
Die erste Live-Action-Verfilmung des populären Hanna-Barbera-TV-Cartoons über ein Quartett von "Ghostbuster"-ähnlichen Jungdetektiven und ihrem (unverständlich) sprechenden Hund Scooby Doo erwies sich in den USA mit einem Einspiel von über 150 Mio. Dollar als ausgemachter Hit (in Deutschland wollten ihn 1,1 Mio. Besucher sehen). Für das Sequel meldet sich nun die selbe Mystery Inc. Crew erneut unter der Regie von Raja Gosnell ("Big Mamas Haus") mit einem weiteren krachig-knallbunten Abenteuer zurück.
Die überdrehte Geisterstory wurde von James Gunn verfasst, der zudem für den wesentlich hartgesotteneren Horror des "Dawn of the Dead"-Remakes verantwortlich ist. Den Anfang macht die Eröffnungsgala im Kriminalistikmuseum in Coolsville. Die Gang, bestehend aus Fred (Freddie Prinze Jr. als Blondie kaum wiederzuerkennen), Daphne (Sarah Michelle Gellar stellt ihre gewohnten "Buffy"-Action-Posen zur Schau), Velma (Linda Cardellini kurzzeitig im knallengen Lederoutfit auf Sexpuppe getrimmt), Shaggy (Matthew Lillard perfektioniert seine Kiffermasche aus dem Original) und dem CGI-generierten Scooby, wird aufgrund ihrer früheren Geisterjagd-Erfolge frenetisch von den Anwesenden bejubelt. Plötzlich erwacht das zur Schau gestellte Kostüm eines Flugsaurier-Gespensts zum Leben und verursacht heilloses Chaos. Durch die wahrheitsverdrehende Reportage der anwesenden TV-Journalistin Heather (Alicia Silverstone) fällt Mystery Inc. bei den Stadtbewohnern in Ungnade Um ihren guten Ruf wieder herzustellen, geht es also darum herauszufinden, wer für die in Folge auf die Bevölkerung losgelassenen Monster verantwortlich ist. Die Spur führt zackig, jedoch ohne sonderlich viel Spaß oder Spannung über mehrere Verdächtige, die unter anderem Peter Boyle als ehemaligem Widersacher der Mystery Inc. über Seth Green als Museumsdirektor umfassen, zum wahren Täter.
Regisseur Gosnell inszenierte die Story vorwiegend lärmend-laut mit einer Menge hektischer Spezialeffekte, infantilem Blähungshumor und den obligatorischen "bedächtigen" Zwischentönen. Diese drehen sich vor allem um das mangelnde Selbstwertgefühl von Brillenschlange Velma, die den Museumsdirektor anschwärmt, und den Minderwertigkeitsgefühlen von Shaggy und Scooby, die in ihrer Dusseligkeit immer alles vermasseln, sich jedoch diesmal als vollblütige "echte" Detektive" beweisen wollen. In dieser Funktion legen sie eine von den 70er Jahren inspirierte Disco-Tanzeinlage hin, die wie viele andere Elemente im Film eher willkürlich wirkt. Bei der Musikauswahl wird passend auf energetischen Poprock gesetzt. Da die Produzenten darauf zählen können, dass sich genügend eingefleischte nostalgische Fans für die Komödie finden, wurde bereits ein dritter Teil in Auftrag gegeben. ara.