DVD

Schwere Jungs

Success Story der bayerischen Art vom "Wer früher stirbt, ist länger tot"-Regisseur.


Schwere Jungs
Start: 19.07.2007

Komödie

Deutschland 2006
Laufzeit: 90 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Sebastian Bezzel
Michael A. Grimm
Simon Schwarz

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Paramount

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Underdog Gamser und seine Kumpels wollen bei Olympia aufs Siegerpodest (Foto: Constantin) Großansicht

Underdog Gamser und seine Kumpels wollen bei Olympia aufs Siegerpodest (Foto: Constantin)

Die Nation ist im Goldrausch. Nach der sommerlichen Euphorie um die Fußball-WM heißt es nun: Deutschland, ein Wintermärchen! Regisseur Marcus H. Rosenmüller verfilmte nach wahren Begebenheiten die Geschichte um das deutsche Bobteam bei den Olympischen Spielen 1952. Erst kürzlich landete der in Tegernsee geborene Filmemacher einen Überraschungserfolg mit der bajuwarischen Komödie "Wer früher stirbt, ist länger tot".

Mit zünftigem Lokalkolorit und frechem, rustikalem Witz geht es auch in seinem Nachfolgewerk zur Sache: Vier stattliche Burschen aus Garmisch-Partenkirchen wollen den Olympischen Eiskanal erobern - doch das ist leichter gesagt als getan. Denn bisher hat das Kufenkleeblatt noch nie ein Rennen gewonnen!

Kalorien zählen für den Sieg: Knödel und Schweinsbraten sollen für mehr Schwung im Eisparcours sorgen (Foto: Constantin) Großansicht

Kalorien zählen für den Sieg: Knödel und Schweinsbraten sollen für mehr Schwung im Eisparcours sorgen (Foto: Constantin)

Auf geht's Jungs - jetzt pack' mers!

Zwar ist ihre Fahrtechnik fulminant, doch dafür sind die selbst gezimmerten Bobs von Teamanführer Gamser (Sebastian Bezzel, SWR-"Tatort") umso wackliger. Jetzt aber, da eine Olympiateilnahme im norwegischen Oslo winkt, legt Gamser sich besonders ins Zeug. Schließlich geht es für ihn um mehr, als "nur" eine Medaille: Mit einem Sieg könnte er seinem Erzrivalen, dem arroganten Brauereibesitzer Dorfler (Nicholas Ofczarek), endlich mal eins auswischen.

Denn Dorfler geht mit seinem Team ebenfalls in Oslo an den Start, gilt dort sogar als Favorit. Getreu dem Motto "Jetzt pack' mers!" stürzen sich Gamser und seine Kumpels Franzl (Michael A. Grimm), Gustl (Antoine Monot Jr.) und Leusl Peter (Simon Schwarz) in den Medaillenkampf. Doch kaum in Oslo angekommen, werden die Underdogs mit allerlei Widrigkeiten der skurrilen Art konfrontiert.

Von Hase ist selbst ein wenig hilflos (Foto: Constantin) Großansicht

Von Hase ist selbst ein wenig hilflos (Foto: Constantin)

Gaudi auf Glatteis

"Cool Runnings" auf Bayerisch - da wird gegrantelt, dass die Schweineschwarte kracht! Regisseur Rosenmüller entführt mit wonnig-wohligen Nostalgiebildern in jene längst vergangenen Tage, in denen auf dem Bob noch wohlgenährte Masse gefragt war.

Als wortwörtlich "dicke" Kufenkumpels brilliert ein großartiges Darstellerensemble, dem die Gratwanderung zwischen deftiger Gaudi und feinfühligem Freundschaftsdrama perfekt gelingt. Bleibt nur zu wünschen: Guten Rutsch!

