Das geballte Komikertalent von Dan Aykroyd, Jack Lemmon und Lily Tomlin liegt in dieser schwarzen Komödie um die fatale Konfrontation zwischen einem Naziverbrecher und einem engagierten Ethikprofessor bedauerlicherweise weitgehend brach. Die heikle Story rund um Holocaust und Hitlerschergen wurde von Harvey Miller ("Die Weißkittel - Dümmer als der Arzt erlaubt") ohne nennenswerten Witz und hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit inszeniert.
Dan Aykroyd verkörpert den alleinstehenden Akademiker Jack Lambert, der in seiner Freizeit als Jazz-Schlagzeuger jamt. Sein ohnehin angeknackstes Weltbild wird völlig demoliert, als sich herausstellt, daß sein langjähriger Nachbar, der joviale Max Mueller (Jack Lemmon als rundbackiger Bayer-Verschnitt), tatsächlich der gesuchte Kriegsverbrecher Karl Luger, besser bekannt als "Das Biest von Berkau", sein soll. Der auf seine Unschuld pochende Mueller hält regelmäßig Wohltätigkeitsparties zu seinen Gunsten ab, um die Gerichtskosten zu bestreiten. Bei einer dieser Zusammenkünfte trifft Jack auf Muellers verknöchert-altjungfräuliche Tochter Inga (Lily Tomlin) und den Familienhund Schatzi, der seine Schnauze bevorzugt im Schritt von Besuchern vergräbt. Als Mueller beschließt, sich wieder nach Südamerika zu begeben, nimmt Jack das Gesetz in die eigenen Hände und vergiftet den vermeintlichen Nazi. Prompt wird in den Nachrichten verkündet, daß eine bedauerliche Verwechslung vorlag. Im Glauben, einen Unschuldigen gerichtet zu haben, trennt Jack sich von seiner Freundin (Bonnie Hunt) und heiratet "zur Sühne" die frigid-fade Inga. Auf ihrer Hochzeitsreise eröffnet sie ihm jedoch ein Geheimnis.
Hauptmanko ist deutlich die bleierne Schwerfälligkeit des angestrebten satirischen Elements, die Gags vom stumpfen Deutschen-Stereotyp bis zum nur bedingt humorigen Einsatz der "Holocaust-Lüge" - bleiben zumeist platt und wirken unangenehm forciert. Darüber hinaus ist der Plot eine anstrengende Aneinanderreihung bis ins Detail kalkulierbarer Ereignisse, so daß die 92minütige Filmdauer unverhältnismäßig langgezogen anmutet. Die musikalische Einbettung wird mit einem zuckrig-leichtherzigen Score bestritten, der gut mit einigen albernen Slapstick-Momenten einhergeht, auf Dauer jedoch ebenso am humoristischen Ziel vorbeischießt wie das Gesamtunterfangen, das in den USA auf Platz 34 der Kinocharts anlief. ara.