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Selbstgespräche - Wir müssen reden

Ironisch-melancholischer Reigen um vier kommunikationsunfähige Angestellte eines Call-Centers.


Selbstgespräche - Wir müssen reden

Kaufvideo

Erhältlich seit:
12.02.2009

Originaltitel: Selbstgespräche

Komödie/ Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Maximilian Brückner
August Zirner
Antje Widdra

Regie: André Erkau
EuroVideo Bildprogramm

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Ironisch-melancholischer Reigen um vier kommunikationsunfähige Angestellte eines Call-Centers.

Sascha wird in seinen Job eingewiesen (Foto: Filmlichter) Großansicht

Sascha wird in seinen Job eingewiesen (Foto: Filmlichter)

"Come in & burn out", so begrüßt Abteilungschef Harms (August Zirner) den neuen Mitarbeiter Sascha (Maximilian Brückner) im grauen Großraumbüro eines Call-Centers. Außer Sascha, der eigentlich gerne Showmaster werden will und sich gerade vor seiner Verantwortung als werdender Vater drückt, arbeitet auch Architektin Marie (Antje Widdra) dort. Sie wurde von ihrem Mann mit Kind sitzen gelassen und hofft nun auf einen besseren Job.

Zwischen "Stromberg" und "The Office" bewegt sich André Erkaus in Saarbrücken ausgezeichnete Kreuzung aus Komödie, Satire und Ballade in einem Call-Center.

Marie und Sascha hatten sich was anderes erhofft (Foto: Filmlichter) Großansicht

Marie und Sascha hatten sich was anderes erhofft (Foto: Filmlichter)

Gesellschaftliches Übel

Anhand der Schicksale der Hauptfiguren skizziert er insbesondere Kommunikations- und Beziehungsunfähigkeit als gesellschaftliches Übel. Mag der Satire manchmal die Schärfe fehlen, die Darstellerleistungen überzeugen alle Mal.

Selbstgespräche - Wir müssen reden

Ironisch-melancholisches Befindlichkeitsgemälde über Kommunikationslosigkeit, das bezeichnenderweise in einem Callcenter spielt. Debütant André Erkau gewann damit den Max-Ophüls-Preis.

"Come in & burn out", so begrüßt Abteilungschef Harms (August Zirner) den neuen Mitarbeiter Sascha (Maximilian Brückner) in einem grauen Großraumbüro, wo der Hauptanteil von Kunsthochschulabsolvent André Erkaus Kreuzung aus Komödie, Satire und Ballade spielt. Greifbare Typen sind garantiert, da Praxis und Arbeitsbedingungen dem Regisseur aus erster Hand bekannt sind, jobbte er doch während des Studiums selbst in einem Callcenter. Sein Quartett lebensnaher Menschen klammert sich an Träume und Illusionen ohne zu realisieren, dass ihr Lebenskonzept eigentlich längst gescheitert ist. Arbeitsplatz wie Partnerschaft sind eine Vorhölle, in der sie zwischen Existenzangst und Unfähigkeit, sich seinem Gegenüber mitzuteilen, gefangen sind.

Sascha also, der fest an seine Karriere als Showmaster glaubt und sich vor seiner Verantwortung als werdender Vater drückt, Verkaufsgenie Adrian (Johannes Allmayer), der sonst vor Schüchternheit vergeht, Architektin Marie (Antje Widdra), die auf einen qualifizierten Job hofft und von ihrem Mann mit Kind stehen gelassen wurde. Ihnen allen sitzt Harms im Nacken, der seine grauenvollen Motivationsfloskeln selbst glaubt, während er seine Ehe ruiniert. (Zwischen)menschlich gesehen das reinste Horrorkabinett, das folgerichtig tief ins Jammertal stürzen muss, bevor Selbsterkenntnis und Läuterung in Aussicht gestellt werden.

Daraus erwachsende, beklemmende Einsichten konterkariert Erkau mit leichtfüßigen und verhalten-unaufdringlichen Schilderungen der Alltagserlebnisse seiner Figuren. Er fächert ein fortlaufendes Kaleidoskop des fröhlichen Elends auf, in Vignetten, wie sie auch aus "Stromberg" oder "The Office" stammen könnten, und illustriert mit deprimierenden Sets das nicht nur geistige Niemandsland der Beziehungsdilettanten. So sagt dieser Mikrokosmos einerseits mehr über unsere heutige Gesellschaft aus, als einem lieb sein kann, ist aber andererseits bisweilen doch so einseitig karikiert, dass die satirische Schärfe verloren geht und eine charmante Loser-Komödie übrig bleibt, die gekonnt zwischen bitter und belustigend oszilliert. Neben den beachtlichen Darstellerleistungen können die Offbeat-Elemente und der handwerklich bestechende Independent-Stil begeistern, derweil der kalte Wind der Rendite den Antihelden gnadenlos ins Gesicht weht. So sind sie, die "Modernen Zeiten". tk.

Selbstgespräche - Wir müssen reden

Sascha (Maximilian Brückner) glaubt an seinen Durchbruch als Showmaster. Adrian (Johannes Allmayer) träumt von der Frau, die ihn versteht. Marie (Antje Widdra) hofft auf einen Job als Architektin. Ihre Wege hätten sich nie gekreuzt, säßen sie nicht zufällig in drei nebeneinander liegenden Telefonboxen eines Callcenters.
Sascha, Adrian und Marie sind jung und brauchen das Geld. Mit fester Stimme und schönen Worten versprechen sie potenziellen Kunden eine Super-Flatrate zu sensationellen Konditionen. "Jeder neue Anruf ist eine neue Chance" heißt das Motto ihres Chefs Richard Harms (August Zirner). Sein Leben ist das Callcenter, seine Ehe ein Trümmerhaufen. Aber die Probleme fangen erst richtig an, als die digitale Anzeigetafel im Büro installiert wird. Innerhalb von 4 Wochen müssen die Verkaufszahlen um 5% gesteigert werden, sonst droht der Abteilung die Schließung. Zahlen und Quoten treten an gegen große Träume und Hoffnungen ...

Quelle: EuroVideo

Darsteller:  Maximilian Brückner   als Sascha Wegemann
  August Zirner   als Richard Harms
  Antje Widdra   als Marie Bremer
  Johannes Allmayer   als Adrian Becher
  Mina Tander   als Astrid
  Kirsten Block   als Gisela Harms
  Heinz-Werner Kraehkamp   als Alfred Becher
  Melanie Vollmer   als Gabriele Deutschmann
  Dagmar Sachse   als Daggi
  Robert Meller   als Micha Kowalski
  Daniel Drewes   als Der Ex von Marie Bremer
  Rainer Furch   als Pedro, der Tanzlehrer
  Georg Uecker   als Hans Peter Riedmann
 
Regie:  André Erkau  
Buch:  André Erkau  
Musik:  Dürbeck & Dohmen  
Kamera:  Dirk Morgenstern  
Produzent:  Hans W. Geißendörfer  
 

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