsteres, nauturgewaltiges Drama.


Schlafes Bruder

Kaufvideo

Erhältlich seit:
04.05.2004

Drama

Deutschland 1994
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 12

André Eisermann
Dana Vávrová
Ben Becker

Regie: Joseph Vilsmaier
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Schlafes Bruder

Elias ist ein musikalisches Genie. Aber zu Beginn des 19.Jahrhunderts gibt es in dem abgelegenen Alpendorf Eschberg dafür wenig Bedarf, und Elias wächst als Außenseiter heran. Später verliebt er sich unsterblich in die Schwester seines besten Freundes Peter, was Peter, der Elias abgöttisch verehrt, dazu veranlaßt, vor Eifersucht das Dorf in Brand zu stecken. Bald darauf erlebt Elias im Dom zu Feldberg doch noch seinen künstlerischen Triumph - doch da hat er bereits mit seinem Leben abgeschlossen.

Deutsche Großproduktion, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Das ergreifende Drehbuch wurde von dem bayerischen Regie-Urgestein Joseph Vilsmaier kongenial in Szene gesetzt. Seine suggestiven Bilder und Andrè Eisermanns ätherisches Spiel machen "Schlafes Bruder" zu einem beeindruckend aufregenden Seh-Erlebnis. Die sakral-düsteren Klänge von Norbert J. Schneider tun ihr übriges, um eine perfekte Atmosphäre zu schaffen. Barockes Epos mit großem Potential.

Schlafes Bruder

Zwei Literaturverfilmungen der jüngsten deutschen Filmgeschichte haben bei ihrer Kinoauswertung gezeigt, wie nahe Erfolg und Mißerfolg zusammenliegen können. Während die unter den Fittichen von Bernd Eichinger entstandene internationale Großproduktion "Das Geisterhaus" 1993/1994 knapp 3,7 Millionen Deutsche in die Lichtspielhäuser lockte, wollten ein Jahr später nur etwa 130.000 Personen Klaus Maria Brandauers Thomas-Mann-Adaption "Mario und der Zauberer" sehen. Auch der erfolgsverwöhnte, mit zahlreichen bayerischen, nationalen und internationalen Preisen dekorierte Filmemacher Joseph Vilsmaier ("Herbstmilch", "Stalingrad") hat sich mit der Verfilmung von Robert Schneiders Debütroman und Bestseller "Schlafes Bruder" auf eine gefährliche Gratwanderung begeben. Auch er hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um das geschriebene Wort in imposante Bilder zu packen. "Schlafes Bruder" spielt in einem gottverlassenen Alpendorf namens Eschberg, das sich an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert befindet. In diese wilde, wüste, rauhe Bergwelt voller dickköpfiger Bauern, keifender Weiber und durch Inzest degenerierter Kinder wird der Knabe Elias hineingeboren. Elias ist ein Bastard, und als solcher wird er auch behandelt. Selbst seine Eltern wünschen ihm den Teufel an den Hals. Ungeliebt wächst der Außenseiter heran, und unbemerkt bleibt die einzigartige Gabe, die ihm Gott in die Wiege gelegt hat. Elias besitzt das absolute Gehör, seine Singstimme ist schlichtweg genial und nur er allein ist in der Lage, der örtlichen Kirchenorgel die wundervollsten Tonfolgen zu entlocken. Als man sein Talent schließlich entdeckt, ist es zu spät. Da hat Elias schon alles verloren: seinen einzigen Freund Peter, der ihn abgöttisch und bis zur Raserei verehrt, Elsbeth, die Liebe seines Lebens, der er seine wahren Gefühle niemals zeigen konnte, und auch den Mut, seine überirdischen Fähigkeiten in den Dienst der Menschheit zu stellen. Vilsmaier, der - wie bei allen seinen Regiearbeiten - auch als Kameramann verantwortlich zeichnet, fängt Zeit- und Lokalkolorit der Romanvorlage auf bestechende Weise ein. Im Zusammenspiel mit den an Authentizität kaum zu übertreffenden Bauten von Rolf Zehetbauer ("Cabaret") und den sakral-düsteren Klängen, die aus der Feder von Vilsmaiers Hausmusikus Norbert J. Schneider und dem populären Alpenrocker Hubert von Goisern stammen, kreiert er ein mittelalterliches Drama, eine historische Tragödie, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Schwächen beweist "Schlafes Bruder" in der Erzählstruktur: Tempo und Action des im Mittelteil allzu behäbigen Films werden zugunsten der Charakterisierung des Elias vernachlässigt. Desweiteren gelingt es nur in der jeweils starken Einstiegs- und Schlußsequenz, das Hörbare, das zentrale Thema der Romanvorlage, sichtbar zu machen. Während Ben Becker seiner Schlüsselrolle als Peter nur bedingt gerecht wird und man Dana Vávrová Elsbeths jugendliche Verliebtheit nicht immer abnimmt, zeigt André Eisermann ("Kaspar Hauser") als Elias eine formidable darstellerische Leistung. Das Potential dieses Jungstars des deutschen Kinos sollte - gepaart mit Vilsmaiers Popularität und dem Bekanntheitgrades der Buchvorlage - dem Film trotz der angesprochenen Ungereimtheiten zu einem grundsoliden Erfolg verhelfen. Vilsmaier hat zu diesem Projekt, das er wie immer mit größtmöglichem Einsatz realisiert hat, gesagt: "Entweder wird das künstlerisch ein Riesenerfolg oder der größte Flop. Dazwischen gibt es nichts." Seine Prophezeiung könnte sich bewahrheiten. lasso.

 

Schlafes Bruder in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

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André Eisermann

Er wurde mit der Rolle des historischen Findelkinds, Fürstenerben und Wolfsjungen "Kaspar Hauser" 1993 über Nacht zum Star, zog es aber...

 

Star

Dana Vávrová

Vom Kinderstar zur gefragten Schauspielerin, Regisseurin und Autorin gereift, bildete Dana Vávrová seit ihrer Heirat mit Regisseur und...