Schwere Jungs

Regie:  Marcus H. Rosenmüller  
Buch:  Philipp Roth  
Musik:  Gerd Baumann  
Kamera:  Torsten Breuer  
Produzent:  Molly von Fürstenberg  
  Viola Jäger  
  Harry Kügler  
 
Darsteller:  Sebastian Bezzel   als Gamser
  Michael A. Grimm   als Franzl
  Simon Schwarz   als Leusl Peter
  Antoine Monot, Jr.   als Gustl
  Nicholas Ofczarek   als Dorfler
  Andreas Harwarth   als Kaspar
  Stefan Betz   als Basti
  Daniel Zillmann   als Toni
  Rike Schmid   als Anna Dorfler
  Liane Forestieri   als Rosi
  Denise Zich   als Eislaufprinzessin Mücke
  Lisa Maria Potthoff   als Gerdi
  Bastian Pastewka   als von Hase
  Horst Krause   als Delegationsleiter
  Barbara Bauer   als Ursel
  Maximilian Brückner   als Reporter Robert
  Martin Walch   als Schiedsrichter
  Sylvester Leo   als Schieler Waschtl
  Florian Thompson   als Leusl mit 12
  Josef Friedl   als Gustl mit 10
  Philipp Epping   als Franzl mit 13

Man muss sein "Hirnkastl" einschalten

Auf dem Münchner Filmfest stellt Marcus H. Rosenmüller seinen neusten Film "Beste Zeit" vor, eine muntere Geschichte um zwei Freundinnen in der bayerischen Provinz. Gleich zu Beginn des Interviews auf der sonnigen Terrasse der Filmlounge bietet er das Du an und stürzt sich anschließend voller Elan auf die Fragen.

Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin) Großansicht

Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin)

» Wie hast Du Dich auf die Dreharbeiten zu "Beste Zeit" vorbereitet?

MARCUS H. ROSENMÜLLER: Schon beim Lesen des Drehbuchs wusste ich, wie der Film aussehen soll. Während ich mich bei "Schwere Jungs" über die 60er Jahre informieren musste, war das hier kein Problem. 1995, das Jahr in dem "Beste Zeit" spielt, war ich ungefähr in dem Alter der beiden Hauptfiguren Kati und Jo. Die Orte, die Karin Michalke in dem Drehbuch beschreibt, gibt es in Wirklichkeit. Wir haben einen beträchtlichen Teil dieser Orte für den Dreh verwendet. Einige der Einheimischen waren als Statisten dabei und Eddie Salvenmoser, der eine Brandrede zum Fußball hält, ist selbst Trainer.

Das Wichtigste für die Vorbereitung war eigentlich, die passenden Schauspieler zu finden. Die große Entdeckung war Anna Maria Sturm, die hier zum ersten Mal vor der Kamera steht. Sie hat was von Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter, kann ein richtiger Vulkan sein, aber auch mal ganz ruhig.

Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin) Großansicht

Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin)

» Inwiefern hat das Bayerische am Set eine Rolle gespielt?

Ich will, dass die Filme ehrlich 'rüberkommen und alles stimmig ist. Die Geschichte spielt im Dachauer Land und da geht es einfach nicht, dass im Dorf jeder Hochdeutsch spricht. Ich wollte das Bayerisch auf keinen Fall eindeutschen. Jeder kapiert, worum es in dem Film geht, auch wenn er nicht jedes Wort versteht. "Hodern" zum Beispiel ist ein Putzlappen und wenn es "an olten Hodern" heißt und die Kati auf der Suche nach ihrer Lieblingsjeans ist, erschließt sich, was gemeint ist.

» Bist Du denn auf bayerische Filme abonniert?

Das nicht. Es geht mir nicht um die Bewahrung von Traditionen, ich will nicht der Bayernfilmer sein. Wenn ich ein gutes Drehbuch in die Hände bekomme und ich mir die Inszenierung zutraue, dann mache ich das, ob Dialekt oder nicht. Ich habe auch kein Problem damit, mal einen Film auf Hochdeutsch zu drehen - nur beim Hochdeutsch sprechen habe ich gewisse Probleme, das muss ich zugeben.

Wichtig ist, ob der Dialekt der Geschichte dient, ob sie dadurch realistischer 'rüberkommt und mehr Gefühl hat. Mit dem Bayerischen wollte ich "Beste Zeit" eine gewisse Ehrlichkeit geben. Schön ist, wenn man sich in Zeiten der Globalisierung, in der alles gleicher und größer wird, mit dem Regionalen identifizieren kann. Das gefällt mir besonders an Filmen wie "Lang lebe Ned Devine!", in dem ein Lottogewinn ein irisches Dorf auf den Kopf stellt.

 

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