DVD Leihvideo

Schmalspurganoven

Woody Allens jüngste Komödie über einen Kleingauner, der als Millionär nicht glücklich wird.


ohne Abbildung

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.10.2001

Originaltitel: Small Time Crooks

Komödie

USA 2000
Laufzeit: 90 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Woody Allen
Tracey Ullmann
Tony Darrow

Regie: Woody Allen
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Schmalspurganoven

Ray Winkler, Tellerwäscher aus New Jersey, wünscht sich nichts weiter, als mit Gattin Frenchy einen ruhigen Lebensabend in Miami zu verbringen. Das nötige Kleingeld dafür soll das Graben eines Tunnels zu einem Bank-Tresor bescheren. Seine Meister-Bande landet jedoch stattdessen in einer Boutique. Derweil floriert Frenchys zur Tarnung eröffneter Keksladen allerdings so prächtig, dass sie unverhofft Millionen scheffeln. Doch statt nach Florida zieht es Frenchy nun an die Park Avenue, wo sie ihren unbedarften Ray zum Bildungsbürger umerziehen will...

Woody Allens 31. Werk besitzt einmal mehr die Tugenden, die den Mann aus Manhattan zum Meister seines Faches werden ließen: Temporeiche Einzeiler gepaart mit enormer schauspielerischer Qualität. Dabei entlarvt der notorische Stadtneurotiker die verlogene Welt der Schönen und Reichen, die unter anderem auch Hugh Grant als aalglatter britischer Kunsthändler und Allens Kultur-Trainer bevölkert. Eine Synthese aus Gesellschafts- und Gaunerkomödie, die vor allem eingefleischten Woody-Allen-Fans gefallen wird.

Schmalspurganoven

Nachdem Woody Allen zuletzt mit seinem pseudobiographischen Künstlerporträt "Sweet And Lowdown" vergnügliche Verwirrung stiftete, erwartet seine deutschen Fans bereits acht Monate später ein komisches Nachbeben. In "Schmalspurganoven" trifft eine Gaunerkomödie auf "Pygmalion", und Wortwitz auf Situationskomik. Im Gesamtwerk des Stadtneurotikers wirkt das Ergebnis zwar wie Luftholen, ist aber kurzweilig genug, um die gewohnte Klientel zufrieden zu stellen.

Dass Allen sein Pulver an onelinern längst nicht verschossen hat, unterstreicht gleich zu Beginn eines seiner gewohnten Ehegefechte, in dem Tracey Ullman als Frau von Allens Tellerwäscher Ray verbales Gift unters Volk streut. Nach 25 Jahren träumt das Paar davon, seine marode Ehe in Miami wiederzubeleben. Das nötige Geld soll eine von Allens üblichen Schnapsideen einbringen, in die Ullman, in ihrer dritten Zusammenarbeit mit dem Regisseur, nur widerwillig einlenkt. Während Gattin Frenchy mit ihrem neu eröffneten Cookie-Laden für Tarnung sorgt, bohren sich Ray und seine Kumpel im Keller einen Tunnel zur nahe gelegenen Bank. Das Gefühl, in einem Roman von Donald E. Westlake gelandet zu sein, wird freilich abrupt beendet, als die Aktion jämmerlich scheitert, dafür aber Frenchies Cookies allen Beteiligten binnen eines Jahres Reichtum bringt. Mit dieser Zäsur mutiert die Gaunerkomödie zu einer Gegenüberstellung von Cheeseburger-Wunsch und Froschschenkel-Realität, die Allen tagtäglich quält, weil Frenchy unbedingt von der Park-Avenue-Szene akzeptiert werden will. Dabei erweist sich Allens Einfall, einen aalglatten britischen Kunsthändler (Hugh Grant, keinen Millimeter entfernt vom gewohnten Rollenimage) als berechnenden Henry Higgins einzuführen, als nur mäßig originell, und die finale Erkenntnis, dass Geld nicht glücklich macht, als erstaunlich moralisch und überdies abgenutzt. Übergroße Bedeutung beimessen muss man dem freilich nicht, was für diese Komödie insgesamt genauso gilt. "Schmalspurganoven" ist ein Zwischendurch-Allen: luftig-leicht, amüsant, aber wohl nicht mehr als eine Atempause vor einem nächsten, ungleich ambitionierten Projekt, das man dem 65-jährigen immer wieder zutrauen kann. Wie schon in "Sweet And Lowdown", als er mit Samantha Morton eine brillante Darstellerin aus dem Hut zauberte, gelingt Allen auch hier ein echter Coup. Komikerin und Drehbuchautorin Elaine May, als Regisseurin seit dem Desaster von "Ishtar" zur Ruhe gestellt, gelingt als Ullmans, in ihrer eigenen Dimension lebenden Cousine ein grandioses Comeback, das der 68-jährigen einbringen könnte, was ihre Tochter Jeannie Berlin mit Mays Neil-Simon-Adaption "Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht" bereits 1972 erreichte: eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin des Jahres. kob.

Darsteller:  Woody Allen   als Ray Winkler
  Tracey Ullmann   als Frenchy Winkler
  Tony Darrow   als Tommy
  Hugh Grant   als David
  George Grizzard   als George Blint
  Jon Lovitz   als Benny
  Elaine May   als May
  Michael Rapaport   als Denny
  Elaine Stritch   als Chi Chi Potter
 
Regie:  Woody Allen  
Buch:  Woody Allen  
Kamera:  Zhao Fei  
Produzent:  Jean Doumanian  
 

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Features

 

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