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Schnee, der auf Zedern fällt

Impressionistische und herausragend fotografierte Verfilmung von David Gutersons Bestseller.


Schnee, der auf Zedern fällt

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Erhältlich seit:
14.08.2003

Originaltitel: Snow Falling on Cedars

Drama

USA 1999
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12

Ethan Hawke
James Cromwell
Richard Jenkins

Regie: Scott Hicks
Universal Pictures Germany

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Schnee, der auf Zedern fällt

Die Insel San Piedro vor der nordamerikanischen Küste kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein junger Fischer wird tot aufgefunden, sein Kollege des Mordes angeklagt. Der vermeintliche Täter ist Amerikaner japanischer Abstammung - und das macht die Angelegenheit vielschichtiger als es auf den ersten Blick scheint. Um so mehr, als auch der junge Gerichtsreporter Ishmael, den der Krieg nicht nur einen Arm gekostet hat, persönlich in die Angelegenheit verstrickt ist...

Imposante Verfilmung von David Gutersons Millionenseller, in der Oscar-Preisträger Scott Hicks ("Shine") von einer simplen Kriminalgeschichte ausgehend die Vorkommnisse in einer fiktiven Gemeinde nachzeichnet und dabei ein überaus dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte beleuchtet. Von Robert Richardson ("John F. Kennedy - Tatort Dallas") herausragend fotografiert, von James Newton Howard mit einem einfühlsamen Soundtrack versehen und prominent besetzt, zielt dieses eindringliche Drama auf ein anspruchsvolleres Publikum.

Schnee, der auf Zedern fällt

In der impressionistischen Verfilmung von David Gutersons Bestseller aus dem Jahr 1997 erweist sich der Australier Scott Hicks ("Shine") als Stilist und Erzähler obersten Ranges. Ausgehend von einem konventionellen Krimigerüst, bewegt er sich im Zickzack-Kurs durch 20 Jahre einer amerikanischen Gemeinde, um nicht nur einen tragischen Todesfall aufzuklären, sondern auch das Leben der beteiligten Menschen und ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte zu beleuchten. Blendend besetzt und von Robert Richardson herausragend fotografiert, zielt diese komplexe Meditation über die tonnenschwere Last der Erinnerung gleichermaßen auf Verstand und Emotion, wobei die ambitionierte Erzählstruktur den Zugang zwar erschwert, letzten Endes aber Wunder wirkt.

Wie David Gutersons majestätischer Erstlingsroman folgt auch Hicks' prächtig anzusehende Adaption nach einem der besten Drehbücher von Vielschreiber Ron Bass ("Die Hochzeit meines besten Freundes") zunächst den Gesetzen eines klassischen Whodunit-Krimis. Ein junger Fischer wird in den 50er Jahren nach einer nebligen Nacht in den Netzen seines Bootes vor einer Pazifikinsel im amerikanischen Nordwesten gefunden. Polizei und Behörden vermuten ein Verbrechen: Ein gleichaltriger Japaner - Jugendfreund, Berufskollege und womöglich Rivale des Toten - wird als Verdächtiger vor Gericht gestellt. Für den Film Ausgangspunkt für zahlreiche ineinander verschachtelte Ausflüge in die Vergangenheit von Beteiligten und Gemeinde, in der Amerikaner und angesiedelte Japaner von jeher im Zustand eines fragilen, von rassistischen Ressentiments geprägten Waffenstillstands nebeneinander existieren. Der wird mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs erschüttert. Nach Pearl Harbor werden die japanischen Siedler ihres Besitzes beraubt und in Internierungslager deportiert. Die jungen Amerikaner müssen in den Krieg ziehen. Unter ihnen ist der Sohn des ansässigen Zeitungsherausgebers, Ishmael, mit großer Kontrolle gespielt von Ethan Hawke.

Für Hicks ist er, der den Mordprozeß als neutraler Journalist verfolgt, die zentrale Figur der Geschichte. Die fragmentarischen Flashbacks in seine Erinnerungen, assoziativ und vermeintlich ungerichtet wie das Gedankensprungkino von Oliver Stone, lyrisch und atmosphärisch wie bei Terrence Malick, offenbaren, daß er kein Unbeteiligter ist. Je tiefer der Film in den Kopf Ishmaels eindringt, desto deutlicher wird, daß er als Heranwachsender eine geheime Liebesbeziehung zu einem japanischen Mädchen hatte, das mittlerweile mit dem Angeklagten verheiratet ist. Ishmaels Verbitterung und Orientierungslosigkeit im Leben wird zum Dreh- und Angelpunkt für die langsam sich zuspitzenden Ereignisse. Während im Gerichtssaal der lange vor sich hinlodernde Rassismus offen zum Vorschein kommt, muß sich Ishmael seiner Vergangenheit stellen: der immer noch starken Gefühle für das Mädchen und der Last des Erbes seines übermächtig erscheinenden Vaterfigur - letzteres eine klare Fortführung eines der zentralen Themen von "Shine". In der Bewältigung seines Dilemmas liegt schließlich auch der Schlüssel für die Aufklärung des Todesfalls. Viel Zeit nimmt sich Hicks in seinem wunderschönen Film über die oftmals fatale Vernetzung von Privatem und Politik, Vergangenheit und Gegenwart und gibt der Atmosphäre klar Vorzug vor Spannung. Immer wieder verweilt die Kamera auf der verschneiten Landschaft, taucht in Nebelbänke und schummrig beleuchtete Räume ein, auf der Suche nach der Wahrheit - wie der Film, der sich durch Schichten verdrängter Erinnerungen kämpft und so nur langsam seine Geheimnisse preisgibt. Ein eindringliches Drama, das über den Kopf das Herz berührt, wenn man es an sich heranläßt. ts.

Darsteller:  Ethan Hawke   als Ishmael Chambers
  James Cromwell   als Richter Fielding
  Richard Jenkins   als Sheriff Art Moran
  James Rebhorn   als Alvin Hooks
  Sam Shepard   als Arthur Chambers
  Eric Thal   als Carl Heine Jr.
  Max von Sydow   als Nels Gudmundsson
  Youki Kudoh   als Hatsue Miyamoto
  Rick Yune   als Kazuo Miyamoto
  Jan Rudes   als Ole Jurgensen
  Celia Weston   als Etta Heine
  Max Wright   als Horace Whaley
  Arija Bareikis   als Susan Marie Heine
  Zeljko Ivanek   als Dr. Whitman
  Caroline Kava   als Helen Chambers
  Zak Orth   als Abgeordneter Abel Martinson
  Cary-Hiroyuki Tagawa   als Zenhichi Miyamoto
  Daniel von Bargen   als Carl Heine Sr.
  Reeve Carney   als Ismael Chambers, als Junge
  Anne Suzuki   als Hatsue Imada, als Mädchen
 
Regie:  Scott Hicks  
Buch:  Ronald Bass  
  Scott Hicks  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Robert Richardson  
Produzent:  Kathleen Kennedy  
  Frank Marshall  
  Harry Ufland  
  Bass. Carol Baum  
  Lloyd A. Silverman  
 

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