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Schneller als der Tod

Die toughe Revolverlady Ellen kommt in das heruntergekommene Nest Redemption, um sich mit dem Mörder ihrer Eltern zu duellieren. Splatter-Spezialist Sam Raimis Hommage an den Spaghetti-Western der 70er Jahre, in dem eine Frau die Stiefel anhat.


Schneller als der Tod

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Erhältlich seit:
29.09.1998

Originaltitel: The Quick and the Dead

Western

USA 1995
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 16

Sharon Stone
Gene Hackman
Russell Crowe

Regie: Sam Raimi
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Schneller als der Tod

Ellen sinnt auf Rache: Als Kind wurde sie von dem Schurken Herod dazu gezwungen, ihren Vater zu erschießen. Jetzt ist Herod der unumschränkte Herrscher in dem kleinen Städtchen Redemption, wo er jährlich einen hochdotierten Schießwettbewerb veranstaltet. Ellen will Herod im direkten Duell töten, doch um Herod herauszufordern zu können, muß sie sich erst durch seinen "Wettkampf" schlagen. In dem ehemaligen Revolverhelden Cort findet sie jedoch einen erfahrenen Verbündeten.

Kultfilmer Sam Raimi, der mit "Tanz der Teufel" einen der kontroversesten, aber auch beliebtesten Horrorfilme der 80er Jahre gedreht hat, huldigt dem Genre des Italo-Westerns und findet dafür Bilder von großer Opulenz. Unterstützt wird er von ausnahmslos guten und charismatischen Darstellern: Sharon Stone als Ellen hat selten besser gespielt, Gene Hackman ist als Herod ein dämonisch-eleganter Schurke und "Kid" Leonardo DiCaprio ("Jim Carroll") zeigt, daß er wirklich jede Rolle mit Bravour zu meistern versteht. Der Western lebt!

Schneller als der Tod

Sam Raimi, bestens bekannt für technisch versierte Genre-Parodien wie die "Tanz der Teufel"- Trilogie mit dem krönenden Abschluß "Armee der Finsternis", spielt der Videospielgeneration das Lied vom Tod. Mit seinem Neo-Western "Die Schnellen und die Toten" wandelt der Regisseur überdeutlich auf den verwehten Spuren des großen Sergio Leone. Als originellste Neuerung wurde die Rolle des rächerischen Revolverhelden im Geiste Clint Eastwoods mit Superstar Sharon Stone besetzt, die zudem als Coproduzentin bei dem 34-Mio.-Dollar-Projekt fungierte. Dabei pflastern nicht nur Leichen, sondern auch Genreklischees die giftige Parodie, die zugleich eine im Detail hingebungsvolle Hommage an das Genre des Spaghetti-Westerns ist. Die Parallelen zu den legendären Vorbildern aus den 60er Jahren werden gleich bei der mit Morricone-artigen Panflötenklängen untermalten Anfangssequenz offenbar: Eine einsame Reiterin nähert sich in der staubigen Prärie langsam einer dubiosen Gestalt, die damit beschäftigt ist, einen Friedhof zu durchwühlen. Bei der folgenden Konfrontation liefert sie den ersten Beweis, daß sie Italowestern-Recken wie Giuliano Gemma oder Franco Nero trotz fehlender Bartstoppeln in punkto Abgebrühtheit nicht nachsteht. Anschließend galoppiert sie in das heruntergekommene Nest Redemption, gerade rechtzeitig für den alljährlich stattfindenden Schießwettbewerb. Ungeschlagener Champion ist der Schurke Herod (ein gewohnt grandioser Gene Hackman), der mit seinen Schergen die gesamte Stadt tyrannisiert. Zu dem kuriosen Sammelsurium an Teilnehmern gehören außerdem Australo-Star Russell Crowe als religiöser Ex-Ganove, Teenagerschwarm Leonardo DiCaprio als Herods aufmüpfiger Sohn Kid, Haudegen Lance Henriksen als gelackter Angeber und Keith David als gekaufter Killer. Raimi macht kein großes Geheimnis daraus, wer siegreich aus den jeweiligen Duellen hervorgehen wird. Und daß die Lady ohne Namen mit dem Bösewicht ein persönliches Hühnchen zu rupfen hat, läßt sich auch ohne sepiagefärbte Rückblenden leicht erahnen. So einfalls- und temporeich Raimi die Actionsequenzen gefilmt hat, so widersprüchlich legte Drehbuchautor Simon Moore die Rolle der Heldin an: Einmal zeigt er sie abgebrüht, whiskeytrinkend, zigarillopaffend und keiner handfesten Rauferei abgeneigt, dann wieder verschreckt schlotternd der Schießerei mit Herod entgegenblickend. Konsequente Coolness wäre zwar eindimensionaler, aber allemal effektiver gewesen. So bleiben Clint Eastwoods Stiefel Sharon Stone trotz zahlloser Großaufnahmen ihrer zusammengekniffenen Augen ein paar Nummern zu groß. Was "Die Schnellen und die Toten" von seinen mit vielen Zitaten gewürdigten Vorbildern unterscheidet, sind die rasenden Zoomaufnahmen, superschneller Schnitt, ein gotisch-okkultes Innendesign und abgefahrene Spezialeffekte. Wenn Hackman beispielsweise durch das klaffende Loch, das er seinem Gegner gerade in den Schädel geblasen hat, gefilmt wird, dann kommen Raimi-Fans voll auf ihre Kosten. Ob das breite Publikum ähnlich viel Spaß an diesem schwarzhumorigen Genrezwitter haben wird, hängt letztlich von der Zugkraft seiner Starbesetzung ab. ara.

Darsteller:  Sharon Stone  
  Gene Hackman  
  Russell Crowe  
  Leonardo DiCaprio  
  Tobin Bell  
  Roberts Blossom  
  Kevin Conway  
  Keith David  
  Lance Henriksen  
  Pat Hingle  
  Gary Sinise  
 
Regie:  Sam Raimi  
Buch:  Simon Moore  
Musik:  Alan Silvestri  
Kamera:  Dante Spinotti  
Produzent:  Joshua Donen  
  Alan Shapiro  
  Patrick Markey  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Sharon Stone

Als ehemaliges Fotomodell für Eileen Ford, Clairol, Revlon u.a. sowie Gewinnerin diverser lokaler Schönheitswettbewerbe gelang Sharon Stone...

 

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Gene Hackman

Seitdem Gene Hackman 1961 in "Der Tollwütige" als Polizist sein Debüt gab und 1967 mit seinem Part in "Bonnie und Clyde" den schauspielerischen...