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Schwarze Katze, weißer Kater

Wildes und anarchisches Werk über das Zigeunerleben - ein greller und bunter Befreiungsschlag.


Schwarze Katze, weißer Kater

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Originaltitel: Black Cat, White Cat

Komödie

Frankreich/Deutschland/Jugoslawien 1998
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 6

Bajram Severdzan
Florijan Ajdini
Salija Ibraimova

Regie: Emir Kusturica
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Schwarze Katze, weißer Kater

Matko möchte unbedingt über Nacht reich werden. Leider geht sein allzu verwegener Plan gründlich daneben, ja schlimmer noch: Der gewiefte Gauner Dadan schlägt aus seiner Dummheit Kapital und betrügt ihn nicht nur um die Beute, sondern jubelt ihm auch noch einen Haufen Schulden unter. Aber gönnerhaft wie der cholerische Dadan nun mal ist, spricht er Matko von allen Forderungen frei - unter einer Bedingung: Matkos Sohn Zare soll seine kleinwüchsige Schwester Afrodita heiraten. Dieser ist aber in die Kellnerin Ida verliebt...

Emir Kusturicas temperamentvolles Gaunerstück schwelgt in den schönsten Farben des Sommers, der Regisseur von "Time of the Gypsies" berauscht sich an der vitalen Blasmusik der Zigeuner und wirbelt seine Figuren in unglaublichem Eiltempo durch die absurde, romantische, abenteuerliche Story. Eine realistische Abbildung des Zigeunerlebens hat Kusturica bei seiner Ode an die Freude nicht im Sinn, mit unbekannten Schauspielern und vielen Laiendarstellern kreiert er vielmehr eine filmische Utopie über das wahre Glück auf Erden. Beiliebe nicht nur für Cineasten ein brandheißer Geheimtip!

Schwarze Katze, weißer Kater

Nach "Underground", mit dem er 1995 in Cannes die Goldenen Palme gewann, wollte Emir Kusturica eigentlich mit der Filmerei aufhören. Zu sehr ärgerte ihn der Vorwurf, sich nicht genug von serbischer Politik zu distanzieren. Doch dann packte ihn die Lust am Drehen wieder, aus einem kleinen Dokumentarfilmprojekt entwickelte sich in Zusammenarbeit mit der französischen Produktionsfirma Ciby 2000 und Pandora Film ein wildes und anarchisches Werk über das Zigeunerleben", das angesichts des dürftigen Wettbewerbs zurecht den Silbernen Löwen für die Beste Regie erhielt.

Am Anfang stand die Idee, eine Dokumentation über die Zigeuner Musiker aus "Underground" zu erstellen. Doch irgendwann erfand der in Sarajevo geborene Regisseur eine skurrile Geschichte von einem Großvater, der am Vorabend einer arrangierten Hochzeit stirbt und mit Eis "zwischengelagert" wird, um das Unternehmen nicht zu gefährden. Denn die Brautleute wollen nichts voneinander wissen: Um Schulden auszubügeln, soll Matkos Sohn Zaro die Tochter des örtlichen Mafiosi Dadan mit dem entzückenden Namen Afrodita heiraten. Nur ist Zaro in eine andere verliebt und auch Afrodita hat nichts mit den frisch Angetrauten im Sinn. Deshalb hilft er ihr bei der Flucht, auch wenn er sich damit den Zorn des Brautvaters zuzieht. Wie im Märchen findet dann doch letztendlich jeder Topf den richtigen Deckel. Und in der Not können als Trauzeuge auch zwei Katzen dienen, eine schwarze und eine weiße.

Film Maniac Kusturica bläst zum Angriff auf die Sinne. Der Comic-Liebhaber knallt ein Cartoon auf die Leinwand und bevölkert sie mit den urigsten und eigenartigsten Typen seit Fellini. In rasantem Tempo und boulevardesker Manier vermischt er Kitsch, Folklore und populären, manchmal vulgären Humor, würzt seine pfeffriges Sinti-Süppchen mit einer Prise Anarchie und Anachronismus. In dieser ländlichen Märchenwelt ist alles möglich - fressen Schweine ein Auto, steht der Großvater von den Toten auf, jonglieren Gangster locker mit Handgranaten, fällt der Böse ins Plumsklo und erhalten die Gerechten den verdienten Lohn. Aus fast viertausend Sinti suchte sich Kusturica bei diesem 4 Mio-Dollar-Projekt die passenden Laiendarsteller aus, nur die Hauptrollen sind von Profis besetzt. Bei dem furiosen Tanz auf dem Vulkan entfesselt er mit Kameramann Thierry Abogast ("Das fünfte Element") einen grenzenlosen Bildersturm, schnorrt lustvoll bei amerikanischen Filmvorbildern und läßt keine Heilige Kuh ungeschlachtet. "Black Cat, White Cat" ist eine deftige Mischung aus Komödienstadl und comédie humaine, eine filmische tour de force, die dem Zuschauer Futter gibt. Manchmal wirkt das laute und grelle Spiel wie ein Befreiungsschlag des in Frankreich lebenden Kusturica. Mochte auch der eine oder an der Kritiker in Venedig ob des permanenten Trommelfeuers zusammenzucken, das Publikum amüsierte sich und ehrte den Filmemacher mit Standing Ovations. mk.

Schwarze Katze, weißer Kater

Der Zigeuner Matko lebt vom Schwarzhandel mit den Russen mehr schlecht als recht. Durch einen gerissenen Plan will er mit einem Schlag reich werden. So reich wie der Gangster Dadan, den er um Hilfe bittet. Doch Dadan ist ein ausgekochtes und skrupelloses Schlitzohr: Matko wird reingelegt und gezwungen, seinen charmanten Sohn Zare mit Dadans unattraktiver Schwester Ladybird zu verheiraten. Zare liebt aber eine Andere und auch Ladybird träumt von einer Liebeshochzeit. Und am Schluss kommt doch alles anders, als man denkt ...

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Bajram Severdzan   als Matko Destanov
  Florijan Ajdini   als Zare Destanov
  Salija Ibraimova   als Afrodita
  Branka Katic   als Ida
  Srdjan Todorovic   als Dadan Karambolo
  Zabit Memedov   als Zarje Destanov
  Sabri Sulejman   als Grga Pitic
  Jasar Destani   als Grga Veliki
  Ljubica Adzovic   als Onkel Sujka
  Miki Manojlovic   als Standesbeamter
  Predrag Pepi Lakovic   als Priester
  Stojan Sotirov   als bulgarischer Zollbeamter
 
Regie:  Emir Kusturica  
Buch:  Gordan Mihic  
  Emir Kusturica  
Musik:  Dr. Nele Karajilic  
  Vajislav Aralica  
  Dejan Sparavalo  
Kamera:  Thierry Arbogast  
  Michel Amathieu  
Produzent:  Karl Baumgartner  
 

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